Die Tiroler Sicherheitslandesrätin Astrid Mair (ÖVP) hat sich um die stellvertretende Leitung der Fremdenpolizei in der Landespolizeidirektion Tirol beworben. Das bestätigte die frühere Polizeibeamtin gegenüber der „Tiroler Tageszeitung“. Sie sei die einzige Bewerberin gewesen, die Entscheidung liege derzeit in Wien. Sollte sie den Posten bekommen, will Mair vorerst dennoch Landesrätin bleiben und sich von einem Kollegen vertreten lassen – ähnlich wie schon während ihrer Zeit als Bezirkspolizeikommandantin von Kufstein.
Die Bewerbung sorgte in der Tiroler ÖVP und bei Landeshauptmann Anton Mattle für Unmut, mehrere Medien berichten von Schadensbegrenzung in der Partei. Mair galt schon zuvor als Wackelkandidatin für die Landtagswahl 2027, eine Privilegiendebatte kommt Mattle politisch ungelegen. Laut APA-Informationen könnte Mair vor einem Rücktritt stehen, eine offizielle Bestätigung der Landespartei gab es zunächst nicht.
Ob und wann eine Entscheidung über Mairs Bewerbung fällt und wie sich Mattle sowie die ÖVP-Landespartei offiziell positionieren, ist bislang nicht geklärt. Erste Hinweise auf eine mögliche Zuspitzung samt Rücktritt lassen sich anhand der vorliegenden Quellenlage derzeit nicht eigenständig bestätigen.
Was passiert ist
Die Tiroler Sicherheitslandesrätin Astrid Mair (ÖVP) hat sich um die stellvertretende Leitung der Fremdenpolizei (FGA) in der Landespolizeidirektion Tirol beworben. Das bestätigte die 44-Jährige gegenüber der „Tiroler Tageszeitung“. Sie sei die einzige Bewerberin gewesen, die Entscheidung liege derzeit in Wien. Die frühere Bezirkspolizeikommandantin von Kufstein sitzt seit 2022 in der schwarz-roten Landesregierung und wurde für ihre politische Funktion bereits von ihrem vorherigen Polizeiposten freigestellt, da für Regierungsmitglieder ein Berufsverbot im Zivilberuf gilt. Sollte sie die neue Stelle bekommen, will Mair diese vorerst nicht antreten, sondern sich – ähnlich wie schon in Kufstein – von einem Kollegen vertreten lassen und Landesrätin bleiben. Sie sei „nicht politikmüde“, betonte sie, wolle sich aber rechtzeitig um ihre spätere Rückkehr zur Polizei kümmern, da sie den Großteil ihres Berufslebens der Exekutive gewidmet habe.
Reaktionen in der ÖVP
Mairs Bewerbung und ihre öffentlichen Aussagen dazu lösten in der Tiroler ÖVP sowie bei Landesparteiobmann und Landeshauptmann Anton Mattle Unmut aus. Mehrere Medien berichten, dass in der Partei Schadensbegrenzung angesagt gewesen sei. Mair galt schon zuvor als Wackelkandidatin, eine erneute Kandidatur bei der Landtagswahl im Herbst 2027 wurde als unwahrscheinlich eingeschätzt. Eine Personal- und Privilegiendebatte ein Jahr vor der Wahl gilt als politisch heikel für Mattle. Unter Berufung auf APA-Informationen war von einem möglicherweise bevorstehenden Rücktritt Mairs die Rede, eine offizielle Bestätigung der ÖVP dafür gab es zum damaligen Zeitpunkt nicht.
Einordnung
Mair war in der Tiroler ÖVP zuletzt auch als Unterstützerin von Mattles Vorstößen aufgefallen: Im Sommer 2026 verteidigte sie dessen Vorschlag, das Pensionsantrittsalter an Arbeitsjahre statt an das Geburtsdatum zu koppeln, öffentlich als Frage der „Leistungsgerechtigkeit“, wie „Neue Nachrichten“ berichtete. Der aktuelle Fall wirft grundsätzlicher die Frage auf, wie mit dem Berufsverbot für Regierungsmitglieder umzugehen ist, wenn ihr ursprünglicher Beruf – wie bei Mair – in einem hoheitlichen Bereich wie der Polizei liegt, und wie eine Doppelrolle zwischen politischem Amt und angestrebter Führungsposition in der Verwaltung praktisch gelöst werden soll.
Was unklar bleibt
Eine offizielle Stellungnahme von Landeshauptmann Mattle oder der Tiroler ÖVP-Landespartei zu der Personalie liegt nicht vor, ebenso wenig eine Bestätigung oder ein Dementi des Rücktrittsgerüchts durch die Partei selbst. Nach Veröffentlichung der ursprünglichen Berichte fanden sich Hinweise darauf, dass sich die Lage weiterentwickelt haben könnte – etwa in Richtung eines angekündigten Rücktritts Mairs und einer möglichen Nachbesetzung in der Landesregierung. Da dazu bislang nur eine Schlagzeile, nicht aber ein vollständiger Artikeltext vorliegt, lässt sich dieser mögliche neue Stand anhand der aktuellen Quellenlage nicht eigenständig bestätigen. Offen ist außerdem, wie und wann die Landespolizeidirektion beziehungsweise die zuständige Stelle in Wien über Mairs Bewerbung entscheidet.
