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Bei der konstituierenden Sitzung des Grazer Gemeinderats ist Elke Kahr (KPÖ) am 27. August 2026 mit 40 von 48 Stimmen erneut zur Bürgermeisterin gewählt worden. Für sie stimmten KPÖ, Grüne, ÖVP und SPÖ, dagegen FPÖ und Neos. Die ÖVP, die kurz zuvor den Verlust ihres Wirtschaftsressorts an die FPÖ kritisiert hatte, wertete ihre Zustimmung ausdrücklich als Anerkennung von Kahrs „persönlichem Erfolg“ und nicht als Vertrauen in die KPÖ; die FPÖ begründete ihre Ablehnung damit, „Schaden von der Stadt“ abwenden zu wollen. Kahr selbst versprach in ihrer Antrittsrede, sich nicht zu ändern, und verwies auf fünf skandalfreie Jahre der bisherigen KPÖ-Grünen-Koalition.

Im Anschluss zog sich die Wahl der Vizebürgermeisterin über mehrere Wahlgänge bis in den Nachmittag des 28. August 2026: Judith Schwentner (Grüne) setzte sich gegen den von der ÖVP nominierten Kurt Hohensinner durch – laut Medienberichten im vierten Wahlgang mit 27 zu 20 Stimmen, wobei die Neos diesmal für Schwentner gestimmt haben sollen. Diese Detailwerte stammen aus wenigen, nicht im Volltext geprüften Quellen und werden vorsichtiger behandelt als die breiter bestätigten Grundfakten. Mit ihrer Wahl steht die neue Stadtregierung fest: Neben Kahr und Schwentner gehören ihr laut einer Mitteilung der Stadt Graz die KPÖ-Stadträte Robert Krotzer und Manfred Eber, die ÖVP-Stadträte Kurt Hohensinner und Claudia Unger sowie FPÖ-Stadtrat René Apfelknab an, der wie bereits berichtet das Wirtschafts- und Tourismusressort übernimmt.

Damit ist das formale Konstituierungsverfahren nach der Präsentation der KPÖ-Grünen-Koalition vom 21. August abgeschlossen, bei der KPÖ und Grüne ihre Zusammenarbeit mit 25 von 48 Gemeinderatssitzen fortsetzten und die Verschiebung des Wirtschaftsressorts von der ÖVP zur FPÖ bekannt wurde. Offen bleiben weiterhin die genauen inhaltlichen Schwerpunkte des Koalitionsprogramms „Für ein Graz, das zusammenhält“, die konkreten Zuständigkeiten der übrigen Stadträte im Detail sowie offizielle Reaktionen von SPÖ und FPÖ-Landesebene auf die neue Stadtregierung.

Kahr mit 40 von 48 Stimmen wiedergewählt

Bei der konstituierenden Sitzung des neuen Grazer Gemeinderats am Donnerstag, 27. August 2026, ist Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) offiziell wieder in ihr Amt gewählt worden. 40 von 48 Gemeinderätinnen und Gemeinderäten stimmten für sie – die Stimmen kamen von KPÖ, Grünen, ÖVP und SPÖ. FPÖ und Neos wählten sie nicht. In ihrer Antrittsrede sagte Kahr: „Ich verspreche, ich werde mich nicht ändern.“ Sie verwies auf fünf Jahre „ohne Skandale, geprägt von Wertschätzung und frei von Eitelkeiten“ und zitierte die Rolling Stones: „You Can’t Always Get What You Want“ – man werde sich anstrengen, um zu bekommen, was die Stadt brauche.

Vor der Wahl hatte ÖVP-Chef Kurt Hohensinner kritisiert, dass seiner Partei das Wirtschaftsressort entzogen wurde: „Wir wurden massiv beschnitten und ausgegrenzt.“ Dennoch stimmte die ÖVP für Kahr – als Anerkennung ihres „persönlichen Erfolgs“, wie Hohensinner betonte: „Das ist kein Vertrauen in die KPÖ, sondern in dich.“ Zugleich stellte er klar, dies sei keine Zustimmung zu einer „Halbzeitlösung Kahr/Krotzer“, da die ÖVP befürchtet, Kahr könnte das Amt zur Halbzeit der Periode an ihren jüngeren Kollegen Robert Krotzer übergeben. Die FPÖ begründete ihre Ablehnung damit, „Schaden von der Stadt“ abwenden zu wollen; der neue FPÖ-Gemeinderat Wolfgang Lueger kritisierte, unter der KPÖ werde „Misswirtschaft und Misserfolg“ etwa bei den Gemeindewohnungen „sogar noch abgefeiert“. Für die Neos war die Ablehnung eine ideologische Entscheidung, eine kommunistische Bürgermeisterin nicht mitzutragen.

Schwentner nach mehreren Wahlgängen Vizebürgermeisterin – Stadtregierung komplett

Nach der Bürgermeisterinnenwahl begann ein länger dauernder Abstimmungsmarathon um die Vizebürgermeisterin: Mehrere Wahldurchgänge waren nötig, bis sich Judith Schwentner (Grüne) laut übereinstimmenden Berichten erst am Nachmittag des 28. August 2026 gegen den von der ÖVP nominierten Kurt Hohensinner durchsetzte. Laut Berichten von ORF Steiermark und der Salzburger Zeitung SN.at gelang dies im vierten Wahlgang mit 27 gegen 20 Stimmen bei einer ungültigen Stimme; dabei sollen die Neos anders als bei der Bürgermeisterinnenwahl diesmal für Schwentner gestimmt haben. Diese Detailangaben zu Wahlgangzahl und Stimmenverteilung stützen sich auf Medienberichte, die nicht im Volltext eingesehen wurden, und werden daher vorsichtiger behandelt als die breiter und übereinstimmend bestätigten Kernfakten.

Mit Schwentners Wahl steht die neue Grazer Stadtregierung fest. Laut einer Mitteilung der Stadt Graz gehören ihr neben Bürgermeisterin Kahr und Vizebürgermeisterin Schwentner die KPÖ-Stadträte Robert Krotzer und Manfred Eber, die ÖVP-Stadträte Kurt Hohensinner und Claudia Unger sowie FPÖ-Stadtrat René Apfelknab an. Apfelknab führt, wie bereits zuvor berichtet, das Wirtschafts- und Tourismusressort; laut einem SN.at-Bericht zählen zudem Tierschutz und das Meldeamt zu seinem Zuständigkeitsbereich. Unger ist demnach für Kultur, Wissenschaft, Inklusion sowie Jugend und Familie zuständig – diese granulare Ressortaufteilung stammt bislang aus einer Einzelquelle.

Koalition präsentiert: ÖVP verliert Wirtschaftsressort an FPÖ

KPÖ und Grüne hatten ihre Koalition in Graz bereits am Freitag, 21. August 2026, offiziell präsentiert und ihre Zusammenarbeit für die kommende fünfjährige Gemeinderatsperiode fixiert. Die damals offene Frage der Ressortverteilung wurde dabei beantwortet: Bürgermeisterin Elke Kahr hielt fest, dass sich gegenüber der bisherigen Periode „im Wesentlichen nicht viel verändert“ habe – mit einer Ausnahme. Die ÖVP verlor das Wirtschafts- und Tourismusressort, das bisher ÖVP-Stadtparteiobmann Kurt Hohensinner innehatte. Es ging an René Apfelknab von der FPÖ, laut Kurier-Bericht den einzigen Neuling im Grazer Stadtsenat.

KPÖ und Grüne regieren mit 25 von 48 Sitzen im neuen Gemeinderat – eine Mehrheit mit nur einem Mandat Überhang.

Kein Rachefeldzug, betont Kahr

Kahr wies bei der Präsentation eine Deutung der Ressortentscheidung als Revanche zurück: 2017 hatte die damals als Bürgermeisterpartei amtierende ÖVP der KPÖ das lang angestammte Wohnressort entzogen und an die FPÖ weitergegeben. Mit diesem Vorgang habe die aktuelle Entscheidung nichts zu tun, so Kahr. Sie begründete den Schritt stattdessen damit, dass Apfelknab ein Ressort mit verantwortungsvollen Aufgaben brauche – sie halte nichts von „Teilzeit-Stadträten“. Zudem verwies sie darauf, dass auf Landesebene der Tourismus ebenfalls in FPÖ-Hand liege (Landeshauptmann Mario Kunasek) und die Wirtschaftsagenden dort bei der ÖVP lägen, die beiden Parteien in der Landesregierung eine Koalition bilden; daraus könnten sich neue Berührungspunkte mit der Stadt ergeben, so ihre Einschätzung. Apfelknab selbst äußerte sich erfreut über die Möglichkeit, die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt aktiv mitzugestalten.

Reaktion der ÖVP: „Machtpolitische Spielchen“

Die ÖVP reagierte auf den Ressortverlust mit Kritik: Hohensinner erklärte, man hätte „sehr gerne auch weiterhin Verantwortung für die Grazer Wirtschaft getragen“, und warf KPÖ und Grünen vor, „machtpolitische Spielchen am Rücken der Unternehmerinnen und Unternehmer“ zu betreiben. Laut Kahrs Darstellung war der Verlust des Ressorts eine Folge gescheiterter Koalitionsgespräche: Der Versuch, die Zusammenarbeit nach zwei Verhandlungsrunden auf eine breitere Basis mit der ÖVP zu stellen, sei daran gescheitert, dass die ÖVP eine direkte Koalition mit KPÖ und Grünen angestrebt habe, ohne die Grünen einzubinden – was aus Sicht von Kahr nicht möglich war. Diese Verhandlungsdarstellung stammt von Kahr selbst und wird von der ÖVP nicht in dieser Form bestätigt; eine unabhängige Dokumentation der Gesprächsrunden liegt nicht vor. Trotz dieses Konflikts stimmte die ÖVP, wie oben beschrieben, letztlich für Kahr als Bürgermeisterin.

Einstimmiges Mitgliedervotum vor der Präsentation

Bereits am Vorabend der Präsentation hatten die Mitglieder beider Parteien laut übereinstimmenden Berichten von Kleine Zeitung und Kurier einstimmig für das gemeinsame Programm „Für ein Graz, das zusammenhält“ gestimmt – trotz der knappen Mehrheit und angekündigter strikter Sparvorgaben. Vizebürgermeisterin Schwentner verwies bei der Präsentation unter anderem auf die Hitzerekorde des Sommers und kündigte den weiteren Ausbau von Radwegen und öffentlichem Verkehr sowie zusätzliche Baumpflanzungen an.

Was weiterhin offen bleibt

Mit der Wiederwahl Kahrs, der Wahl Schwentners zur Vizebürgermeisterin und der Angelobung des vollständigen Stadtsenats ist das formale Konstituierungsverfahren abgeschlossen. Weiterhin unbekannt sind jedoch die genauen inhaltlichen Schwerpunkte der Koalitionsvereinbarung jenseits des Programmtitels, die vollständigen Zuständigkeiten der KPÖ-Stadträte Krotzer und Eber sowie offizielle Reaktionen von SPÖ und FPÖ-Landesebene auf die neue Stadtregierung. Auch die genaue Zahl der Wahlgänge und Stimmen bei Schwentners Wahl beruht bislang auf wenigen, nicht im Volltext geprüften Quellen und bleibt entsprechend vorsichtig eingestuft.