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Österreichs Fernwärmewirtschaft plant, bis 2035 insgesamt 193,2 Millionen Euro in den Ausbau von Fernkälte zu investieren und dabei rund 200 zusätzliche Megawatt Leistung zu schaffen. Das teilte die stellvertretende Geschäftsführerin des Fachverbands Gas Wärme, Katalin Griessmair-Farkas, mit Verweis auf die steigende Nachfrage infolge der Hitzerekorde der vergangenen Jahre mit. Ende 2025 umfasste das heimische Fernkältenetz mehr als 45 Kilometer, die installierte Leistung stieg zuletzt von 186 auf 211 Megawatt.

Konkrete Projekte laufen bereits: In Wien werden unter anderem Austria Campus, AKH und Hauptbahnhof mit Fernkälte versorgt, Wien Energie nahm im Juni 2026 eine neue Kältezentrale im Donaufeld in Betrieb. Die Linz AG investiert 95 Millionen Euro in ihr Projekt „Klimatunnel“, auch Graz und St. Pölten kühlen Krankenhäuser und Wohngebäude über Fernkälte. Neu dabei ist Bregenz, das 2025 startete.

Offen bleibt, wie sich die Investitionssumme auf einzelne Vorhaben und Jahre verteilt, warum der Ausbau in den übrigen Bundesländern noch aussteht und wer die Kosten letztlich trägt. Die von der Branche genannte CO2-Einsparung von rund 50 Prozent gegenüber Klimaanlagen ist eine Eigenangabe und unabhängig nicht überprüft.

Was passiert ist

Österreichs Fernwärmewirtschaft will die Kühlung von Gebäuden über unterirdische Rohrleitungsnetze in den kommenden Jahren deutlich ausbauen. Bis 2035 sollen laut Fachverband Gas Wärme in Summe 193,2 Millionen Euro in Fernkälte fließen, um rund 200 zusätzliche Megawatt Leistung zu schaffen. Katalin Griessmair-Farkas, stellvertretende Geschäftsführerin des Fachverbands, begründete den Schritt mit den Hitzerekorden der vergangenen Jahre, die die Nachfrage im gesamten Bundesgebiet ansteigen ließen. Fernkälte funktioniert nach demselben Prinzip wie Fernwärme: In einer zentralen Anlage wird Kälte erzeugt, kaltes Wasser wird anschließend über ein unterirdisches Leitungsnetz in Gebäude transportiert und kühlt diese herunter.

Die Zahlen im Detail

Ende 2025 umfasste das heimische Fernkältenetz mehr als 45 Kilometer, die installierte Leistung stieg zuletzt von 186 auf 211 Megawatt. Als Vorteil gegenüber klassischen Klimaanlagen nennt die Branchenvertretung, dass bei Fernkälte keine Abwärme direkt an die Umgebung abgegeben wird, die diese zusätzlich aufheizen würde. Gegenüber konventionellen Klimageräten könnten dadurch rund 50 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden – eine Einschätzung, die von der Branche selbst stammt und in den vorliegenden Quellen nicht unabhängig überprüft wird.

Projekte in den Bundesländern

Konkrete Vorhaben laufen bereits an mehreren Standorten. In Wien werden unter anderem der Austria Campus, das Naturhistorische Museum, das Musiktheater Ronacher, das Rathaus, das AKH und der Hauptbahnhof mit Fernkälte versorgt; Wien Energie nahm im Juni 2026 zusätzlich eine neue Kältezentrale im Donaufeld in Betrieb. Die Linz AG investiert 95 Millionen Euro in ihr Fernkälteprojekt „Klimatunnel“, mit dem größere Gebäude gekühlt werden sollen. Auch in Graz und St. Pölten werden Krankenhäuser, Wohngebäude und Fachhochschulen an Fernkälte angeschlossen. Neu in diesem Kreis ist Bregenz, das 2025 mit der Versorgung von Gebäuden startete. In den übrigen Bundesländern lässt der Ausbau laut den vorliegenden Berichten noch auf sich warten.

Was unklar bleibt

Offen bleibt, wie sich die Summe von 193,2 Millionen Euro auf einzelne Projekte und Jahre verteilt und nach welchem konkreten Zeitplan die zusätzlichen 200 Megawatt bis 2035 entstehen sollen. Auch die Frage, warum der Ausbau außerhalb von Wien, Linz, Graz, St. Pölten und Bregenz bislang kaum vorankommt, wird in den Quellen nicht beantwortet. Wer die Investitionskosten letztlich trägt – etwa über Tarife, Förderungen oder Unternehmensbudgets – bleibt ebenfalls offen. Die genannte CO2-Einsparung von 50 Prozent ist eine Angabe der Branchenvertretung selbst und keine unabhängig geprüfte Zahl.

Einordnung

Der angekündigte Ausbau fällt in eine Zeit, in der steigende Sommertemperaturen den Kühlbedarf von Gebäuden in Österreich zunehmend zum Thema machen. Dass ausschließlich Branchenvertretung und Energieversorger die Zahlen liefern, während unabhängige Einschätzungen zu Kosten, Förderbedarf oder Netzbelastung fehlen, ist bei der Bewertung der Ankündigung mitzudenken. Die Investitionspläne selbst gelten als gut belegt, ihre konkrete Umsetzung bis 2035 lässt sich anhand der vorliegenden Quellen jedoch noch nicht nachvollziehen.