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Die US-Migrationsbehörde ICE hat den britischen rechtsextremen Blogger Milo Yiannopoulos am Flughafen in New Orleans, Louisiana, festgenommen und ihn inzwischen in sein Heimatland Großbritannien abgeschoben. Laut Mitteilung des US-Heimatschutzministeriums hatte er seine erlaubte Aufenthaltsdauer überschritten, nachdem er 2019 legal über New York eingereist war. Bereits am 22. Juli hatte ein Einwanderungsrichter eine endgültige Ausweisungsverfügung gegen ihn erlassen, weil Yiannopoulos nicht zu seiner Anhörung erschienen war. Laut übereinstimmenden Medienberichten wurde er am 28. August abgeschoben, was der Deutschen Presse-Agentur zufolge von einem Sprecher des Heimatschutzministeriums bestätigt wurde.

Yiannopoulos galt jahrelang als prominentes Gesicht der amerikanischen extremen Rechten, verlor aber 2017 nach kontroversen Äußerungen zu Sex mit Minderjährigen seinen Buchvertrag, seinen CPAC-Auftritt und seinen Job bei Breitbart News. Zuletzt war er vor allem für seine Zusammenarbeit mit dem Rapper Ye bekannt, die 2024 endete. Bemerkenswert: Erst im Vorjahr hatte Yiannopoulos auf X selbst schärfere ICE-Kontrollen und sofortige Abschiebungen gefordert.

Offen bleibt weiterhin, wie Yiannopoulos selbst zu Festnahme und Abschiebung Stellung nimmt, wie es für ihn in Großbritannien weitergeht und wie Ye auf die Abschiebung seines früheren Mitarbeiters reagiert. Eine Gegenstimme zur Behördendarstellung fehlt in der bisherigen Berichterstattung weiterhin vollständig.

Was passiert ist

Die US-Migrationsbehörde ICE hat den britischen rechtsextremen Blogger Milo Yiannopoulos festgenommen und ihn inzwischen in sein Heimatland Großbritannien abgeschoben. Laut einer Mitteilung des US-Heimatschutzministeriums wurde er am Louis-Armstrong-Flughafen in New Orleans, Louisiana, in Gewahrsam genommen. Als Grund nennt die Behörde eine überschrittene Aufenthaltsdauer: Yiannopoulos sei im Mai 2019 legal über New York eingereist, habe die USA aber entgegen der erlaubten Frist nicht wieder verlassen. Bereits am 22. Juli hatte ein Einwanderungsrichter eine endgültige Ausweisungsverfügung gegen ihn erlassen, nachdem Yiannopoulos nicht zu seiner Anhörung erschienen war.

Abschiebung vollzogen

Nach Angaben eines Sprechers des US-Heimatschutzministeriums, die laut Medienberichten der Deutschen Presse-Agentur übermittelt wurden, wurde Yiannopoulos am 28. August in sein Heimatland Großbritannien abgeschoben; mehrere Medien berichteten darüber am 28. und 29. August. Damit ist die zentrale offene Frage der bisherigen Berichterstattung – ob und wohin eine Abschiebung erfolgt – beantwortet. Eine eigene Stellungnahme von Yiannopoulos zu seiner Rückkehr nach Großbritannien liegt bislang nicht vor.

Vom prominenten Gesicht zum Ausgestoßenen der rechten Szene

Yiannopoulos galt über Jahre als eines der bekanntesten Gesichter der amerikanischen extremen Rechten und verbreitete Hetze gegen Frauen, Schwarze, Eliten und Liberale. 2017 kursierte ein Interview, in dem er sich zu Sex zwischen Männern und Buben äußerte und dies verteidigte. In der Folge verlor er nach Medienberichten seinen Buchvertrag mit dem Verlag Simon & Schuster, wurde von der Rednerliste der CPAC-Konferenz gestrichen und vom rechten Onlinemedium Breitbart News entlassen. Zuletzt war er laut einem von österreichischen Medien zitierten TMZ-Bericht vor allem für seine knapp zweijährige Zusammenarbeit mit dem Rapper Ye, vormals Kanye West, bekannt, die 2024 endete.

Die Volte: Lob für ICE im Vorjahr

Eine besondere Note erhält die Festnahme durch frühere Äußerungen Yiannopoulos’ selbst: Im Vorjahr hatte er sich auf X positiv zur Arbeit der Migrationsbehörde geäußert und gefordert, Kalifornien brauche ICE-Kontrollpunkte an Supermärkten, Tankstellen, Einkaufszentren, Kreuzungen und Regierungsgebäuden. Wer dort seinen legalen Aufenthalt nicht nachweisen könne, solle sofort abgeschoben werden, schrieb er damals. Nun traf ihn selbst jene Behörde, die er noch vor rund einem Jahr gelobt hatte.

Was unklar bleibt

Eine eigene Stellungnahme von Yiannopoulos oder seiner rechtlichen Vertretung zu Festnahme und Abschiebung liegt bislang nicht vor. Offen ist auch, wie es für ihn in Großbritannien beruflich und politisch weitergeht und ob er den Rechtsweg gegen die Ausweisungsverfügung noch ausgeschöpft hat oder ausschöpfen will. Ebenso fehlt bisher eine Reaktion von Ye alias Kanye West, mit dem Yiannopoulos zeitweise eng zusammengearbeitet hatte. Details zum genauen Ablauf des Einwanderungsverfahrens sowie eine Einschätzung unabhängiger Migrationsrechtsexpertinnen und -experten liegen ebenfalls nicht vor.

Einordnung

Sowohl die Festnahme als auch die inzwischen erfolgte Abschiebung gelten als gut abgesichert, da beide auf Mitteilungen der handelnden Behörde selbst beruhen und in mehreren voneinander unabhängigen österreichischen und US-amerikanischen Medien übereinstimmend wiedergegeben werden. Weniger gesichert sind Detailangaben zur Vorgeschichte Yiannopoulos’, die in den vorliegenden Berichten überwiegend auf ein und dieselbe Agenturmeldung beziehungsweise auf einen einzelnen Promi-Portal-Bericht zurückgehen. Auffällig bleibt, dass in der gesamten bisherigen Berichterstattung ausschließlich die Behördensicht sowie begleitende Medienkommentare vorkommen – eine Gegenstimme von Yiannopoulos selbst fehlt weiterhin vollständig.