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Apple hat im Rahmen einer neuen EU-Transparenzpflicht (Public CbCR) erstmals offengelegt, wie viel Gewinn und Steuern der Konzern in einzelnen EU-Mitgliedstaaten verbucht. Der Bericht betrifft das im September 2025 abgeschlossene Geschäftsjahr. Besonders auffällig ist Irland: Dort wies Apple tatsächlich gezahlte Steuern von rund 17,08 Milliarden US-Dollar aus – eine Folge der Auflösung eines Treuhandkontos nach dem 2024 verlorenen Rechtsstreit mit der EU-Kommission um Steuervergünstigungen, der Apple zur Nachzahlung von rund 13 Milliarden Euro verpflichtete.

Laut einem Bericht der Tageszeitung Die Presse wies Apple für Österreich einen Vorsteuergewinn von rund zwölf Millionen US-Dollar aus, dem annähernd gleich hohe Ertragsteuern gegenüberstehen, bei einem Umsatz von 222 Millionen US-Dollar und 386 Mitarbeitern. Eine zweite, unabhängige Bestätigung dieser Österreich-Zahlen liegt bislang nicht vor, der Originalbericht wurde von der Redaktion nicht selbst eingesehen.

Offen bleiben Reaktionen österreichischer Behörden sowie eine Einordnung im internationalen Vergleich.

Was passiert ist

Apple hat im Rahmen der neuen EU-Richtlinie zur öffentlichen länderbezogenen Berichterstattung (Public Country-by-Country Reporting) erstmals offengelegt, wie viel Gewinn und Steuern der Konzern in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten verbucht. Der zugrunde liegende Bericht bezieht sich auf das im September 2025 abgeschlossene Geschäftsjahr. Bislang mussten multinationale Konzerne mit einem weltweiten Jahresumsatz von mehr als 750 Millionen Euro solche Daten nur vertraulich an Finanzbehörden übermitteln, künftig müssen sie veröffentlicht werden. Über die Offenlegung berichteten am 22. und 23. August 2026 mehrere österreichische Medien: der Kurier auf Basis von Agenturmeldungen, die Tageszeitung Die Presse mit einer eigenen redaktionellen Auswertung des Berichts.

Was die Quellen zeigen

Am deutlichsten belegt ist die Situation in Irland: Dort wies Apple für das Geschäftsjahr tatsächlich gezahlte Steuern von rund 17,08 Milliarden US-Dollar aus, umgerechnet rund 14,6 Milliarden Euro. Beide vorliegenden Berichte führen diesen Sprung auf die Auflösung eines Treuhandkontos zurück, das im Zuge der Beihilfe-Entscheidung der EU-Kommission und des EuGH-Urteils gegen Apple aufgelöst wurde.

Für Österreich nennt bislang nur Die Presse konkrete Zahlen aus dem Apple-Bericht: einen Vorsteuergewinn von rund zwölf Millionen US-Dollar, dem mit ebenfalls rund zwölf Millionen US-Dollar nahezu deckungsgleiche Ertragsteuern gegenüberstehen, einen Gesamtumsatz der österreichischen Apple-Einheiten von 222 Millionen US-Dollar sowie 386 Beschäftigte bundesweit. Apple erklärt die augenscheinlich sehr hohe Steuerquote damit, dass der Konzern Gewinne dort ausweist, wo die jeweilige Gesellschaft sitzt, Steuern aber dort zahlt, wo sie laut internationalem Standard geschuldet werden – maßgeblich in den USA und über die europäische Steuerzentrale im irischen Cork. Der Kurier-Bericht, der ebenfalls über die EU-weite Offenlegung informiert, nennt für Österreich keine eigenen Werte und konzentriert sich stattdessen auf Deutschland, wo Apple laut diesem Bericht einen Vorsteuergewinn von rund 209 Millionen US-Dollar und Steuerzahlungen von rund 153,5 Millionen US-Dollar auswies.

Hintergrund: Der Rechtsstreit um Irland

Apple hatte im September 2024 vor dem Europäischen Gerichtshof einen jahrelangen Rechtsstreit mit der EU-Kommission verloren. Die Kommission hatte Irland gewährte Steuervergünstigungen für Apple als wettbewerbsverzerrende Beihilfe eingestuft und den Konzern zur Nachzahlung von rund 13 Milliarden Euro plus Zinsen verpflichtet. Die nun ausgewiesene hohe Steuerzahlung in Irland spiegelt laut den vorliegenden Berichten die Auflösung des dafür eingerichteten Treuhandkontos wider.

Was unklar bleibt

Offen ist, ob sich die für Österreich genannten Zahlen – Gewinn, Steuerlast, Umsatz und Beschäftigtenzahl – durch weitere Medien oder eine direkte Einsicht in den Apple-Bericht bestätigen lassen; die Redaktion konnte den Originalbericht nicht selbst einsehen. Ebenso wenig liegen bislang Reaktionen österreichischer Behörden, etwa des Finanzministeriums, oder von Wirtschafts- und Steuerexperten auf die veröffentlichten Zahlen vor. Unklar bleibt zudem, wie sich die österreichischen Werte im internationalen Vergleich einordnen lassen und über welche konzerninternen Verrechnungsmechanismen der in Österreich ausgewiesene Gewinn konkret zustande kommt.

Einordnung

Die Offenlegung ist Teil eines europäischen Trends zu mehr Steuertransparenz bei Großkonzernen: Die zugrunde liegende EU-Richtlinie soll öffentlichen Druck erzeugen, indem Gewinnverschiebungen zwischen Ländern sichtbarer werden. Dass ein Konzern wie Apple in einem kleinen Markt wie Österreich einen vergleichsweise geringen Gewinn bei nahezu hundertprozentiger Steuerquote ausweist, während in Irland Milliardenbeträge auftauchen, veranschaulicht genau jenes Spannungsfeld zwischen Sitz der Gesellschaft und Ort der tatsächlichen Steuerpflicht, das die neue Berichtspflicht sichtbar machen soll. Eine abschließende Bewertung, ob und in welchem Ausmaß dies auf aktive Gewinnverlagerung hindeutet, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht ableiten.