Der Sanierungsverwalter der Hellweg-Baumärkte hat beim Landesgericht Linz die Teilbereich-Schließung der Filialen Graz-Raaba und Fürstenfeld beantragt. Die 44 Mitarbeiter der beiden steirischen Standorte wurden informiert. Als Grund nennt das Unternehmen einen zuvor geprüften, namentlich nicht genannten Investor, der für diese zwei Standorte kein positives Fortführungsszenario gesehen habe.
Die Gewerkschaft GPA spricht von einer enorm belastenden Situation für die Beschäftigten und rät, nichts ohne Beratung zu unterschreiben; sie verweist auf die steirische Arbeitsstiftung StAF. Laut einem Bericht der Kleinen Zeitung kritisierte auch die steirische SPÖ das Vorgehen scharf – diese Angabe liegt bislang nur in einer Quelle vor.
Hintergrund ist die Insolvenz der deutschen Hellweg-Gruppe im Juni 2026 und das seither am Landesgericht Linz laufende Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung. Für vier weitere österreichische Standorte mit rund 120 Mitarbeitern laufen die Investorengespräche weiter. Unklar bleiben der genaue Schließungstermin – die Berichte nennen sowohl Samstag als auch Montag – sowie die Identität des Investors.
Was passiert ist
Der Sanierungsverwalter der Hellweg-Baumärkte hat in Abstimmung mit dem Unternehmen beim Landesgericht Linz einen Antrag auf Teilbereich-Schließung der Filialen Graz-Raaba und Fürstenfeld gestellt. Die 44 Mitarbeiter der beiden steirischen Standorte wurden darüber informiert. Als Grund nennt das Unternehmen einen potenziellen Investor, mit dem grundsätzlich aussichtsreiche Gespräche geführt worden seien: Dieser habe nach Prüfung für die beiden Standorte kein positives Fortführungsszenario als Baumarkt gesehen. Zur Identität des Investors macht Hellweg mit Verweis auf laufende Gespräche keine Angaben.
Reaktionen der Beschäftigtenseite
Die Gewerkschaft GPA hat die betroffenen Beschäftigten über ihre arbeitsrechtlichen Möglichkeiten informiert und begleitet sie nach eigenen Angaben bei den weiteren Schritten. Die steirische GPA-Vizechefin Verena Nussbaum sprach von einer „enorm belastenden Situation“ für die Beschäftigten, die bis zuletzt auf eine Zukunft ihrer Standorte gehofft hätten und nun kurzfristig mit der Schließung konfrontiert würden. Sie appellierte, nichts ohne vorherige Beratung zu unterschreiben, und verwies auf die steirische Arbeitsstiftung StAF als Instrument für Qualifizierung und Neuorientierung. Die steirische SPÖ soll das Vorgehen laut einem Bericht der Kleinen Zeitung als „absolute Respektlosigkeit“ kritisiert haben; diese Einschätzung liegt bislang nur in dieser einen Quelle vor.
Hintergrund: Sanierungsverfahren seit Juni
Die Schließungen stehen im Zusammenhang mit der Insolvenz der Hellweg-Gruppe in Deutschland am 16. Juni 2026. Am 30. Juni 2026 wurde am Landesgericht Linz ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung für die österreichische Tochter eröffnet. Für die übrigen vier heimischen Standorte in Graz-Eggenberg, Straßwalchen, Ried im Innkreis und Kirchdorf an der Krems mit zusammen rund 120 Mitarbeitern werden die Gespräche mit dem potenziellen Investor laut Unternehmen fortgesetzt, mit dem erklärten Ziel einer geordneten Übergabe.
Was unklar bleibt
Offen ist, wer der Investor ist, der die beiden steirischen Standorte für nicht fortführbar hält, und warum genau diese zwei Filialen betroffen sind. Auch der konkrete Schließungstermin ist in den Quellen nicht einheitlich: Während ORF Steiermark unter Berufung auf die Gewerkschaft GPA den kommenden Montag nennt, spricht die Kleine Zeitung von einer Schließung bereits ab Samstag. Ebenfalls unklar bleiben die konkreten Abfindungs- oder Unterstützungsregelungen für die 44 betroffenen Beschäftigten sowie der Ausgang der Gespräche über die vier verbleibenden Standorte.