Nach der Insolvenz der „Crazy Cheese“-Unternehmensgruppe versteigert das Auktionshaus Aurena rund 660 Positionen aus dem ehemaligen Firmensitz in Hart bei Graz. Erste Zuschläge erfolgen ab 24. August 2026 um 11.00 Uhr, eine Besichtigung ist am 20. August von 9.00 bis 12.00 Uhr möglich. Zur Versteigerung stehen Käselaibe, Käsezubehör, professionelle Gastro-Technik, der komplette Ladenbau sowie Kuriositäten wie Champagnergläser, Kaviardosen und eine Discokugel.
Die „Crazy Cheese Manufacture Holding GmbH“ und ihre Tochter hatten im Juli 2026 beim Landesgericht Graz selbst Konkurs angemeldet. Laut Konkursantrag summieren sich Aktiva auf rund 32.000 Euro, Passiva auf rund 358.000 Euro, bei gut 30 Gläubigern. Als Ursache nennt der Antrag COVID-bedingte Betriebsschließungen nach der Eröffnung von sieben neuen Standorten 2020 sowie zuletzt einen Umsatzrückgang wegen sinkender Kaufkraft.
Offen bleibt, welche Preise die Objekte bei den ersten Zuschlägen tatsächlich erzielen und in welchem Umfang die Gläubiger aus dem Erlös bedient werden können. Die genannten Beträge für Käselaibe sind bislang nur Rufpreise, eine unabhängige Einsicht in Gerichtsunterlagen erfolgte nicht.
Was passiert ist
Die Ausstattung und Restware der insolventen „Crazy Cheese“-Unternehmensgruppe kommt unter den Hammer. Das Auktionshaus Aurena versteigert rund 660 Positionen aus dem ehemaligen Firmensitz in Hart bei Graz, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Erste Zuschläge sind ab 24. August 2026 um 11.00 Uhr vorgesehen, eine Besichtigung der Objekte in der früheren Firmenzentrale ist am 20. August 2026 von 9.00 bis 12.00 Uhr möglich. Geboten werden kann den Berichten zufolge bereits jetzt.
Zur Versteigerung stehen neben Deko- und originalen Käselaiben auch Zubehör wie Käseglocken, Schneidbretter und Käsereiben sowie professionelle Gastro-Technik – etwa Aufschnitt- und Vakuumiermaschinen, Waagen und Büro- beziehungsweise IT-Ausstattung. Auch der komplette Ladenbau mit Bar, Stehtischen und Barhockern ist dabei, dazu Kuriositäten wie Champagnergläser, Kaviardosen, ein Luster, ein handgemachter Champagnersäbel und eine Discokugel.
Vorgeschichte: Die Pleite von „Crazy Cheese“
Die Versteigerung folgt auf die Insolvenz der Unternehmensgruppe rund um Roland Ludomirska, der in Medien wiederholt als „Käse-Millionär“ bezeichnet wurde. Im Juli 2026 hatten die „Crazy Cheese Manufacture Holding GmbH“ und ihre hundertprozentige Tochter MRL Crazy Cheese Manufacture W GmbH beim Landesgericht Graz selbst das Konkursverfahren beantragt. Sämtliche Standorte des Unternehmens, das sich selbst als „wohl exklusivsten Käse-Store der Welt“ bezeichnete, sind bereits geschlossen.
Laut Konkursantrag summieren sich die Aktiva von Holding und Tochter auf rund 32.000 Euro, die Passiva auf rund 358.000 Euro; insgesamt gibt es gut 30 Gläubiger. Als wesentliche Ursache nennt der Antrag wirtschaftliche Folgen der COVID-19-Pandemie: 2020 sei die Entscheidung gefallen, sieben neue Standorte zu eröffnen – die folgenden Lockdowns seien damals noch nicht absehbar gewesen. Die damit verbundenen Betriebsschließungen und Umsatzeinbußen hätten das Unternehmen belastet, zuletzt sei laut Antrag ein weiterer Umsatzrückgang wegen sinkender Kaufkraft hinzugekommen. Trotz Einsparungen und Zahlungsaufschüben seien die Sanierungsbemühungen daran gescheitert.
Was die Quellen zeigen
Zur Auktion selbst liegt eine breite, inhaltlich übereinstimmende Berichterstattung vor: Neben Die Presse, Kleine Zeitung, Kurier und Der Standard berichtete auch der ORF Steiermark über die Versteigerung, jeweils mit denselben Eckdaten zu Terminen und Positionszahl. Die Finanzangaben zum Konkursverfahren stammen aus einer APA-Meldung, die sich auf den Konkursantrag und Angaben des Kreditschutzverbands (KSV) beruft. Eine eigene Einsicht in Gerichtsunterlagen oder die Aussendung des Auktionshauses erfolgte nicht, weshalb die Angaben als Medienberichterstattung – wenn auch mehrfach unabhängig bestätigt – eingeordnet werden.
Was unklar bleibt
Offen ist, welche Preise die rund 660 Positionen bei den ersten Zuschlägen am 24. August tatsächlich erzielen – die genannten Beträge für Käselaibe und andere Objekte sind bislang nur Rufpreise. Unklar ist zudem, wie viele der Positionen überhaupt Käufer finden und in welchem Umfang die rund 30 Gläubiger aus dem Verkaufserlös bedient werden können. Auch zur weiteren beruflichen Zukunft von Roland Ludomirska nach der Abwicklung der Insolvenz liegen keine belastbaren Angaben vor.
Einordnung
Die Versteigerung des Inventars insolventer Unternehmen über spezialisierte Auktionshäuser wie Aurena ist in Österreich ein gängiger Teil der Insolvenzabwicklung. Der besondere mediale Widerhall im Fall „Crazy Cheese“ dürfte weniger an der wirtschaftlichen Größenordnung liegen – die Passiva bewegen sich im niedrigen sechsstelligen Bereich – als am öffentlichen Auftreten des Unternehmens und seines Gründers, der sich selbst als Betreiber des „exklusivsten Käse-Stores der Welt“ inszenierte. Käselaibe und Champagnersäbel unter dem Hammer stehen damit exemplarisch für das Ende eines Geschäftsmodells, das laut Konkursantrag vor allem an den wirtschaftlichen Nachwirkungen der Pandemie und zuletzt an sinkender Kaufkraft der Kundschaft scheiterte.
