Die Stadt Wien ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Laut dem städtischen IT-Chef Klemens Himpele erhielt das Rathaus am 9. September 2026 über das Computer Emergency Response Team (CERT) den ersten Hinweis, nachdem Zugang zu einer Systemschwachstelle zuvor in einem Onlineforum angeboten worden sein soll. Die Lücke wurde gemeinsam mit der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst identifiziert und geschlossen.
Unbekannte verschafften sich Zugriff auf eine interne Dokumentationsplattform und kopierten rund 26.000 Dokumente mit etwa neun Gigabyte Volumen. Betroffen sind Daten von rund 6.000 Personen – Magistratsbeschäftigte, Bürgerinnen und Bürger sowie Auftragnehmer der Stadt –, größtenteils Namen und E-Mail-Adressen, in Einzelfällen möglicherweise auch Krankenstandstage oder IBAN-Nummern. Als Angriffsweg vermutet die Stadt eine spezielle Scan-Software, Phishing schließt sie aus.
Nach derzeitigem Wissensstand wurden die Daten nicht veröffentlicht, eine Erpressung gab es nicht. Der Vorfall wurde der Datenschutzbehörde gemeldet, Betroffene werden informiert. Wer hinter dem Angriff steckt und wie die Datenschutzbehörde den Fall bewertet, ist offen.
Was passiert ist
Die Stadt Wien ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Laut Angaben des städtischen Chief Information Officer (CIO) Klemens Himpele erhielt das Rathaus die erste Information über den Vorfall am 9. September 2026 über das österreichische Computer Emergency Response Team (CERT). Zuvor soll auf einem Onlineforum der Zugang zu einer Schwachstelle im städtischen System zum Kauf angeboten worden sein. Die Lücke wurde in der Folge in Zusammenarbeit mit der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) identifiziert und geschlossen.
Eine Analyse ergab, dass sich der oder die Täter Einblick in eine interne Dokumentationsplattform der Stadt verschafft haben, auf der unter anderem Informationen zu Schulungen und Projektdokumentationen gespeichert waren. Diese Inhalte wurden kopiert.
Was die Quellen zeigen
Insgesamt wurden rund 26.000 Dokumente mit einem Volumen von etwa neun Gigabyte vervielfältigt. Darin enthalten waren Daten von fast 6.000 Personen: rund 2.000 Magistratsbeschäftigte, etwa 2.900 Bürgerinnen und Bürger sowie mehr als 800 Auftragnehmerinnen und Auftragnehmer der Stadt. Großteils handelte es sich um Namen und E-Mail-Adressen, in einigen Fällen dürften nach Angaben der Stadt auch sensiblere Daten wie Krankenstandstage oder IBAN-Nummern betroffen sein.
Als möglichen Angriffsweg vermutet die Stadt den Einsatz einer spezialisierten Scan-Software, die gezielt nach solchen Sicherheitslücken für einen sogenannten Data Breach sucht. Ein Phishing-Angriff werde derzeit ausgeschlossen. Nach Darstellung Himpeles habe es zu keinem Zeitpunkt einen direkten Zugriff auf die städtische IT oder die Kontrolle über Systeme und Benutzerkonten gegeben. Der Vorfall wurde bei der Datenschutzbehörde gemeldet, die betroffenen Personen werden informiert. „Wir können uns nur entschuldigen“, wird Himpele zitiert. Nach derzeitigem Wissensstand der Stadt sind die entwendeten Informationen nicht veröffentlicht worden, eine Erpressung habe es nicht gegeben.
Was unklar bleibt
Offen ist bislang, wer hinter dem Angriff steckt und wie die Täter tatsächlich vorgegangen sind – die Vermutung einer speziellen Scan-Software stammt von der Stadt selbst und ist nicht unabhängig verifiziert. Auch in welchem Umfang tatsächlich besonders sensible Daten wie Krankenstandstage oder IBAN-Nummern kopiert wurden, ist noch nicht abschließend beziffert. Wie die Datenschutzbehörde den Vorfall bewertet und ob daraus Konsequenzen für die Stadt folgen, ist derzeit ebenfalls unbekannt. Auch technische Details zur konkret identifizierten Schwachstelle liegen bislang nicht öffentlich vor.
Einordnung
Der Fall reiht sich in eine Serie von Cyberangriffen auf öffentliche Institutionen ein, betrifft mit der Wiener Stadtverwaltung aber eine besonders große und sensible Verwaltungseinheit. Die Stadt betont, Datensicherheit habe hohen Stellenwert und es gebe entsprechende Vorkehrungen – wie sich im vorliegenden Fall zeigt, konnte eine Sicherheitslücke dennoch ausgenutzt werden, bevor sie über einen externen Hinweis bekannt wurde. Eine Einordnung im Vergleich zu anderen Vorfällen dieser Art in Österreich ist auf Basis der vorliegenden Quellen nicht möglich.
