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Der US-Fernsehsender ABC hat am 18. August 2026 vor einem Bundesgericht in Washington Klage gegen die Medienaufsichtsbehörde FCC eingereicht. Der zum Disney-Konzern gehörende Sender wirft der Behörde vor, im Auftrag der Regierung von US-Präsident Donald Trump eine „Vergeltungskampagne“ zu führen, weil dieser missfalle, was ABC sendet. Anlass ist eine von der FCC verlangte, Jahre vorgezogene Überprüfung der Sendelizenzen von acht ABC-Sendern; ABC hat zudem eine einstweilige Verfügung beantragt.

Vorausgegangen waren wiederholte öffentliche Attacken Trumps auf ABC und Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel, dessen Show im September vergangenen Jahres vorübergehend abgesetzt und nach Kritik wieder aufgenommen wurde. FCC-Chef Brendan Carr bestreitet laut einem Medienbericht einen Zusammenhang mit Sendeinhalten und verweist stattdessen auf eine Untersuchung zu Diversitätsrichtlinien bei Disney. Die demokratische FCC-Kommissarin Anna Gomez unterstützte dagegen ABCs Klage.

Offen bleibt, wie das Gericht über den Antrag auf einstweilige Verfügung entscheidet und ob sich FCC oder Weißes Haus im Volltext dazu äußern. Eine primäre Gerichts- oder Behördenquelle wurde für diesen Artikel nicht selbst eingesehen.

Was passiert ist

Der US-Fernsehsender ABC hat am 18. August 2026 vor einem Bundesgericht in Washington Klage gegen die Medienaufsichtsbehörde FCC eingereicht. Der zum Disney-Konzern gehörende Sender wirft der Behörde vor, im Auftrag der Regierung von US-Präsident Donald Trump eine „Vergeltungskampagne“ zu führen. Laut Klage habe diese Kampagne „einen einzigen Grund“: Die Trump-Regierung „missbillige, was ABC sendet“. Die Angriffe hätten sich über Monate zugespitzt und schließlich in einer Drohung gegipfelt, dem Sender die Sendelizenzen für acht Kanäle zu entziehen. Nach Berichten mehrerer US-Medien richtet sich die Klage gegen die FCC selbst sowie gegen deren Vorsitzenden Brendan Carr und die Kommissarinnen Olivia Trusty und Anna Gomez; ABC habe zugleich eine einstweilige Verfügung und eine vorläufige Unterlassungsanordnung beantragt, um das beschleunigte Lizenzüberprüfungsverfahren zu stoppen.

Hintergrund: Lizenzstreit und der Fall Jimmy Kimmel

Auslöser des Konflikts war laut den vorliegenden Berichten eine Aufforderung der FCC an Disney, Anfang des Jahres Anträge auf Verlängerung der Sendelizenzen für acht Sender einzureichen – mehrere Jahre vor dem eigentlich erst für Oktober 2028 vorgesehenen Termin. Vorausgegangen waren wiederholte öffentliche Attacken Trumps auf ABC, die sich insbesondere gegen den Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel richteten. Trump forderte unter anderem dessen Entlassung. Im September vergangenen Jahres setzte ABC Kimmels Show vorübergehend ab, nahm sie nach heftiger öffentlicher Kritik aber wieder ins Programm. Aus Sicht von ABC steht die vorgezogene Lizenzprüfung in direktem Zusammenhang mit diesem Konflikt.

Reaktionen und Gegenposition

FCC-Chef Brendan Carr hat den Zusammenhang mit Sendeinhalten laut einem Bericht des US-Senders CNBC bestritten und erklärt, die vorgezogene Lizenzüberprüfung gehe auf eine bereits zuvor eingeleitete Untersuchung der Diversitätsrichtlinien (DEI) von Disney zurück und nicht auf konkrete Sendeinhalte. Die demokratische FCC-Kommissarin Anna Gomez stellte sich dagegen laut demselben Bericht auf die Seite von ABC und sprach von einer monatelangen „Zensur- und Kontrollkampagne“ der Behörde gegenüber den ABC-Sendern. Eine eigene, im Volltext einsehbare Stellungnahme der FCC oder des Weißen Hauses zu der Klage lag zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor.

Was unklar bleibt

Offen ist, wie das Bundesgericht über ABCs Antrag auf eine einstweilige Verfügung entscheiden wird und in welchem Zeitrahmen eine Entscheidung zu erwarten ist. Unklar bleibt auch, ob und wie sich die FCC oder das Weiße Haus öffentlich zu den Vorwürfen äußern werden. Zudem ist nicht abschließend verifizierbar, in welchem genauen zeitlichen und sachlichen Verhältnis die DEI-Untersuchung bei Disney zur Lizenzüberprüfung steht – hier stehen sich die Darstellung von ABC und die von FCC-Chef Carr gegenüber. Auch der Ausgang einer separat laufenden FCC-Prüfung, ob die Sendung „The View“ von den sogenannten Equal-Time-Regeln ausgenommen ist, ist derzeit offen.

Einordnung

Der Fall reiht sich in eine Serie von Auseinandersetzungen zwischen der Trump-Regierung und großen US-Medienkonzernen über Sendeinhalte und deren regulatorische Rahmenbedingungen ein. Dass eine Rundfunklizenzbehörde von einem der bei ihr regulierten Sender selbst vor Gericht wegen mutmaßlich politisch motivierter Repressalien verklagt wird, ist ein ungewöhnlicher Vorgang mit Signalwirkung für die Frage, wie unabhängig US-Regulierungsbehörden von exekutivem Druck agieren können. Die vorliegende Quellenlage stützt sich auf österreichische und internationale Medienberichte; eine juristische Einschätzung der Erfolgsaussichten der Klage liegt nicht vor.