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Im ersten Halbjahr 2026 erhielten in Österreich 13.700 Menschen die Staatsbürgerschaft, rund 2.035 bzw. 17 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das geht aus einer Erhebung von Statistik Austria hervor, über die mehrere Medien übereinstimmend berichten. 3.950 der Eingebürgerten lebten im Ausland, die übrigen 9.750 in Österreich.

Den stärksten Zuwachs gab es bei Einbürgerungen von Ehepartnern und Kindern (+55 Prozent). Mehr als die Hälfte der in Österreich lebenden Neo-Österreicherinnen und -Österreicher stammte aus Syrien, der Türkei, Afghanistan, dem Iran oder Bosnien und Herzegowina. Laut Statistik Austria erfolgten die meisten Einbürgerungen wegen langjährigen Wohnsitzes, Deutschkenntnissen und Integration.

Die Zahlen werden politisch gegensätzlich gedeutet: Die FPÖ spricht von einer „alarmierenden Bilanz“, die NGO SOS Mitmensch verweist dagegen auf eine weiterhin niedrige Einbürgerungsrate im EU-Vergleich. Eine angekündigte Reform des Staatsbürgerschaftsrechts ist laut Berichten bislang nicht umgesetzt; eine Reaktion der Regierungskoalition dazu liegt nicht vor.

Was passiert ist

In Österreich wurde im ersten Halbjahr 2026 an 13.700 Menschen die Staatsbürgerschaft verliehen. Das geht aus einer Erhebung von Statistik Austria hervor, über die mehrere Medien – darunter ORF, Der Standard, Die Presse, Kurier und Kleine Zeitung – übereinstimmend berichten. Von den 13.700 Personen lebten 3.950 im Ausland, die übrigen 9.750 in Österreich. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 entspricht das einem Plus von 2.035 Einbürgerungen bzw. rund 17 Prozent.

Wer eingebürgert wurde

Den größten relativen Zuwachs gab es bei Einbürgerungen von Ehepartnerinnen, Ehepartnern und Kindern, die um 55 Prozent zunahmen. Unter den 9.750 in Österreich lebenden Neo-Österreicherinnen und -Österreichern stammte mehr als die Hälfte aus einem von fünf Ländern: Syrien, der Türkei, Afghanistan, dem Iran sowie Bosnien und Herzegowina. Fast die Hälfte der Eingebürgerten waren Frauen, rund ein Drittel war unter 18 Jahre alt, und mehr als ein Fünftel wurde bereits in Österreich geboren. Laut Manuela Lenk, fachstatistischer Generaldirektorin von Statistik Austria, erfolgten die meisten Einbürgerungen aufgrund langjährigen Wohnsitzes in Österreich, nachgewiesener Deutschkenntnisse und nachhaltiger Integration.

Politische Reaktionen

FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz nannte die Zahlen eine „alarmierende Bilanz des politischen Versagens“ und stellte sie in Zusammenhang mit der Migrationspolitik des Jahres 2015 – eine parteipolitische Einordnung, keine amtliche Bewertung. Die NGO SOS Mitmensch widersprach dieser Lesart: Trotz des Anstiegs gebe es keine grundsätzliche Trendumkehr, die österreichische Einbürgerungsrate liege mit rund einem Prozent weiterhin deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 2,6 Prozent – diese Vergleichszahl stammt von der NGO selbst und wurde nicht unabhängig gegengeprüft. Laut Berichten von Die Presse und Kleine Zeitung wurden von der Regierungskoalition angekündigte Anpassungen und Verschärfungen im Staatsbürgerschaftsrecht bislang nicht umgesetzt; eine Stellungnahme der Koalition dazu liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor.

Was unklar bleibt

Offen ist, wie die Bundesregierung auf die Zahlen und auf den ausständigen Reformprozess reagiert. Auch eine Aufschlüsselung nach Bundesländern sowie unabhängige arbeitsmarkt- oder integrationspolitische Einschätzungen liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor. Der amtliche Bericht von Statistik Austria selbst wurde für diesen Artikel nicht direkt eingesehen, sondern nur über die übereinstimmende Medienberichterstattung erschlossen.