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Der Gründer des insolventen chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande, Xu Jiayin, ist vom Mittleren Volksgericht in Shenzhen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht verkündete das Urteil am Donnerstag über den Onlinedienst WeChat, entzog Xu lebenslang alle politischen Rechte und ordnete die Beschlagnahmung seines gesamten persönlichen Vermögens an. Evergrande und seine Immobiliensparte wurden zudem zu Geldstrafen von umgerechnet rund zwei Milliarden Euro verurteilt.

Laut übereinstimmenden Berichten wurde Xu wegen mehrerer Wirtschaftsdelikte schuldig gesprochen, darunter Betrug bei der Kapitalbeschaffung, betrügerische Wertpapierausgabe, Untreue und Bestechung. Zwischen 2016 und 2021 sollen er und seine Unternehmen systematisch Finanzdaten gefälscht und Verbindlichkeiten verschleiert haben; im April 2026 hatte sich Xu bereits schuldig bekannt.

Evergrande war einst Chinas größter Immobilienkonzern und meldete 2021 Insolvenz an – sein Absturz gilt als Symbol der Immobilienkrise des Landes. Offen bleibt, ob Xu Rechtsmittel einlegt und wie sich das Urteil auf die laufende internationale Restrukturierung auswirkt.

Was passiert ist

Der Gründer des insolventen chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande, Xu Jiayin – auch unter dem kantonesischen Namen Hui Ka Yan bekannt –, ist vom Mittleren Volksgericht der südchinesischen Stadt Shenzhen zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht verkündete das Urteil am Donnerstag über den Onlinedienst WeChat. Xu wurden zudem lebenslang alle politischen Rechte entzogen, sein gesamtes persönliches Vermögen wird eingezogen. Auch der Konzern selbst blieb nicht verschont: Evergrande und seine Immobiliensparte Evergrande Real Estate wurden zu Geldstrafen in Höhe von zusammen umgerechnet rund zwei Milliarden Euro verurteilt.

Die Vorwürfe und das Verfahren

Xu wurde wegen mehrerer Wirtschaftsdelikte schuldig gesprochen, darunter Betrug bei der Kapitalbeschaffung, die betrügerische Ausgabe von Wertpapieren, Untreue und Bestechung. Dem Urteil zufolge sollen Xu und die von ihm geführten Unternehmen zwischen 2016 und 2021 systematisch Finanzdaten gefälscht, Vermögenswerte aufgebläht und Verbindlichkeiten verschleiert haben. Xu hatte sich bereits im April 2026 im Prozess schuldig bekannt und nach Gerichtsangaben Reue gezeigt.

Kontext: Evergrandes Niedergang

Evergrande war einst der größte Immobilien- und Baukonzern der Volksrepublik China und wuchs im Zuge jahrzehntelanger rasanter Urbanisierung und steigender Lebensstandards zu einem der höchstverschuldeten Unternehmen der Welt. 2021 meldete der Konzern Insolvenz an, nachdem er unter der Last seiner Kredite kollabiert war. Der Fall gilt seither als Symbol für die tiefe Krise des chinesischen Immobiliensektors, die weite Teile der chinesischen Wirtschaft belastet.

Was unklar bleibt

Offen bleibt, ob und mit welchen Rechtsmitteln Xu gegen das Urteil vorgehen kann und wird. Ebenfalls unklar ist, wie sich die Verurteilung auf die noch laufende internationale Restrukturierung und Insolvenzabwicklung von Evergrande auswirkt, an der zahlreiche ausländische Gläubiger beteiligt sind. Die Hongkonger Nachrichtenseite Hong Kong Free Press berichtete zudem, dass fünf weitere frühere Führungskräfte des Konzerns zu Haftstrafen zwischen sechs und 18 Jahren verurteilt worden seien – diese Angabe liegt bislang nur aus dieser einen Quelle vor und ist nicht unabhängig bestätigt. Der vollständige Wortlaut des Urteils war zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht öffentlich einsehbar.

Einordnung

Das Urteil markiert einen vorläufigen Schlusspunkt der juristischen Aufarbeitung des größten Immobilienniedergangs in der jüngeren chinesischen Wirtschaftsgeschichte. Dass die chinesische Justiz mit einer lebenslangen Haftstrafe und Milliardenstrafen ein derart hartes Signal setzt, dürfte auch als Botschaft an andere hochverschuldete Konzerne und deren Management verstanden werden. Am grundsätzlichen Restrukturierungsproblem von Evergrande dürfte sich dadurch zunächst wenig ändern.