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Ein mutmaßlich israelischer Luftangriff auf den syrischen Militärflugplatz Abu al-Duhur nahe Aleppo und nahe der türkischen Grenze hat am 18. August 2026 die Spannungen zwischen Israel und der Türkei verschärft. Nach übereinstimmenden Berichten wurden acht Angriffe auf Landebahn und Lagereinrichtungen des seit Jahren stillgelegten Flugplatzes geflogen, Verletzte oder Tote wurden nicht gemeldet. Der US-Sondergesandte Tom Barrack bestätigte öffentlich den israelischen Ursprung der Angriffe und kritisierte sie als unnötige Eskalation, die der regionalen Stabilität nicht diene.

Israels Regierungsbüro erklärte, Syrien habe mit der Erlaubnis einer türkischen Truppenstationierung am Flugplatz einen vereinbarten sicherheitspolitischen Status quo zu verletzen gedroht. Das türkische Präsidialamt wies dies zurück und warf Ministerpräsident Netanjahu vor den israelischen Wahlen eine expansionistische Politik vor. Ob Ankara tatsächlich eine Truppenstationierung plante, ist unabhängig nicht verifiziert.

Das syrische Außenministerium verurteilte den Angriff als Souveränitätsverletzung und gefährliche Eskalation. Laut einer britischen Beobachtungsstelle wurde der Flugplatz zuletzt mit türkischer Unterstützung für eine mögliche Wiederinbetriebnahme instand gesetzt - eine Angabe, die bislang nur aus dieser einen Quelle stammt und unabhängig nicht bestätigt ist.

Was passiert ist

In der Nacht auf den 18. August 2026 griff das israelische Militär nach syrischen Angaben den Militärflugplatz Abu al-Duhur im Nordwesten Syriens an, unweit von Aleppo und nahe der türkischen Grenze. Berichten zufolge wurden acht Angriffe auf Landebahn und Lagereinrichtungen des Flugplatzes geflogen. Verletzte oder Todesopfer wurden nicht gemeldet. Israel äußerte sich auf Anfragen zunächst nicht offiziell dazu, mehrere israelische Medien werteten eine spätere Stellungnahme des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu jedoch als Bestätigung des Angriffs.

Diplomatischer Streit zwischen Israel und der Türkei

Das Büro Netanjahus erklärte, Israel und Syrien hätten sich auf einen sicherheitspolitischen Status quo verständigt, den Damaskus durch die Erlaubnis einer türkischen Truppenstationierung auf dem Flugplatz nahe Aleppo zu verletzen drohte. Israel habe Syrien vor einem solchen Schritt gewarnt. Das türkische Präsidialamt wies diese Darstellung am 19. August entschieden zurück und warf Netanjahu vor, kurz vor den anstehenden Wahlen in Israel eine expansionistische und destabilisierende Politik in der Region zu verfolgen. Ob die Türkei tatsächlich eine Truppenstationierung am Flugplatz plante, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht unabhängig klären - beide Seiten präsentieren gegensätzliche Versionen.

Reaktionen aus Damaskus und Washington

Das syrische Außenministerium verurteilte den Angriff als Verletzung der staatlichen Souveränität und als gefährliche Eskalation, die Sicherheit und Stabilität der gesamten Region bedrohe. Der US-Sondergesandte für Syrien und Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, bestätigte auf der Plattform X den israelischen Ursprung der Angriffe und bezeichnete sie als unnötige Eskalation, die der regionalen Stabilität nicht diene. Die Übergangsregierung von Präsident Ahmed al-Sharaa habe weder eine aggressive Haltung eingenommen noch Stellvertreterkräfte unterhalten, sondern wiederholt eine Deeskalation mit Israel angestrebt, so Barrack. Die USA würden auch künftig diplomatische Gespräche zwischen den Konfliktparteien ermöglichen.

Was unklar bleibt

Nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte war der Flugplatz seit Jahren außer Betrieb und wurde zuletzt mit türkischer technischer und logistischer Unterstützung für eine mögliche Wiederinbetriebnahme instand gesetzt; eine türkische Militärdelegation soll den Standort besucht haben. Diese Angaben stammen aus einer einzelnen Quelle und sind unabhängig nicht bestätigt. Offen bleibt zudem, in welcher Form genau Netanjahus Vorwurf gegenüber der Türkei geäußert wurde, wie hoch der tatsächliche Schaden am Flugplatz ausfiel und wie sich Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa persönlich zu der Eskalation positioniert.

Einordnung

Der Angriff reiht sich in eine seit dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 anhaltende Serie israelischer Angriffe auf Ziele in Syrien ein, während die Übergangsregierung in Damaskus nach eigenen Angaben auf Zurückhaltung setzt. Die Episode fällt zudem in eine Phase erhöhter israelischer Militäraktivität an mehreren Fronten der Region, etwa im Gazastreifen und im Südlibanon, über die „Neue Nachrichten“ bereits berichtet hat. Ob sich der Streit zwischen Israel und der Türkei - beides sicherheitspolitisch zentrale Akteure in Syrien - weiter zuspitzt, dürfte auch von der israelischen Innenpolitik vor den kommenden Wahlen mitbestimmt werden.