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Am Miage-Gletscher auf der italienischen Seite des Mont Blanc hat die Umweltorganisation Legambiente gemeinsam mit Freiwilligen und wissenschaftlichen Partnern wie Cipra Italia und der Fondazione Glaciologica Italiana eine Aufräumaktion durchgeführt. Dabei kamen Abfälle zum Vorschein, die teils seit Jahrzehnten im Eis oder unter Gestein verborgen waren, darunter Windeln, Plastikteile, Zigarettenstummel und eine stark korrodierte Getränkedose. Die Aktion war Teil der Initiative „Carovana dei ghiacciai 2026“, die Gletscherforschung mit Umweltschutz verbindet und in dieser Saison auch am Nachbargletscher Planpincieux Station machte.

Laut vorliegenden Medienberichten weist der Turiner Glaziologe Luigi Perotti zudem Kunststoffe im Schmelzwasser des Gletschers nach, teils aus Eis der 1980er-Jahre. Diese Einschätzung stammt bislang aus einer einzelnen, über mehrere Medien verbreiteten Quelle; eine eigene Studie dazu liegt uns nicht vor.

Die Organisatoren werten die Funde als Zeichen dafür, dass der Klimawandel Abfälle aus vergangenen Jahrzehnten wieder freilegt – ein Phänomen, das laut ihren Angaben auch andernorts in den Alpen, etwa in Österreich, beobachtet wurde. Konkrete Mengen, Orte oder eine unabhängige Bestätigung von Perottis Befund stehen noch aus.

Was passiert ist

Am Miage-Gletscher auf der italienischen Seite des Mont Blanc (Monte Bianco) hat die Umweltorganisation Legambiente gemeinsam mit Freiwilligen, Wissenschafterinnen und Wissenschaftern sowie den Partnern Cipra Italia und der Fondazione Glaciologica Italiana eine Aufräumaktion entlang stark frequentierter Wanderwege durchgeführt. Dabei wurden Abfälle eingesammelt, die teils seit Jahrzehnten im Eis oder unter Gestein verborgen waren: Windeln, Plastikteile, Zigarettenstummel, Taschentücher, ein Moskitonetz, Socken, Medikamentenverpackungen, Ausrüstungsteile, eine leere Flasche mit Kochsalzlösung sowie eine alte, stark korrodierte Getränkedose. Die Aktion war Teil der Initiative „Carovana dei ghiacciai 2026“ („Gletscherkarawane“), die wissenschaftliche Untersuchungen zum Zustand der Alpengletscher mit Maßnahmen zum Schutz der alpinen Umwelt verbindet und in dieser Saison auch am benachbarten Planpincieux-Gletscher Station machte.

Kunststoff im Schmelzwasser

Über die sichtbaren Abfallfunde hinaus berichtet der Glaziologe Luigi Perotti von der Universität Turin laut vorliegenden Medienberichten auch von Kunststoffen im Schmelzwasser des Gletschers. Ein Teil der untersuchten Eismassen soll aus den 1980er-Jahren stammen; darin fänden sich demnach Polymertypen, die für diese Zeit charakteristisch seien. Diese Einschätzung liegt bislang nur als Einzelaussage vor, die über eine gemeinsame Textvorlage in mehreren Medien verbreitet wurde – eine eigene wissenschaftliche Publikation oder Untersuchung dazu haben wir nicht direkt eingesehen.

Einordnung

Nach Angaben der Organisatoren macht der Fund auf ein Problem aufmerksam, das durch den Klimawandel zunehmend sichtbar wird: Mit dem Rückzug der Gletscher tauchen Abfälle wieder auf, die vor Jahrzehnten im Eis verschwunden waren. Ähnliche Funde seien in den vergangenen Jahren in den gesamten Alpen gemacht worden, auch in Österreich – konkrete Orte oder Mengenangaben dazu liegen uns nicht vor. Der Miage gilt als einer der größten Talgletscher Italiens und ist wegen seiner teils von Geröll bedeckten Oberfläche als „schwarzer Gletscher“ bekannt; die Steinschicht kann das Eis stellenweise vor sommerlicher Schmelze schützen, macht den Gletscher aber nicht immun gegen steigende Temperaturen. Wie „Neue Nachrichten“ bereits im Sommer berichtete, zählt der Mont Blanc laut Legambiente-Angaben ohnehin zu den italienischen Alpengletschern mit besonders kritischer Lage.

Was unklar bleibt

Offen bleibt, wie stark die Kunststoffbelastung im Schmelzwasser tatsächlich ist – Konzentrationsangaben oder eine zugrundeliegende Studie Perottis liegen uns nicht vor. Auch die genauen Fundorte und Abfalltypen der erwähnten österreichischen Vergleichsfälle sind aus den vorliegenden Quellen nicht ersichtlich. Unklar ist zudem, ob und wann Legambiente oder die beteiligten wissenschaftlichen Partner detailliertere Auswertungen der laufenden Saison der „Carovana dei ghiacciai“ veröffentlichen.