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Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner haben in der Linzer Konditorei Jindrak eine Aufstockung der Förderung für „Lehre mit Matura“ um zehn Millionen Euro angekündigt. Die Mittel sollen kostenlose Vorbereitungslehrgänge auf die Berufsreifeprüfung absichern, mit Schwerpunkt Deutsch und Mathematik. Insgesamt stehen der Erwachsenenbildung damit 51 Millionen Euro zur Verfügung.

Kernstück der Reform ist das Lehrberufspaket 1/2026, mit dem 14 Lehrberufe modernisiert wurden. Für Konditorei/Zuckerbäckerei gelten ab 1. Jänner 2027 neue, praxisnähere Prüfungsregeln, die auch Kundenorientierung und Präsentation bewerten. Für die Branche wurden zudem steigende Meisterabschlüsse und eine hohe Frauenquote unter den Absolventinnen genannt.

Hintergrund der Initiative sind rückläufige Lehrlingszahlen: Ende 2025 waren bundesweit 102.878 Lehrlinge in Ausbildung, ein Minus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in der Konditorbranche sank die Zahl von 963 auf 917. Wie die Neuregelungen für die restlichen 13 Berufe aussehen und wie Sozialpartner die Maßnahmen bewerten, ist aus den vorliegenden Quellen nicht ersichtlich.

Was passiert ist

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) haben bei einem gemeinsamen Termin in der Linzer Konditorei Jindrak eine finanzielle Aufwertung der beruflichen Ausbildung angekündigt. Für das Programm „Lehre mit Matura“ stellt die Regierung demnach zusätzlich zehn Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel sollen laut den Ministern die Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung in kostenlosen Lehrgängen absichern, mit einem Schwerpunkt auf Deutsch- und Mathematikkompetenzen. In Summe stehen der Erwachsenenbildung damit 51 Millionen Euro zur Verfügung.

Das Lehrberufspaket 1/2026

Im Zentrum der Reform steht das Lehrberufspaket 1/2026, mit dem insgesamt 14 Lehrberufe auf einen neuen Stand gebracht wurden. Als Beispiel nannten die Ministerien den Beruf Konditorei/Zuckerbäckerei: Für ihn gelten ab 1. Jänner 2027 neue Prüfungsregeln, die die Ausbildung praxisnäher machen und neben handwerklichen Fähigkeiten auch Kundenorientierung und Präsentationskompetenz bewerten sollen. Hattmannsdorfer bezeichnete die Lehre als „Karriereweg mit Zukunft“ und verwies laut Die Presse auf ein Plus von 18 Prozent bei den Meisterabschlüssen. Für die Konditorbranche wurden dabei 112 abgeschlossene Meisterprüfungen im Jahr 2025 genannt, nach 95 im Jahr davor, mit einer laut Minister bemerkenswert hohen Frauenquote von 104 der 112 Abschlüsse. Welche konkreten Neuerungen die übrigen 13 Lehrberufe des Pakets betreffen, geht aus den vorliegenden Berichten nicht hervor.

Hintergrund: rückläufige Lehrlingszahlen

Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund sinkender Lehrlingszahlen und einer bevorstehenden Pensionierungswelle in vielen Branchen. Ende 2025 befanden sich bundesweit 102.878 Lehrlinge in Ausbildung, ein Rückgang um 3,4 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Besonders deutlich zeigt sich der Trend in der Konditorbranche, wo die Zahl der Lehrlinge von 963 im Jahr 2024 auf 917 im Jahr 2025 sank. Holzleitner betonte, Bildungschancen dürften nicht von Herkunft oder gewähltem Ausbildungsweg abhängen, und formulierte als Ziel ein „Bildungssystem ohne Sackgassen“, das Aufstieg und Weiterbildung in jeder Lebensphase ermöglichen solle.

Was unklar bleibt

Offen bleibt, wie die neuen Regelungen für die übrigen 13 im Lehrberufspaket modernisierten Berufe konkret aussehen und wann sie jeweils in Kraft treten. Auch fehlt in den vorliegenden Berichten jede Reaktion von Sozialpartnern, Gewerkschaften oder Ausbildungsbetrieben auf die Fördererhöhung und das Paket. Aus welcher statistischen Quelle die genannten Lehrlingszahlen konkret stammen und ab wann genau die kostenlosen Vorbereitungslehrgänge starten, ist ebenfalls nicht näher belegt. Die Darstellung stützt sich bislang ausschließlich auf die Ankündigung der beiden Minister selbst, eine unabhängige Einordnung liegt nicht vor.