Iran hat nach eigenen, über Staatsmedien verbreiteten Angaben im Süden der Provinz Fars ein Erdgasfeld mit Reserven von mehr als 212 Milliarden Kubikmetern entdeckt. Ölminister Mohsen Paknezhad schätzt, dass sich davon rund 161 Milliarden Kubikmeter fördern lassen. Die Meldung wurde von Die Presse unter Verweis auf APA/Reuters sowie eigenständig von Kleine Zeitung und ORF aufgegriffen.
Laut Ministerium handelt es sich um leichter zu verarbeitendes Süßgas, was Erschließung und Betrieb günstiger machen soll. Die Ankündigung fällt in eine Zeit wirtschaftlicher Anspannung: Seit Kriegsbeginn Ende Februar 2026 ist Irans Erdgasproduktion durch Kriegsschäden nach eigenen Angaben um rund 230 Millionen Kubikmeter täglich gesunken, verglichen mit zuvor rund 650 Millionen Kubikmetern.
Unabhängig geprüft sind diese Zahlen nicht – sie stammen ausschließlich aus iranischen Regierungs- und Staatsmedienquellen. Zeitplan und Finanzierung der Felderschließung unter den bestehenden und angedrohten weiteren US-Sanktionen bleiben offen, ebenso jede externe Einschätzung zur tatsächlichen Größe des Fundes.
Was passiert ist
Iran hat nach Angaben seiner Regierung im Süden der Provinz Fars ein neues Erdgasfeld mit Reserven von mehr als 212 Milliarden Kubikmetern entdeckt. Das berichteten iranische Staatsmedien am Sonntag unter Berufung auf Ölminister Mohsen Paknezhad, und die Meldung wurde von Die Presse unter ausdrücklichem Verweis auf APA/Reuters sowie von Kleine Zeitung und ORF eigenständig aufgegriffen. Paknezhad schätzt, dass sich aus dem Feld rund 161 Milliarden Kubikmeter Erdgas tatsächlich gewinnen lassen.
Was die Angaben zeigen
Laut Ministerium handelt es sich um sogenanntes Süßgas, das kaum oder keinen Schwefelwasserstoff enthält und deshalb leichter und günstiger zu verarbeiten ist als saures Erdgas – ein Umstand, den die iranische Seite als kostendämpfend für Erschließung und Betrieb hervorhebt. Die Ankündigung fällt in eine Phase wirtschaftlicher Anspannung: Seit Beginn des Kriegs zwischen Iran, Israel und den USA Ende Februar 2026 ist die iranische Erdgasproduktion nach eigenen Angaben um rund 230 Millionen Kubikmeter pro Tag gesunken, nachdem Angriffe Teile der Energieinfrastruktur beschädigt hatten. Vor dem Konflikt hatte Iran eigenen Angaben zufolge rund 650 Millionen Kubikmeter täglich gefördert; im Juli hatte ein Regierungsvertreter laut denselben Berichten in Aussicht gestellt, die Kapazität in den kommenden Monaten um etwa 100 Millionen Kubikmeter am Tag wieder aufzubauen.
Was unklar bleibt
Sämtliche Zahlen zu diesem Fund – Gesamtreserven, förderbare Menge, Kosteneinschätzung – stammen ausschließlich aus iranischen Regierungs- und Staatsmedienquellen. Eine unabhängige geologische Prüfung oder Einschätzung durch internationale Energieagenturen liegt nicht vor. Ebenso offen sind ein konkreter Zeitplan und die Finanzierung der Felderschließung, insbesondere angesichts der laufenden und laut US-Regierung noch zu verschärfenden Sanktionen gegen Iran. Auch reagierten bislang weder EU noch USA öffentlich auf die Ankündigung.
Einordnung
Der gemeldete Fund kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Iran nach eigener Darstellung an mehreren Fronten unter Druck steht: Präsident Massud Peseschkian räumte zuletzt öffentlich „viele Schwierigkeiten“ ein, während US-Finanzminister Scott Bessent laut Ankündigung für Montag „die härtesten Sanktionen der Geschichte“ gegen die iranische Wirtschaft in Aussicht stellt – wie „Neue Nachrichten“ berichtete. Vor diesem Hintergrund liegt es nahe, dass die iranische Führung eine positive Energienachricht auch als innen- und außenpolitisches Signal nutzt. Das ändert nichts daran, dass die technischen Kernzahlen bislang unbelegte Eigenangaben einer Kriegspartei sind.