Die Geräteinitiative des Bundes, über die Schüler:innen Laptops oder Tablets erhalten, wird zeitlich verschoben. Ab dem Schuljahr 2027/28 werden die Geräte laut übereinstimmenden Medienberichten erst in der zweiten statt der ersten Klasse Mittelschule und AHS-Unterstufe ausgegeben. Georg Stockinger, neuer Vorsitzender der AHS-Lehrergewerkschaft (FCG), begrüßt die Verzögerung aus pädagogischen Gründen und bringt ein grundsätzlich anderes Modell ins Gespräch: Statt einzelner Kinder könnten künftig die Schulen selbst mit Geräten ausgestattet werden – auch weil es weiterhin zu wenige qualifizierte Lehrkräfte für das Pflichtfach Digitale Grundbildung gebe.
Zusätzlich recherchierte Medienberichte legen nahe, dass das Bildungsministerium die Verschiebung vor allem pädagogisch begründet und sie zugleich mit Einsparungen im Bildungsbudget verbunden ist, in der Größenordnung von geschätzt 30 Millionen Euro 2027 und 50 Millionen Euro 2028. Diese Zahlen sowie eine Einordnung von Bildungsminister Wiederkehr stammen jedoch aus einem einzelnen Bericht und sind nicht anhand einer Originalquelle überprüft. Auch über Sorgen von Elternvertreter:innen wird berichtet, ohne dass deren Position im Detail vorliegt.
Offen bleibt, wie sich andere Lehrergewerkschaften, Schülervertretungen und das Ministerium im Wortlaut zu Stockingers Vorschlag äußern und ob es bei der einjährigen Verzögerung bleibt.
Was passiert ist
Die sogenannte Geräteinitiative, über die der Bund seit dem Schuljahr 2020/21 Laptops und Tablets an Schüler:innen ausgibt, wird zeitlich verschoben. Ab dem Schuljahr 2027/28 erhalten Kinder die Geräte laut übereinstimmenden Medienberichten erst in der zweiten statt wie bisher in der ersten Klasse Mittelschule und AHS-Unterstufe. Der neue Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Georg Stockinger (FCG), hat sich dazu öffentlich geäußert und die spätere Ausgabe aus pädagogischen Gründen begrüßt. Er geht sogar noch weiter und bringt ein grundsätzlich anderes Modell ins Spiel: Statt jedes einzelne Kind mit einem eigenen Gerät auszustatten, könnten künftig die Schulen selbst mit Laptops oder Tablets ausgestattet werden. Als einen Grund dafür nennt er, dass es weiterhin zu wenige qualifizierte Lehrkräfte für das Pflichtfach Digitale Grundbildung gebe.
Was die Quellen zeigen
Der Standard, die Kleine Zeitung, der ORF und der Kurier berichten inhaltlich übereinstimmend über die Verschiebung und Stockingers Aussagen, wobei Standard und Kleine Zeitung nahezu wortgleichen Text verwenden, was auf eine gemeinsame Nachrichtenquelle hindeutet. ORF und Kurier greifen das Thema mit eigener Akzentsetzung auf, der Kurier etwa unter dem Titel, wonach Stockinger grundsätzlich am Sinn individueller Schüler-Laptops zweifle. Über eine Recherche zusätzlich zum Cluster finden sich weitere Medienberichte, denen zufolge das Bildungsministerium die Verschiebung primär pädagogisch begründet – Kinder sollen sich in der ersten Klasse zunächst an der neuen Schule und im Klassenverband einfinden, bevor Digitalgeräte hinzukommen – und wonach mit der späteren Gerätevergabe zugleich Einsparungen im Bildungsbudget verbunden sein sollen, in der Größenordnung von rund 30 Millionen Euro im Jahr 2027 und rund 50 Millionen Euro im Jahr 2028. Diese Zahlen sowie eine Einordnung von Bildungsminister Wiederkehr (NEOS), der die Maßnahme nicht allein als Sparmaßnahme verstanden wissen will, stammen aus einem einzelnen recherchierten Medienbericht und sind nicht anhand einer Originalquelle überprüft. Ebenso wird in einem weiteren Bericht über Sorgen von Elternvertreter:innen zur Verschiebung berichtet, ohne dass deren Argumentation im Detail vorliegt.
Was unklar bleibt
Eine im Wortlaut vorliegende, offizielle Stellungnahme des Bildungsministeriums oder ein einsehbares Budgetdokument zu den genannten Einsparungssummen fehlt in den recherchierten Quellen. Ebenso unklar bleibt, wie andere Lehrergewerkschaften wie die Pflichtschullehrergewerkschaft oder der Gewerkschaftsdachverband GÖD sowie Schülervertretungen zu Stockingers Vorschlag stehen, künftig Schulen statt einzelner Kinder auszustatten. Offen ist zudem, wie konkret sich Elternvertreter:innen zur Verschiebung positionieren und ob es bei der einjährigen Verzögerung bleibt oder angesichts der angespannten Budgetlage weitere Verschiebungen drohen.
Einordnung
Die Geräteinitiative war beim Start 2020/21 ein zentrales bildungspolitisches Vorzeigeprojekt und wurde seither schrittweise auf weitere Schulstufen ausgeweitet. Dass sie nun im Rahmen der Budgetkonsolidierung zeitlich gestreckt wird, reiht sich in eine Serie von Einsparungen im Bildungsbereich ein, über die zuletzt wiederholt berichtet wurde. Bemerkenswert ist, dass mit Stockinger ausgerechnet ein Vertreter der Lehrerschaft die Verzögerung begrüßt und zugleich ein grundsätzlich anderes Ausstattungsmodell vorschlägt – ein Vorstoß, der über die reine Verschiebungsdebatte hinausgeht und die künftige Ausrichtung der Digitalisierung an Schulen infrage stellt.
