In Kabul ist am 17. August 2026 gegen 17.00 Uhr Ortszeit eine Handgranate in einer Schule detoniert. Das berichtete der Sender Tolonews unter Berufung auf einen Polizeisprecher; mehrere österreichische und internationale Medien griffen die Meldung auf. Dutzende Menschen wurden verletzt, die meisten davon Schülerinnen, die das Gebäude gerade verließen.
Die genaue Opferzahl ist zwischen den Quellen strittig: Tolonews sprach von mindestens 52 Verletzten, die Zeitung Hascht-e-Sobh zuvor von rund 30. Die Explosion ereignete sich im mehrheitlich von schiitischen Hazara bewohnten Stadtteil Dasht-e Bartshi, der in der Vergangenheit bereits Ziel von Anschlägen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ auf Schulen war – ein Bekenntnis zum aktuellen Vorfall gibt es aber nicht.
Wer für die Explosion verantwortlich ist und ob es sich um einen Anschlag oder einen Unfall handelte, ist unklar. Eine amtliche Stellungnahme der Taliban-Behörden liegt bislang nicht vor; die Quellenlage stützt sich ausschließlich auf afghanische Medien.
Was passiert ist
In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist am Montag, dem 17. August 2026, gegen 17.00 Uhr Ortszeit eine Handgranate in einer Schule detoniert. Das berichtete der afghanische Sender Tolonews unter Berufung auf einen Polizeisprecher, mehrere österreichische Medien griffen die Meldung auf. Nach übereinstimmenden Berichten wurden bei der Explosion Dutzende Menschen verletzt. Die Mehrheit der Verletzten soll aus Schülerinnen bestanden haben, die das Gebäude zum Zeitpunkt der Detonation gerade verließen.
Was die Quellen zeigen
Die Angaben zur Zahl der Verletzten gehen auseinander: Tolonews nannte unter Berufung auf eine Quelle aus Sicherheitskreisen mindestens 52 Verletzte. Die afghanische Zeitung Hascht-e-Sobh hatte zuvor von rund 30 Verletzten berichtet. Eine Erklärung für diese Diskrepanz liegt nicht vor. Der Bericht der Tageszeitung Die Presse zu dem Vorfall ist als Agenturmeldung der Austria Presse Agentur (APA) gekennzeichnet, was für eine gewisse Bestätigung des grundsätzlichen Vorfalls spricht. Auch internationale Medien wie Al Jazeera und die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichteten unabhängig über die Explosion, stützen sich dabei aber letztlich auf dieselbe afghanische Berichtskette aus Tolonews-Meldung und Polizeisprecher. Eine von dieser Kette unabhängig bestätigte, exakte Zahl der Verletzten gibt es damit weiterhin nicht.
Hintergrund: Stadtteil und Sicherheitslage
Die Explosion ereignete sich laut den vorliegenden Berichten im Stadtteil Dasht-e Bartshi, der mehrheitlich von Angehörigen der schiitischen Hazara-Minderheit bewohnt wird. Der Stadtteil war in der Vergangenheit wiederholt Ziel von Anschlägen, zu denen sich die Terrormiliz „Islamischer Staat“ bekannt hatte, darunter auch auf Schulen. Zu einer Bekennung zum aktuellen Vorfall liegen keine Angaben vor. Berichten zufolge werden Mädchen und Buben in Afghanistan unter der Herrschaft der Taliban getrennt unterrichtet, Mädchen dürfen die Schule nur bis zur sechsten Schulstufe besuchen. Medienberichte verweisen zudem darauf, dass in Afghanistan nach Jahrzehnten von Krieg und Krisen scharfe Munition und nicht explodierte Sprengkörper eine ständige Gefahr für die Zivilbevölkerung darstellen und die regierenden Taliban dazu neigen, Sicherheitsvorfälle herunterzuspielen.
Was unklar bleibt
Offen ist, wer für die Explosion verantwortlich ist und ob es sich um einen gezielten Anschlag oder um einen Unfall mit einem nicht entschärften Sprengkörper handelte. Eine Bekennung liegt ebenso wenig vor wie eine amtliche Stellungnahme der in Afghanistan regierenden Taliban-Behörden oder der afghanischen Sicherheitskräfte. Auch der Gesundheitszustand der Verletzten und die genaue Opferzahl sind nicht abschließend geklärt.
Einordnung
Die Berichtslage zu dem Vorfall stützt sich ausschließlich auf afghanische Medien und deren Weiterverbreitung durch internationale und österreichische Redaktionen; eine direkt eingesehene Primärquelle wie eine offizielle Mitteilung der Behörden liegt nicht vor. Aufgrund der schwierigen Informationslage in Afghanistan unter Taliban-Herrschaft und weil Minderjährige betroffen sind, wird dieser Artikel bewusst zurückhaltend und mit Fokus auf die Quellenlage formuliert.