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In Ceuta ist es am Samstag, den 29. August, erneut zu einem Steinwurf-Angriff auf spanische Soldaten gekommen: Vier Marokkaner wurden festgenommen, ein Soldat verletzte sich bei der Verfolgung der Angreifer. Es ist bereits der zweite derartige Vorfall binnen weniger Tage – schon am Donnerstag, den 27. August, hatten laut Behördenangaben rund 70 Migranten ein Militärfahrzeug mit Steinen beworfen, ein Soldat wurde verletzt, zwölf Marokkaner festgenommen, elf davon laut örtlichen Medien inzwischen nach Marokko abgeschoben. Am selben Donnerstag hatten Demonstrierende zudem im Migrantenlager am Strand Benítez Feuer gelegt und die sofortige Rückführung der Migranten gefordert; Details zur zuvor versuchten Blockade von Rotkreuz-Fahrzeugen und zum Rückzug der Migranten auf eine Mole stammen weiterhin nur aus einer einzelnen Quelle.

Die Gesamtzahl der bei der Juli-Krise ums Leben gekommenen Menschen bleibt umstritten: Anfang August war offiziell von 72 Toten die Rede, ein späterer Einzelbericht nannte 96, aktuelle Agenturmeldungen sprechen nun von mindestens 91 (80 spanische, elf marokkanische Seite), während marokkanische NGOs mindestens 141 Tote und Dutzende Vermisste anführen – keine dieser Zahlen ist unabhängig bestätigt. Nach Angaben der spanischen Zentralregierung halten sich noch rund 5.000 Migranten in Ceuta auf, örtliche Behörden gehen von etwa 10.000 aus. Spanien hat die EU um zusätzliche Unterstützung durch Frontex, Europol und die EU-Asylagentur gebeten; EU-Migrationskommissar Magnus Brunner erklärte, Priorität sei die rasche Rückkehr aller, die sich illegal in Ceuta aufhielten.

Offen bleiben die genaue Opferzahl der Juli-Krise, ob es zu weiteren Zusammenstößen kommt, ob die angeforderte EU-Unterstützung tatsächlich eintrifft und wie sich die Zahl der verbliebenen Migranten weiterentwickelt. Auch eine offizielle marokkanische Reaktion auf die jüngsten Festnahmen steht bislang aus.

Zweiter Steinwurf-Angriff auf Soldaten binnen weniger Tage

In Ceuta ist es am Samstag, den 29. August, erneut zu einem Steinwurf-Angriff auf spanische Soldaten gekommen. Vier Marokkaner wurden im Anschluss festgenommen, wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Ein Soldat verletzte sich bei der Verfolgung der Angreifer. Es ist bereits der zweite derartige Vorfall binnen weniger Tage.

Vorfall vom Donnerstag: Steine gegen Militärfahrzeug

Bereits am Donnerstag, den 27. August, hatten nach Behördenangaben rund 70 Migrantinnen und Migranten ein spanisches Militärfahrzeug mit Steinen beworfen. Auch dabei wurde ein Soldat verletzt, zwölf Marokkaner wurden festgenommen. Elf von ihnen sollen laut örtlichen Medienberichten inzwischen nach Marokko abgeschoben worden sein – eine unabhängige Bestätigung dafür liegt nicht vor. Die Grundzüge dieses Vorfalls decken sich mit unserer bisherigen Berichterstattung zum spanischen Hilfeersuchen an die EU, in der bereits von einem Steinwurf-Angriff auf ein Militärfahrzeug mit zwölf Festnahmen die Rede war.

Feuer im Migrantenlager und Blockade von Hilfslieferungen

Am selben Donnerstag hatten Demonstrantinnen und Demonstranten im Lager von Migrantinnen und Migranten am Strand Benítez ein Feuer gelegt und die sofortige Rückführung der Menschen nach Marokko gefordert. Laut ORF-Bericht hatten dieselben Demonstrierenden zuvor bereits versucht, Fahrzeuge des Roten Kreuzes mit Lebensmitteln und Wasser an der Zufahrt zum Lager zu hindern; diese Angabe liegt bislang nur in einer Quelle vor. Einsatzkräfte der Polizei trennten die Demonstrierenden von den Migrantinnen und Migranten, die sich laut ORF auf eine Mole zurückzogen – auch dieses Detail ist bislang nur durch einen einzelnen Bericht belegt. Wie viele Personen an der Brandlegung beteiligt waren und ob es Verletzte oder nennenswerten Sachschaden gab, lässt sich anhand der vorliegenden Quellen weiterhin nicht beurteilen.

Vorgeschichte

Ende Juli waren in kurzer Zeit große Zahlen Menschen von Marokko aus nach Ceuta gelangt, die meisten davon schwimmend; nach aktuellen Agenturangaben waren es mehr als 72.000 Menschen am 30. und 31. Juli, überwiegend Marokkaner. Die meisten kehrten kurz darauf zurück oder wurden zurückgebracht, ein Teil der Ankömmlinge harrt seither weiter am Strand Benítez aus. Parallel dauert ein Streit zwischen Spanien und Italien um wechselseitige Grenzkontrollen an. Die Ereignisse der vergangenen Tage – Brandlegung, wiederholte Steinwürfe auf Sicherheitskräfte – markieren eine Zuspitzung der seit Wochen angespannten Lage vor Ort.

Zahl der Toten: weiterhin widersprüchliche Angaben

Die Gesamtzahl der bei der Juli-Krise ums Leben gekommenen Menschen wird seit Wochen unterschiedlich beziffert. Anfang August hatte die Regierungsdelegierte für Ceuta eine Zahl von 72 Toten genannt, ein späterer ORF-Bericht sprach von mindestens 96. Aktuelle, auf die Nachrichtenagentur AFP zurückgehende Meldungen nennen nun mindestens 91 Tote nach offiziellen Angaben – 80 auf spanischer, elf auf marokkanischer Seite. Marokkanische Nichtregierungsorganisationen sprechen dagegen von mindestens 141 Toten und Dutzenden Vermissten. Keine dieser Zahlen ist durch eine direkt zugängliche, dokumentierte Erklärung einer spanischen oder marokkanischen Behörde belegt; ob es sich um unterschiedliche Zählzeiträume, unterschiedliche Methoden oder tatsächliche Korrekturen handelt, bleibt unklar.

Verbliebene Migranten und EU-Positionierung

Nach Angaben der spanischen Zentralregierung halten sich noch etwa 5.000 Migrantinnen und Migranten in Ceuta auf, die örtlichen Behörden gehen von rund 10.000 aus. Spanien hat die EU – wie bereits berichtet – um zusätzliche Unterstützung durch Frontex, Europol und die EU-Asylagentur gebeten, um die Verfahren der verbliebenen Menschen zu beschleunigen. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner erklärte am Samstag, die Priorität liege auf der raschen Rückkehr aller Menschen, die sich illegal in Ceuta aufhielten.

Offene Fragen

Unklar bleibt weiterhin, welche der kursierenden Opferzahlen (72, 91, 96 oder 141+) einer offiziellen, unabhängig überprüfbaren Zählung entspricht. Offen ist zudem, ob es zu weiteren Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften, Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Migrantinnen und Migranten kommt, ob die von Spanien angeforderten Frontex-, Europol- und EUAA-Kräfte tatsächlich entsandt werden, und wie sich die Zahl der in Ceuta verbliebenen Migranten weiter entwickelt. Auch eine offizielle marokkanische Reaktion auf die jüngsten Festnahmen und die berichteten Abschiebungen steht bislang aus.