In Alaska sorgt eine Namensverwechslung vor der US-Senatswahl im November für Aufsehen: Der frühere Anchorage-Bürgermeister Dan A. Sullivan hat sich öffentlich hinter den republikanischen Amtsinhaber Dan S. Sullivan gestellt und sich dabei selbst als „Original-Sullivan“ bezeichnet. Damit positioniert er sich gegen den gleichnamigen parteiinternen Herausforderer Dan J. Sullivan, einen pensionierten Lehrer aus Petersburg. Auf Facebook rief er dazu auf, „Senator Dan S. Sullivan zu wählen“, den er als „großartig für Alaska“ lobte – eine Wortmeldung, die inzwischen von mehreren großen österreichischen Medien aufgegriffen wurde.
Dessen Kandidatur hatte die Wahlbehörde Alaskas zunächst gestrichen, weil sie nicht in gutem Glauben erfolgt sei – aus republikanischen Kreisen kam der Vorwurf eines Manövers zur Verwirrung der eigenen Wählerschaft. Ein Gericht und schließlich der Oberste Gerichtshof Alaskas kippten die Streichung Ende Juni und bestätigten sein Antrittsrecht. Bei der Vorwahl am 18. August setzten sich Amtsinhaber Sullivan und die Demokratin Mary Peltola durch; beide treten nun am 3. November zur eigentlichen Senatswahl an, die wegen knapper Mehrheitsverhältnisse im US-Senat als richtungsweisend gilt.
Offen bleiben Details zur genauen Gerichtsbegründung und dazu, wie stark der Namensstreit das Wählerverhalten tatsächlich beeinflusst hat.
Was passiert ist
In Alaska sorgt ein kurioser Namensstreit vor der US-Senatswahl im November für Aufsehen. Der frühere Anchorage-Bürgermeister Dan A. Sullivan hat sich öffentlich hinter den republikanischen Amtsinhaber Dan S. Sullivan gestellt und dessen gleichnamigen parteiinternen Herausforderer, den pensionierten Lehrer Dan J. Sullivan aus Petersburg, damit indirekt zurückgewiesen. Auf Facebook bezeichnete sich der Ex-Bürgermeister als „Original-Sullivan“ und rief die Menschen in Alaska dazu auf, „Senator Dan S. Sullivan zu wählen“, den er als „großartig für Alaska“ lobte. Damit ist ein dritter Träger desselben Namens öffentlich in eine Geschichte eingestiegen, die Alaskas Politik seit Monaten prägt und inzwischen breites Echo in der österreichischen Medienlandschaft findet.
Der Rechtsstreit um den zweiten Sullivan
Der Streit reicht bis in den Frühsommer zurück: Die Wahlbehörde Alaskas hatte Dan J. Sullivan zunächst von der Kandidatenliste gestrichen, mit der Begründung, seine Anmeldung sei nicht in gutem Glauben erfolgt. Aus republikanischen Kreisen kam der Vorwurf, seine Kandidatur solle Wählerinnen und Wähler der eigenen Partei verwirren und damit letztlich der demokratischen Konkurrenz nützen. Ein Gericht in Anchorage kippte die Streichung, und der Oberste Gerichtshof Alaskas bestätigte am 29. Juni, dass Dan J. Sullivan auf dem Stimmzettel bleiben darf. Die Wahlbehörde listete ihn danach als „Sullivan, Daniel J. Jr.“ ohne Parteiangabe, während der Amtsinhaber als registrierter Republikaner und Amtsinhaber ausgewiesen wird.
Vorwahl entschieden, Novemberwahl offen
Bei der Vorwahl am 18. August setzten sich Amtsinhaber Dan S. Sullivan und die frühere demokratische Kongressabgeordnete Mary Peltola durch. Beide ziehen nun in die eigentliche Senatswahl am 3. November ein, bei der es um einen von 100 Sitzen im US-Senat geht. Angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse in der Kammer gilt der Ausgang in Alaska als potenziell richtungsweisend, obwohl der Bundesstaat nur rund 740.000 Einwohner zählt.
Was unklar bleibt
Offen ist, wie stark Dan J. Sullivans Kandidatur das Ergebnis der Vorwahl tatsächlich beeinflusst hat und wie seine Erklärung, er sei ein enttäuschter, gemäßigter Republikaner ohne Hintergedanken, bei der Wählerschaft ankam. Der genaue Wortlaut der Gerichtsentscheidung sowie das Original-Facebook-Posting der beteiligten Sullivans liegen nicht vor; die Angaben in diesem Artikel stammen aus Medienberichten, nicht aus eigener Einsicht in Gerichtsdokumente oder Originalquellen. Auch zum Kräfteverhältnis vor der Novemberwahl zwischen Dan S. Sullivan und Mary Peltola liegen keine belastbaren, selbst geprüften Umfragedaten vor.
Einordnung
Die Geschichte hat über ihre Kuriosität hinaus reale Relevanz: Ein knapper Senat in Washington verleiht einzelnen Bundesstaaten wie Alaska überproportionales Gewicht. Der Namensstreit lenkt zudem den Blick auf Alaskas Vorwahlsystem, in dem auch parteiinterne Rivalen mit identischem Namen gegeneinander antreten können, ohne dass die Parteiführung dies verhindern kann – was die öffentliche Einmischung eines dritten, nicht kandidierenden Sullivan zur Klärung der Verwechslungsgefahr erklärt. Dass die Episode mittlerweile von mehreren großen österreichischen Medien parallel aufgegriffen wurde, unterstreicht vor allem ihren Unterhaltungswert, ändert aber nichts am eigentlichen Kern der Geschichte.
