Der deutsche Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Laut Mitteilungen seines Unternehmens Kühne+Nagel und der Kühne Holding AG starb er in der Nacht auf Montag in seinem Wohnort Schindellegi in der Schweiz. Kühne hatte den familiengeführten Betrieb seit 1958 aufgebaut und zu einem globalen Logistikkonzern mit rund 1.300 Niederlassungen in knapp 100 Ländern gemacht. Sein Vermögen wurde von Medien je nach Quelle und Zeitpunkt zwischen rund 35 und 49 Milliarden Euro beziehungsweise Dollar geschätzt.
Kühne war zudem einer der größten Einzelaktionäre der Lufthansa, der Mutter der österreichischen AUA, und engagierte sich finanziell bei der Reederei Hapag-Lloyd, dem Chemikalienhändler Brenntag und dem Fernbus- und Bahnunternehmen Flix. Nach Verlusten von laut eigener Aussage rund einer halben Milliarde Euro durch sein Engagement beim kollabierten Immobilienkonzern Signa stieg er beim Hamburger Elbtower-Projekt ein. Bekannt war er auch als Mäzen des Fußballclubs HSV und als Förderer der Elbphilharmonie.
Kühne war kinderlos. Laut mittlerweile mindestens zwei unabhängigen Medienberichten fällt sein gesamtes Vermögen der von ihm mitbegründeten, gemeinnützigen Kühne-Stiftung zu, einschließlich seiner Beteiligungen an Hapag-Lloyd und Lufthansa. Die Stiftung selbst würdigte Kühne in einer eigenen Pressemitteilung als prägende Figur und bezeichnete sich bereits als eine der größten Stiftungen Europas, ging dabei aber nicht auf konkrete Vermögens- oder Nachfolgedetails ein. Laut einem Bericht des Handelsblatts soll der Basler Anwalt Thomas Staehelin, langjähriges Mitglied und zuletzt Vizepräsident des Stiftungsrats, als Nachfolger an der Stiftungsspitze und als Testamentsvollstrecker vorgesehen sein — eine offizielle Bestätigung dazu steht aus.
Was passiert ist
Klaus-Michael Kühne ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Der Logistikunternehmer starb in der Nacht auf Montag in seinem Wohnort Schindellegi in der Schweiz, wie sowohl sein Unternehmen Kühne+Nagel als auch die Kühne Holding AG in eigenen Mitteilungen bestätigten. Mehrere österreichische Medien, darunter Der Standard, Die Presse, der Kurier und die Kleine Zeitung, berichteten übereinstimmend über seinen Tod. Kühne+Nagel-Verwaltungsratspräsident Jörg Wolle würdigte Kühne als Visionär, großen Unternehmer und eindrucksvolle Persönlichkeit und sprach der Witwe Christine Kühne sein Mitgefühl aus. Auch die von Kühne mitbegründete Kühne-Stiftung meldete sich mit einer eigenen Stellungnahme zu Wort, in der sie den Verlust eines prägenden Förderers betont.
Aufstieg mit Kühne+Nagel
Der in Hamburg geborene Kühne trat 1958 in das familiengeführte Speditionsunternehmen Kühne+Nagel ein, das er von seinem Vater übernahm. 1966 wurde er Vorstandsvorsitzender, ab 1975 leitete er als CEO die Kühne+Nagel International AG, von 1992 bis 2011 stand er als Verwaltungsratspräsident an der Spitze, danach war er Ehrenpräsident. Unter seiner Führung wuchs das Unternehmen zu einem Logistik-Weltkonzern mit rund 1.300 Niederlassungen in knapp 100 Ländern und etwa 88.000 Mitarbeitern. Laut Unternehmensangaben hielt seine Kühne Holding AG Ende 2025 rund 55,4 Prozent der Kühne+Nagel-Aktien. Sein Vermögen wurde von Medien zum Zeitpunkt seines Todes auf rund 36 Milliarden Euro geschätzt, ein späterer Bericht unter Berufung auf den Bloomberg Billionaires Index nennt eine höhere Zahl von rund 49 Milliarden Dollar. Weitere Medienberichte kursieren mit Schätzungen dazwischen, etwa rund 35 oder 43 Milliarden Euro. Diese Einordnungen beruhen auf Medien- beziehungsweise Indexschätzungen und sind nicht unabhängig von Kühne+Nagel oder Behörden bestätigt.
Beteiligungen bei Lufthansa, Hapag-Lloyd und Signa
Kühne war einer der größten Einzelaktionäre der Lufthansa, der Mutter der österreichischen AUA, was ihm auch wirtschaftliche Bedeutung für Österreich verlieh. Laut einem Bericht der Presse stockte er seinen Lufthansa-Anteil über die Kühne Holding erst im laufenden Jahr auf rund 20 Prozent auf. Zusätzlich engagierte er sich mit rund einer Milliarde Euro beziehungsweise laut demselben Bericht mit rund 30 Prozent bei der Reederei Hapag-Lloyd und trug laut Medienberichten dazu bei, dass das Unternehmen seinen Sitz in Hamburg behielt. Hinzu kommen laut Bericht rund 20 Prozent am Chemikalienhändler Brenntag sowie eine bedeutende Beteiligung am Fernbus- und Bahnunternehmen Flix. Kühne hatte zudem in den später kollabierten Immobilienkonzern Signa von René Benko investiert und dabei nach eigener, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wiedergegebener Aussage rund eine halbe Milliarde Euro verloren; er habe sich, so sein Zitat, „um den Finger wickeln lassen“. Nach dem Zusammenbruch von Signa stieg er beim Hamburger Elbtower-Bauprojekt ein. Genau diese Beteiligungen an Hapag-Lloyd und Lufthansa werden nun laut einem weiteren Medienbericht der Kleinen Zeitung namentlich als Teil jenes Vermögens genannt, das an seine Stiftung fällt.
Nachfolge: Vermögen fällt an die Kühne-Stiftung, Staehelin als Nachfolger gehandelt
Kühne war kinderlos. Laut mittlerweile mindestens zwei unabhängigen Medienberichten – der Presse und der Kleinen Zeitung – fällt sein gesamtes Vermögen der von ihm mitbegründeten, gemeinnützigen Kühne-Stiftung zu, einschließlich seiner Beteiligungen an Hapag-Lloyd und Lufthansa. Die Kühne-Stiftung selbst äußerte sich in einer eigenen Pressemitteilung zu seinem Tod, ohne dabei jedoch auf konkrete Vermögens- oder Nachfolgedetails einzugehen: Sie würdigte Kühne als prägende Figur, ohne dessen Engagement, Entschlossenheit und Mut die Stiftung nicht dort stünde, wo sie heute ist, und bezeichnete sich selbst bereits als eine der größten Stiftungen Europas – 50 Jahre nach ihrer Gründung 1976 durch Kühne und seine Eltern. Wer künftig an der Spitze der Stiftung steht, ist damit offiziell nicht bestätigt. Laut einem Bericht des Handelsblatts ist dafür der Basler Anwalt Thomas Staehelin vorgesehen, der seit Jahrzehnten dem Stiftungsrat angehört und zuletzt dessen Vizepräsident war; er sei bereits seit über einem Jahr als Kühnes Nachfolger sowie als Testamentsvollstrecker designiert gewesen. Diese Personalie stammt aus einer einzelnen Medienquelle und ist von der Stiftung nicht eigenständig bestätigt. Offen bleibt weiterhin, welche der Beteiligungen an Kühne+Nagel, Hapag-Lloyd, Lufthansa, Brenntag und Flix dauerhaft gehalten werden und nach welcher Strategie ein künftiges Stiftungsgremium entscheidet.
Engagement für Hamburg und den HSV
Der kinderlos gebliebene Kühne unterstützte über Stiftungen das kulturelle Leben seiner Heimatstadt Hamburg, unter anderem mit Millionenbeträgen für die Elbphilharmonie, und gründete eine Logistik-Hochschule in der Stadt. Bekannt wurde er auch als Mäzen des Fußball-Bundesligisten HSV, in den er laut Medienberichten rund 100 Millionen Euro investierte. In seinen letzten Jahren ließ er zudem das Luxushotel „The Fontenay“ in Hamburg errichten, das laut Medienberichten ebenfalls Teil des an die Stiftung übergehenden Vermögens ist.
Was unklar bleibt
Zur genauen Todesursache liegt keine offizielle Angabe vor. Laut einem einzelnen Medienbericht war Kühne rund zehn Tage vor seinem Tod von Mallorca nach Schindellegi zurückgekehrt und wegen einer Verschlechterung seines Gesundheitszustands ärztlich behandelt worden — diese Angabe ist nicht unabhängig bestätigt. Die Vermögensschätzungen schwanken je nach Quelle und Zeitpunkt zwischen rund 35 und 49 Milliarden Euro beziehungsweise Dollar; auch die genannten Beteiligungsquoten und Investitionssummen bei HSV, Hapag-Lloyd, Brenntag, Flix und Signa beruhen auf Medienangaben und sind nicht mit offiziellen Zahlen von Kühne+Nagel, der Kühne Holding oder der Kühne-Stiftung unterlegt. Offen bleibt vor allem, welche Vorgaben Kühne der Stiftung für die künftige Verwaltung hinterlassen hat, welche Beteiligungen dauerhaft gehalten werden – und ob die Stiftung die laut Handelsblatt als Nachfolger gehandelte Personalie Thomas Staehelin sowie die übrigen Nachfolgedetails offiziell bestätigt.
