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Der Sprecher der iranischen Streitkräfte, Abolfazl Schekarchi, hat mehrere persischsprachige Exilsender als mögliche Ziele iranischer Angriffe benannt: den persischsprachigen Dienst der BBC, Iran International und Radio Farda. Er ordnete sie einer militärischen Zielliste zu und begründete dies mit angeblichen Verbindungen zu israelischen und US-Geheimdiensten. Wie und wo Angriffe aussehen könnten, ließ er offen. Die Äußerungen gingen auf die iranische Nachrichtenagentur Tasnim zurück und wurden von mehreren unabhängigen Medien, darunter österreichische Titel und internationale Redaktionen wie Times of Israel, übereinstimmend wiedergegeben.

Die Drohung fällt in eine Phase verschärfter Spannungen im Iran-Konflikt. Am selben Tag meldete laut ORF auch ein Armeesprecher, beschädigte Waffensysteme seien wiederhergestellt und die Militärdoktrin von defensiv auf offensiv umgestellt worden – eine Selbstdarstellung, die bislang nur einfach belegt ist. Die genannten Sender werden im Iran breit genutzt, während staatliche Medien im Land laut Berichten verschärfter Kontrolle unterliegen.

Offen bleiben Reaktionen der bedrohten Sender, von Pressefreiheits-Organisationen und der Länder, in denen diese ihre Büros betreiben, ebenso wie eine unabhängige Überprüfung der iranischen Angaben zu Waffensystemen und Militärdoktrin. Bislang liegt ausschließlich die Darstellung der iranischen Seite vor.

Was passiert ist

Der Sprecher der iranischen Streitkräfte, Abolfazl Schekarchi, hat mehrere persischsprachige Exilsender öffentlich als mögliche Ziele iranischer Angriffe benannt. Namentlich nannte er den persischsprachigen Dienst der BBC, den Sender Iran International und Radio Farda. Schekarchi ordnete die drei Sender einer militärischen Zielliste zu und begründete dies mit angeblichen Verbindungen zu den Geheimdiensten Israels und der USA. Wie und wo Angriffe auf die im Ausland ansässigen Sender konkret aussehen könnten, ließ er offen. Die Aussagen fielen laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim, die als staatliches Organ eng an die iranische Führung angebunden ist.

Was die Quellen zeigen

Die Drohung ist über mehrere voneinander unabhängige Kanäle dokumentiert. Österreichische Medien wie ORF, Der Standard und die Kleine Zeitung berichteten am 26. August 2026 nahezu wortgleich unter Berufung auf Tasnim und Nachrichtenagenturen. Internationale Titel wie die Times of Israel geben eine ausführlichere Version des Zitats wieder, wonach Schekarchi die genannten Sender als „Soldaten des Zionismus und Amerikas“ bezeichnet und einer „militärischen Zielbank“ zugeordnet habe. Auch der iranische Staatssender Press TV bestätigt in eigener Berichterstattung den Kern der Aussage. Die Übereinstimmung mehrerer unabhängiger Redaktionen über den Wortlaut der Drohung stützt die Kernaussage, dass diese Äußerung tatsächlich so gefallen ist – die darin enthaltene Behauptung, die Sender seien mit ausländischen Geheimdiensten verbunden, bleibt jedoch eine unbelegte Anschuldigung Irans.

Einordnung in den Iran-Konflikt

Die Drohung fällt in eine Phase verschärfter Spannungen zwischen Iran einerseits und den USA sowie Israel andererseits, wie „Neue Nachrichten“ bereits mehrfach berichtet hat: US-Sanktionen gegen iranische Akteure, Tankerangriffe in der Straße von Hormuz und wiederholte iranische Ankündigungen einer offensiveren Militärdoktrin prägen seit Monaten die Berichterstattung. Laut ORF meldete am selben Tag auch ein Sprecher der iranischen Armee, im Krieg beschädigte Waffensysteme seien wiederhergestellt und teils durch neu importierte Systeme ergänzt worden; zugleich sei die Militärdoktrin von defensiv auf offensiv umgestellt worden. Diese Formulierung deckt sich mit einer bereits zuvor von einem iranischen Wirtschaftsminister öffentlich gemachten Ankündigung einer offensiveren Ausrichtung. Die genannten Exilsender selbst werden von einem großen Teil der iranischen Bevölkerung genutzt, während staatlich kontrollierte Medien im Land laut Berichten unter verschärfter Zensur stehen.

Was unklar bleibt

Wie eine mögliche Umsetzung der Drohung aussehen könnte, hat die iranische Seite nicht präzisiert. Stellungnahmen der bedrohten Sender BBC Persian, Iran International und Radio Farda liegen bislang nicht vor, ebenso wenig Reaktionen internationaler Pressefreiheits-Organisationen oder der Regierungen jener Länder, in denen die Sender ihre Büros unterhalten. Auch die iranische Selbstdarstellung zur Wiederherstellung beschädigter Waffensysteme lässt sich derzeit nicht unabhängig überprüfen, ebenso wenig die pauschale Einschätzung zum Ausmaß des Misstrauens der iranischen Bevölkerung gegenüber Staatsmedien.

Einordnung

Die vorliegende Quellenlage bildet bislang ausschließlich die Perspektive der iranischen Militärführung und iranischer Staatsmedien ab. Eine Gegendarstellung der betroffenen Sender oder eine unabhängige Bewertung der Vorwürfe zu angeblichen Geheimdienstverbindungen fehlt vollständig. Angesichts des laufenden Konflikts zwischen Iran, den USA und Israel sowie der Bedeutung der genannten Sender als wichtige Informationsquelle für ein Publikum im Iran ist die Drohung als Teil der Eskalationsrhetorik einzuordnen, deren praktische Relevanz sich erst an möglichen Folgehandlungen zeigen würde.