Innenminister Gerhard Karner hat am 17. August 2026 den dänischen Migrationsminister Morten Bødskov zu einem Arbeitsgespräch in Wien empfangen. Laut Innenministerium ging es dabei um die Umsetzung von Asylverfahren und Rückkehrzentren in Staaten außerhalb der EU. Karner wird mit den Worten zitiert, Österreich und Dänemark seien seit rund vier Jahren enge Partner und Treiber dieses Vorhabens und arbeiteten nun „konkret und konsequent“ an dessen Umsetzung.
Österreich und Dänemark bilden gemeinsam mit Deutschland, den Niederlanden und Griechenland die sogenannte „Gruppe der Umsetzer“, die mit Staaten außerhalb Europas über solche Zentren verhandelt. Ein weiteres Treffen der Gruppe ist für September in Kopenhagen geplant.
Zuletzt kursierten Medienberichte über ein mögliches Rückkehrzentrum in Uganda ab 2027 für abgelehnte Asylwerber. Das Innenministerium bestätigte dies nicht und verwies auf vereinbartes Stillschweigen innerhalb der Gruppe. Welche Staaten tatsächlich im Gespräch sind, wie der Verhandlungsstand aussieht und wie sich Dänemark sowie Menschenrechtsorganisationen dazu positionieren, ist aus den vorliegenden Quellen nicht ersichtlich.
Was passiert ist
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hat am 17. August 2026 den dänischen Migrationsminister Morten Bødskov zu einem Arbeitsgespräch in Wien empfangen. Das teilte das Innenministerium per Presseaussendung mit, im Anschluss war ein sogenannter Doorstep der beiden Politiker angekündigt. Im Zentrum des Austauschs stand laut Ministerium die Umsetzung von Asylverfahren und Rückkehrzentren in Staaten außerhalb der Europäischen Union. Karner wird in der Aussendung mit den Worten zitiert, Österreich und Dänemark seien seit rund vier Jahren enge Partner und damit Treiber für Asylverfahren und Rückkehrzentren außerhalb Europas; man arbeite nun gemeinsam, „konkret und konsequent“, an deren Umsetzung.
Die „Gruppe der Umsetzer“
Österreich und Dänemark sind gemeinsam mit Deutschland, den Niederlanden und Griechenland Teil einer informellen Runde, die als „Gruppe der Umsetzer“ bezeichnet wird. Diese fünf Staaten führen Gespräche mit Ländern außerhalb Europas über die praktische Umsetzung von Rückkehrzentren und Asylverfahren jenseits der EU-Außengrenzen. Der Vorstoß ist nicht neu: Österreich und Dänemark gelten in diesem Politikfeld seit Jahren als Vorreiter innerhalb der EU. Ein weiteres Treffen der Gruppe ist für September in Kopenhagen angesetzt, bei dem der Verhandlungsstand besprochen werden soll.
Was unklar bleibt
Zuletzt kursierten Medienberichte über ein konkret geplantes Rückkehrzentrum in Uganda, in dem ab 2027 eine größere Zahl abgelehnter Asylwerber aus EU-Staaten untergebracht werden könnte. Das österreichische Innenministerium wollte solche Berichte auf Anfrage jedoch nicht bestätigen: Innerhalb der „Gruppe der Umsetzer“ sei Stillschweigen über den Verhandlungsstand vereinbart worden. Ob Uganda tatsächlich als Standort vorgesehen ist, welche weiteren Staaten im Gespräch sind und wie ein solches Verfahren rechtlich ausgestaltet werden soll, ist aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend zu klären. Auch eine eigene Stellungnahme der dänischen Seite zum Treffen in Wien liegt nicht vor, ebenso wenig wie Reaktionen von Menschenrechts- oder Flüchtlingsorganisationen.
Einordnung
Das Wiener Treffen reiht sich in einen längeren, auf EU-Ebene diskutierten Prozess ein, Asylverfahren und Rückführungen zumindest teilweise in Drittstaaten zu verlagern – ein Vorhaben, das rechtlich, menschenrechtlich und diplomatisch umstritten ist. Konkrete Fortschritte lassen sich anhand der vorliegenden Presseaussendungen und Medienberichte derzeit nur eingeschränkt nachvollziehen, da die beteiligten Regierungen Details bewusst zurückhalten. Das für September angekündigte Treffen in Kopenhagen dürfte weitere Anhaltspunkte zum tatsächlichen Verhandlungsstand liefern.