Im Gazastreifen ist am 13. August 2026 bei einem israelischen Luftangriff der von der Hamas-Verwaltung eingesetzte Polizeichef Jamal Mahmoud Abu Kamil getötet worden. Nach Angaben des Hamas-Innenministeriums traf der Angriff sein Fahrzeug südwestlich von Gaza-Stadt. Das israelische Militär bestätigte den gezielten Angriff und bezeichnete Abu Kamil als Hamas-Kommandeur, der am Angriff vom 7. Oktober 2023 beteiligt gewesen sei und weiter Anschläge gegen israelische Soldaten geplant habe.
Bei einem zweiten Angriff nahe Khan Younis starb laut Hamas-Zivilschutz ein weiterer Mensch; Israel sprach von einer Zelle, die einen Angriff auf seine Truppen vorbereitet habe. Nach Angaben des palästinensischen Roten Halbmonds wurden zudem mehrere Menschen verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Die genaue Rolle der Getöteten – ziviler Polizeichef oder aktiver Kommandeur – lässt sich unabhängig nicht klären.
Die Angriffe folgten Berichten zufolge auf eine rund einwöchige Pause israelischer Angriffe, während parallel über die Entwaffnung der Hamas und einen schrittweisen israelischen Truppenabzug verhandelt wird – Themen, die seit der Waffenruhe vom Oktober 2025 ungelöst sind.
Was passiert ist
Im Gazastreifen ist am Donnerstag, dem 13. August 2026, bei einem israelischen Luftangriff der von der Hamas-Verwaltung eingesetzte Polizeichef Jamal Mahmoud Abu Kamil getötet worden. Nach Angaben des Hamas-Innenministeriums traf der Angriff sein Fahrzeug auf einer Straße südwestlich von Gaza-Stadt. Das israelische Militär bestätigte den Angriff als gezielte Aktion und erklärte, Abu Kamil sei ein Kommandeur der Hamas gewesen, der am Angriff vom 7. Oktober 2023 beteiligt gewesen sei und in den vergangenen drei Jahren weiter Anschläge gegen israelische Soldaten geplant habe. Bei einem zweiten Angriff nahe Khan Younis kam nach Angaben des Hamas-Zivilschutzes ein weiterer Mensch ums Leben; die israelische Armee sprach dort von einer Zelle, die kurz vor der Durchführung einer Operation gegen israelische Truppen gestanden habe.
Was die Quellen zeigen
Die österreichischen Medien DER STANDARD und Kleine Zeitung geben zu dem Vorfall einen praktisch wortgleichen Text wieder, der auf Angaben des Hamas-Innenministeriums und des Hamas-Zivilschutzes beruht – beide zählen damit inhaltlich als eine Quelle. ORF griff das Thema unter dem Titel eines gezielten israelischen Angriffs auf einen Hamas-Kommandeur eigenständig auf. Internationale Medien wie The Times of Israel, The Jerusalem Post und Haaretz berichteten unabhängig voneinander über die Stellungnahme des israelischen Militärs, wonach der Angriff gezielt Abu Kamil galt. Nach Angaben des palästinensischen Roten Halbmonds, wiedergegeben von der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua, wurden bei dem Angriff auf das Fahrzeug zudem mehrere weitere Personen verletzt und in ein Krankenhaus in Gaza-Stadt gebracht. Damit bestätigen beide Konfliktparteien den Kernvorgang – den tödlichen Angriff auf dieselbe Person –, während ihre Einordnung der Rolle des Getöteten als ziviler Polizeichef beziehungsweise als aktiver Kommandeur auseinandergeht.
Was unklar bleibt
Unabhängig überprüfen lässt sich vor allem die tatsächliche Funktion Abu Kamils nicht: Die Hamas-Verwaltung präsentiert ihn als Chef der zivilen Polizei, Israel als Kommandeur mit Kampfvergangenheit seit dem 7. Oktober 2023. Auch zum zweiten Angriff bei Khan Younis liegen keine näheren, unabhängig bestätigten Angaben zu Ort, Ablauf oder der genauen Zahl der Betroffenen vor. Offen ist zudem, ob die beiden Angriffe – nach einer laut internationalen Medien rund einwöchigen Pause israelischer Angriffe – eine Zäsur in den parallel laufenden Verhandlungen über eine Entwaffnung der Hamas und einen schrittweisen israelischen Truppenabzug markieren oder ein isolierter Vorfall bleiben.
Einordnung
Der Vorfall reiht sich in eine Serie israelischer Angriffe im Gazastreifen ein, die trotz der seit Oktober 2025 formell geltenden Waffenruhe und eines im Sommer 2026 von den USA vorgelegten Stufenplans immer wieder aufflammen, wie „Neue Nachrichten“ bereits im Zusammenhang mit früheren Angriffswellen im Juli und Anfang August 2026 berichtet hat. Damals bezifferten palästinensische Stellen die Gesamtzahl der seit der Waffenruhe getöteten Menschen im Gazastreifen auf mehr als 1.200; Streitpunkt zwischen Israel und der Hamas blieb dabei stets die Reihenfolge von Entwaffnung und Truppenabzug. Der aktuelle Vorfall zeigt erneut, wie unterschiedlich beide Seiten einzelne Angriffe einordnen – als Vorgehen gegen zivile Infrastruktur beziehungsweise als gezielte „Eliminierung“ einer aus israelischer Sicht militärisch aktiven Person.