Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist im Juli 2026 weiter gestiegen. Laut Arbeitsmarktservice (AMS) waren Ende des Monats 364.200 Personen arbeitslos gemeldet oder in Schulung, ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,2 Punkte auf 6,9 Prozent. Damit steigt die Arbeitslosigkeit bereits seit dem Frühjahr 2023 nahezu durchgehend, mittlerweile seit 40 Monaten in Folge. Bei Männern sank die Arbeitslosigkeit um 1,7 Prozent, bei Frauen stieg sie um 4,8 Prozent; auch die Zahl der offenen Stellen sank laut ORF um 3 Prozent auf knapp 80.000, andere Berichte bestätigen den Trend ohne eigene Zahl.
Anfang August äußerte sich AMS-Chef Johannes Kopf in der ZiB 2 erneut zur Lage: Die Arbeitslosigkeit werde in den kommenden Monaten sinken, „gut“ werde die Situation deshalb aber nicht – sie bleibe insgesamt hoch. Berichten zur selben Sendung zufolge sind Akademikerinnen und Akademiker von der steigenden Arbeitslosigkeit besonders betroffen. Laut DER STANDARD bringt Kopf auch die steigende Arbeitslosigkeit im Gesundheits- und Pflegebereich mit Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand in Verbindung, ohne diese näher zu benennen. Einer Kurier-Überschrift zufolge bezeichnete er ein Studium weiterhin als besten Schutz vor Arbeitslosigkeit – der Artikeltext dazu liegt der Redaktion allerdings nicht vor.
Damit relativiert Kopf die Ende Juli geäußerten „ersten Anzeichen“ einer Trendwende, ohne sie zurückzunehmen. Welche konkreten Sparmaßnahmen gemeint sind, wie belastbar die genannte Betroffenheit von Akademiker:innen ist und wie sich die Lage nach Branchen und Regionen unterscheidet, bleibt aus den vorliegenden Quellen offen. Ebenso unklar ist, ob sich seine Prognose einer nur leichten, aber anhaltend hohen Arbeitslosigkeit in den kommenden Monatszahlen bestätigt.
Was passiert ist
Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist im Juli 2026 erneut gestiegen. Nach Angaben des Arbeitsmarktservice (AMS) waren Ende des Monats 364.200 Personen arbeitslos gemeldet oder befanden sich in einer AMS-Schulung. Das entspricht einem Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Juli des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,2 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent. Die Entwicklung ist nicht neu: Bereits seit dem Frühjahr 2023 steigt die Zahl der beim AMS gemeldeten Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer nahezu durchgehend, mittlerweile seit 40 Monaten in Folge.
Was die Zahlen zeigen
Auffällig ist die ungleiche Verteilung zwischen den Geschlechtern: Während die Zahl arbeitsloser Männer und männlicher Schulungsteilnehmer im Jahresvergleich um 1,7 Prozent sank, stieg sie bei Frauen um 4,8 Prozent – ein Muster, das laut den vorliegenden Berichten bereits in den Vormonaten zu beobachten war. Auch auf der Nachfrageseite des Arbeitsmarkts zeigt sich die schwache Konjunktur: Laut ORF sank die Zahl der beim AMS gemeldeten, sofort verfügbaren offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf knapp 80.000. Andere ausgewertete Berichte bestätigen den rückläufigen Trend bei den offenen Stellen, nennen aber keine eigene Zahl, weshalb dieser Wert bislang nur einfach belegt ist.
AMS-Chef Kopf im TV-Interview: Prognose und mögliche Ursachen
Anfang August äußerte sich AMS-Vorstand Johannes Kopf in der ZiB 2 bei Armin Wolf erneut zur Lage. Laut DER STANDARD sagte er, die Arbeitslosigkeit werde in den kommenden Monaten zwar sinken, „gut“ werde die Situation deshalb aber nicht – die Arbeitslosigkeit bleibe insgesamt hoch. Damit relativierte er die zuvor Ende Juli geäußerten „ersten Anzeichen“ einer Trendwende, ohne sie zurückzunehmen: eine Besserung ja, eine grundlegende Wende nach oben hin zu alten Beschäftigungsniveaus offenbar nicht. Als besonders betroffen von der steigenden Arbeitslosigkeit nannten Berichte zur selben Sendung Akademikerinnen und Akademiker, ohne dass in den ausgewerteten Auszügen konkrete Zahlen dazu vorliegen. Kopf brachte laut DER STANDARD zudem die steigende Arbeitslosigkeit im Gesundheits- und Pflegebereich mit Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand in Verbindung, ohne diese im vorliegenden Auszug näher zu benennen. Laut einer Kurier-Überschrift bezeichnete er außerdem ein Studium weiterhin als besten Schutz vor Arbeitslosigkeit; da der Redaktion dazu bislang nur der Titel, nicht der Artikeltext vorliegt, lässt sich der genaue Kontext dieser Aussage nicht nachvollziehen.
Einordnung
AMS-Vorstand Johannes Kopf hatte die Ende-Juli-Zahlen laut ORF mit ungewöhnlich deutlichen Worten eingeordnet: „Nach nunmehr 40 Monaten steigender Arbeitslosigkeit wiederholt sich meine Analyse leider zwangsläufig“, so Kopf. Als Ursachen nannte er zu wenig internationale Nachfrage, zu hohe Energie- und Lohnstückkosten sowie zu wenig Konsum und Investitionen – kurz: zu wenig Wirtschaftswachstum. Seine Anfang August in der ZiB 2 wiederholte und präzisierte Einschätzung fügt sich in dieses Bild: eine leichte Entspannung ja, aber keine schnelle Rückkehr zu niedrigeren Arbeitslosenzahlen. Auch diese neueren Aussagen sind bislang die einzige in den vorliegenden Quellen enthaltene Bewertung der Lage; eine unabhängige Einordnung etwa durch Wirtschaftsforschungsinstitute liegt weiterhin nicht vor.
Was unklar bleibt
Offen bleibt aus den vorliegenden Berichten, welche Branchen und Regionen Österreichs von der steigenden Arbeitslosigkeit besonders betroffen sind. Auch ein Vergleich mit der Entwicklung in anderen EU-Ländern sowie Prognosen von Wirtschaftsforschungsinstituten zur weiteren Entwicklung fehlen in den ausgewerteten Meldungen. Neu hinzugekommen sind offene Fragen zu den Aussagen aus dem ZiB-2-Interview: Welche konkreten Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand Kopf mit dem Anstieg im Gesundheits- und Pflegebereich in Verbindung bringt, ist unklar, ebenso wie belastbar die genannte besondere Betroffenheit von Akademikerinnen und Akademikern ist. Auch der genaue Wortlaut und Kontext der Kurier-Aussage zum Studium als „bestem Schutz“ lässt sich mangels Artikeltext nicht überprüfen. Ob sich Kopfs Prognose einer nur leichten, aber anhaltend hohen Arbeitslosigkeit in den kommenden Monatszahlen bestätigt, bleibt ebenfalls abzuwarten.
