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NEOS-Staatssekretär Sepp Schellhorn hat am 9. Juli 2026 den ersten österreichischen Entbürokratisierungsbericht präsentiert, der sich laut offizieller Presseaussendung auf mehr als 5.000 Eingaben stützt. Eine begleitende EcoAustria-Analyse beziffert das Potenzial eines ambitionierten Bürokratieabbaus mit bis zu rund 20 Milliarden Euro zusätzlichem BIP pro Jahr — unter der Annahme, dass Österreich bis 2032 das Regulierungsniveau der Niederlande erreicht; ein Schweiz-Szenario käme auf rund 6 Milliarden Euro.

Diese Zahlen sind Modellprojektionen, keine gemessenen Effekte; die Studie selbst wurde von uns nicht im Volltext geprüft. Die FPÖ nennt den Bericht ein „wertloses Papier“ und fordert Schellhorns Rücktritt, die SPÖ verlangt „Deregulierung mit Augenmaß“. Umstritten ist auch die Umsetzungsbilanz der 113 im Dezember 2025 angekündigten Maßnahmen: Die FPÖ spricht von 14 umgesetzten, Schellhorn von 19.

Offen bleiben die methodischen Annahmen der Wachstumsprognose, die tatsächliche Umsetzungszahl und der Zeitplan für die im Bericht genannten Problemfelder.

Was passiert ist

Der für Deregulierung und Entbürokratisierung zuständige NEOS-Staatssekretär Sepp Schellhorn hat am 9. Juli 2026 den ersten Entbürokratisierungsbericht Österreichs vorgestellt. Über die Präsentation berichteten am selben bzw. am Folgetag mehrere etablierte österreichische Medien, darunter ORF, Die Presse und Kurier, weitgehend übereinstimmend. Laut vorliegender offizieller Presseaussendung trägt der Bericht das Motto „Diagnose. Evidenz. Auftrag“ und soll praktische Erfahrungswerte mit wissenschaftlicher Evidenz sowie internationalen Vergleichen verbinden, um als Grundlage für weitere Reformschritte der Regierung zu dienen. Schellhorn wird mit dem Satz „Ich will liefern“ zitiert, der auch in mehreren Schlagzeilen aufgegriffen wurde.

Was die Quellen zeigen: Die EcoAustria-Zahlen

Kernstück der Berichterstattung ist eine begleitende Analyse des Wirtschaftsforschungsinstituts EcoAustria. Diese beziffert das gesamtwirtschaftliche Potenzial eines ambitionierten Bürokratieabbaus mit bis zu rund 20 Milliarden Euro pro Jahr. Konkret wird laut vorliegenden Quellen ein Szenario gerechnet, in dem Österreich bis zum Jahr 2032 das Regulierungsniveau der Niederlande erreicht: Dies würde das reale Wirtschaftswachstum um rund 0,6 Prozentpunkte jährlich erhöhen, was ab 2032 einem zusätzlichen jährlichen Bruttoinlandsprodukt von rund 20 Milliarden Euro entspräche. Ein moderateres Szenario, in dem Österreich das Regulierungsniveau der Schweiz erreicht, würde der Analyse zufolge bis 2032 ein zusätzliches BIP von rund 6 Milliarden Euro ermöglichen. Diese Zahlen sind Modellprojektionen unter bestimmten Annahmen und keine beobachteten oder garantierten Effekte. Die EcoAustria-Studie selbst haben wir nicht im Volltext eingesehen, weshalb die zugrunde liegende Methodik nicht abschließend beurteilt werden kann.

Institutioneller Rahmen und Methodik des Berichts

Laut offizieller Presseaussendung basiert der Bericht auf mehr als 5.000 Eingaben von Bürgerinnen, Bürgern, Unternehmen und Verwaltungsmitarbeitern. Als größte Problemfelder werden Digitalisierung, Föderalismus und Kompetenzverteilung sowie Berichts- und Dokumentationspflichten genannt. Im Zuge des Prozesses sei erstmals eine dauerhafte Infrastruktur geschaffen worden – bestehend aus dem Staatssekretariat für Deregulierung und Entbürokratisierung, einer Zentralstelle für Entbürokratisierung sowie der Servicestelle SEDA –, um Bürokratie systematisch zu erfassen und Reformvorschläge zu bündeln. In den vergangenen Monaten seien laut Bericht zahlreiche ressortübergreifende Reformprojekte vorbereitet worden, etwa Reformpartnerschaften mit Ländern und Gemeinden, die Digitalisierung von Verwaltungsverfahren sowie die Vereinfachung von Berichts- und Dokumentationspflichten.

Reaktionen und Kritik

Der Bericht stößt auf deutliche Kritik der Opposition. Laut einer FPÖ-Presseaussendung bezeichnete der freiheitliche Generalsekretär Michael Schnedlitz den Bericht als „wertloses Papier“ ohne echte Entlastung für Bürger und Wirtschaft. FPÖ-Vertreter forderten laut Presseaussendungen zudem Schellhorns Rücktritt und sprachen von einer „PR-Show“ statt konkreter Deregulierung. Im Zentrum der Kritik steht auch eine Zahlendifferenz: Von den im Dezember 2025 angekündigten 113 Entbürokratisierungsmaßnahmen seien laut FPÖ im Rahmen einer Bundesrats-Debatte bislang nur 14 umgesetzt, während Schellhorn selbst von 19 umgesetzten Maßnahmen sprach. Die SPÖ positionierte sich laut Parlamentskorrespondenz differenzierter und forderte „Deregulierung mit Augenmaß“ statt eines „Kahlschlags“. Schellhorn selbst entgegnete den Vorwürfen, Entbürokratisierung sei kein einzelnes, per Erlass abschließbares Projekt, sondern ein dauerhafter Modernisierungsprozess.

Was unklar bleibt

Offen bleibt anhand der vorliegenden Quellenlage, welche konkreten Annahmen dem EcoAustria-Szenario zum niederländischen Regulierungsniveau zugrunde liegen und wie belastbar die daraus abgeleitete Wachstumsprognose methodisch ist. Ebenso ungeklärt ist, welche Zahl zur Umsetzung der 113 angekündigten Maßnahmen zutrifft – die Angaben von Opposition und Staatssekretär widersprechen einander, und eine unabhängige, überprüfbare Liste der umgesetzten Maßnahmen liegt uns nicht vor. Unklar ist zudem, mit welchem konkreten Zeitplan die im Bericht genannten Problemfelder angegangen werden sollen und wie Interessenvertretungen wie Wirtschaftskammer oder Arbeiterkammer den Bericht bewerten – dazu liegen in den gesichteten Quellen keine Aussagen vor.

Einordnung

Die Berichterstattung mehrerer unabhängiger Medien sowie einer offiziellen Presseaussendung stützt übereinstimmend, dass Schellhorn am 9. Juli 2026 einen Entbürokratisierungsbericht mit begleitender EcoAustria-Analyse präsentiert hat. Die zentrale 20-Milliarden-Euro-Zahl ist jedoch eine Modellprojektion unter einem ambitionierten Szenario und kein gemessener Effekt; sie sollte nicht als feststehende Tatsache, sondern als politisch kommuniziertes Rechenexempel gelesen werden. Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt, ohne eigene Primärquellenprüfung des vollständigen Berichts oder der EcoAustria-Studie im Original; die Quellenlage bleibt in Teilen – insbesondere bei der Umsetzungsbilanz der 113 Maßnahmen – nicht abschließend verifizierbar und politisch umstritten.