Einen Monat nach dem Massenandrang von Ende Juli hat Spanien die EU offiziell um zusätzliche Unterstützung in Ceuta gebeten. Innenminister Fernando Grande-Marlaska richtete das Ersuchen am 28. August an EU-Generaldirektorin Beate Gminder, die ihre Hilfe laut Berichten bereits am 21. August angeboten hatte. Laut der Mitteilung der spanischen Regierung geht es dabei nicht nur um Frontex, sondern auch um Europol und die EU-Asylagentur: Alle drei sollen die Registrierung („Triage“) und Fallbearbeitung der weiterhin irregulär in Ceuta befindlichen Migranten verstärken helfen, konkret wurden zehn zusätzliche Frontex-Beamte angefordert. Ein Bericht nennt zudem eine gewünschte Verlängerung der Grenzoperation „Minerva“ bis 2. September, was bislang nur von dieser einen Quelle gestützt wird.
Laut Behördenangaben halten sich derzeit noch zwischen 5.000 und 8.000 Menschen in Ceuta auf – deutlich weniger als die mindestens 72.000 Ankömmlinge Ende Juli, wie im bisherigen Bericht zur Ceuta-Krise dargestellt. Parallel dazu spitzt sich die Lage vor Ort zu: Anwohnerinnen und Anwohner protestierten für den Abzug der Migranten, setzten Zelte am Strand in Brand und blockierten zeitweise Fahrzeuge des Roten Kreuzes. Nach einem Steinwurf-Angriff auf ein Militärfahrzeug wurden zwölf Migranten festgenommen, ein Soldat und vier Migranten wurden verletzt; elf der Festgenommenen seien laut einem von ORF zitierten „El País“-Bericht aus Ceuta ausgewiesen worden.
Damit beantwortet sich eine bisher offene Frage teilweise: Für Ceuta liegt nun eine grobe Zahl der verbliebenen Migranten vor, für Melilla bleibt sie weiter unklar. Zugleich zeigt sich, dass die Lage vor Ort keineswegs stabil ist. Offen bleibt vor allem, ob und wann Frontex, Europol und die EU-Asylagentur dem spanischen Ersuchen tatsächlich nachkommen.
Offizielles Hilfeersuchen an Frontex, Europol und EU-Asylagentur
Einen Monat nach dem Massenandrang von Ende Juli hat Spanien die Europäische Union offiziell um zusätzliche Unterstützung in Ceuta gebeten. Innenminister Fernando Grande-Marlaska richtete das Ersuchen am 28. August an Beate Gminder, Generaldirektorin für Migration und Inneres bei der EU-Kommission. Laut spanischer Regierungsmitteilung reagierte Madrid damit auf ein Angebot Gminders vom 21. August.
Konkret geht es laut der Mitteilung der spanischen Regierung nicht nur um Frontex, sondern auch um Europol und die EU-Asylagentur (EUAA): Alle drei sollen das Verfahren zur Registrierung („Triage“) und zur Bearbeitung der Fälle jener Migranten verstärken, die sich weiterhin irregulär in Ceuta aufhalten. Namentlich fordert Spanien zehn zusätzliche Frontex-Beamte an, um die noch ausstehende Erfassung von Migranten zu beschleunigen. Ein Medienbericht nennt zudem eine von Spanien gewünschte Verlängerung der gemeinsamen Grenzoperation „Minerva“ bis 2. September – dieses Detail ist bislang nicht in den übrigen ausgewerteten Meldungen aufgetaucht und daher als weniger gesichert einzustufen.
Vorgeschichte in Kürze
Wie im bisherigen Bericht zur Ceuta-Krise dargestellt, waren Ende Juli mindestens 72.000 Menschen innerhalb kurzer Zeit über die Grenze zu Marokko nach Ceuta gelangt, dabei kamen nach spanischen und marokkanischen Angaben mindestens 96 Menschen ums Leben. In der Folge kam es auch zum offenen Streit zwischen Spanien und Italien um wechselseitige Grenzkontrollen. Die aktuelle Wendung – das förmliche EU-Hilfeersuchen – betrifft die Nachwirkungen dieses Ansturms auf spanischer Seite.
Wachsende Spannungen vor Ort
Parallel zum Hilfeersuchen berichten ORF und Euronews von zunehmenden Spannungen in der Enklave. Anwohnerinnen und Anwohner protestierten für den Abzug der verbliebenen Migranten; dabei sollen laut Berichten auch Fahrzeuge des Roten Kreuzes bei der Essensverteilung zeitweise blockiert worden sein, und am Strand wurden Zelte von Migranten in Brand gesteckt. Zudem wurden nach einem Steinwurf-Angriff auf ein Militärfahrzeug zwölf Migranten festgenommen, ein Soldat und vier Migranten wurden dabei verletzt. Elf der Festgenommenen seien laut einem Bericht der Zeitung „El País“, auf den sich ORF beruft, aus Ceuta ausgewiesen worden – eine unabhängige Bestätigung dieser Zahl liegt nicht vor.
Was das für offene Fragen bedeutet
Die aktuelle Wendung beantwortet eine im bisherigen Bericht offene Frage teilweise: Wie viele der Ende Juli angekommenen Migranten sich noch in der Region aufhalten, war bislang unklar. Für Ceuta liegt nun eine Behördenangabe vor – zwischen 5.000 und 8.000 Menschen –, für Melilla bleibt die Zahl weiterhin offen. Zugleich zeigt sich, dass die Lage vor Ort entgegen einer möglichen Beruhigung nicht stabil ist: Statt eines geordneten Abschlusses des Krisenmanagements berichten die Quellen von neuen gewalttätigen Zwischenfällen zwischen Anwohnern, Migranten und Sicherheitskräften.