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In der Causa um das geleakte Gesprächsprotokoll aus dem Umfeld des zurückgetretenen Wirtschaftskammer-Wien-Präsidenten Walter Ruck ist nun auch der Donaustädter SPÖ-Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy ins Zentrum gerückt. Der Kurier hat nach eigenen Angaben weitere Zitate aus derselben Mitschrift veröffentlicht, die Nevrivy zugeschrieben werden: Er soll die Wiener Wirtschaftsagentur als „inkompetentesten Haufen“ bezeichnet und SPÖ-Bundesparteichef Andreas Babler scharf kritisiert haben, unter anderem als „Bürgermeister, der nichts kann“. Diese konkreten Formulierungen liegen bislang nur über die Kurier-Recherche vor und wurden nicht unabhängig anhand des Originalprotokolls überprüft.

Nevrivy selbst hat sich in einer der APA übermittelten Stellungnahme entschuldigt: Er habe sich zu den Aussagen „hinreißen lassen“, es habe sich um ein Treffen im privaten Rahmen gehandelt, und an den genauen Wortlaut könne er sich nicht mehr erinnern. Dieses Eingeständnis stützt, dass bei dem Treffen tatsächlich kritische Äußerungen fielen, ohne die exakten Zitate zu bestätigen. Die FPÖ kündigte als Reaktion an, eine Sondersitzung der Donaustädter Bezirksvertretung zu beantragen, um Nevrivy zur Rechtfertigung zu bewegen.

Die neuen Aussagen fügen sich in denselben Protokoll-Komplex, der bereits im Juli 2026 zum Ausschluss Walter Rucks aus der ÖVP geführt hatte – wie im bisherigen Bericht dieser Seite zur Causa Ruck dargestellt. Offen bleibt, ob die angekündigte Sondersitzung tatsächlich stattfindet, wie Nevrivy sich dort erklärt und ob Babler selbst auf die ihm zugeschriebene Kritik öffentlich reagiert.

Weitere Protokoll-Zitate treffen jetzt auch Nevrivy

In der Causa um das geleakte Gesprächsprotokoll aus dem Umfeld des zurückgetretenen Wirtschaftskammer-Wien-Präsidenten Walter Ruck rückt nun eine weitere Person in den Mittelpunkt: der Donaustädter SPÖ-Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy. Dass Nevrivy bei jenem Treffen anwesend war, bei dem Ruck seine später öffentlich gewordenen Aussagen getätigt haben soll, war laut Berichterstattung bereits bekannt. Neu ist, dass der Kurier nun eigene, Nevrivy zugeschriebene Zitate aus derselben Mitschrift veröffentlicht hat – Aussagen, die sich diesmal gegen die eigene Partei und eine städtische Institution richten.

Kritik an Wirtschaftsagentur und Parteichef Babler

Laut der vom Kurier veröffentlichten und von mehreren Medien übernommenen Mitschrift soll Nevrivy bei dem Treffen unter anderem über Großprojekte und Ansiedlungen gesprochen und dabei die städtische Wirtschaftsagentur als „inkompetentesten Haufen“ bezeichnet haben. Noch deutlicher soll er gegenüber SPÖ-Bundesparteichef und Vizekanzler Andreas Babler geworden sein: Er habe ihn als „Bürgermeister, der nichts kann“ bezeichnet und sinngemäß erklärt, erstmals das Gefühl zu haben, dass ein Parteivorsitzender „nicht so gescheit“ sei wie er selbst – das sei „deprimierend“. Diese Zitate liegen bislang ausschließlich über die Kurier-Recherche vor; das zugrunde liegende Protokoll oder eine Aufzeichnung wurden nicht unabhängig eingesehen.

Entschuldigung und politische Folgen

Nevrivy hat sich für seine Aussagen entschuldigt. In einer der Austria Presse Agentur übermittelten Stellungnahme räumte er ein, sich „zu Aussagen hinreißen lassen“ zu haben, bezeichnete diese als „unangemessen“ und betonte, es habe sich um ein Treffen in privatem Rahmen gehandelt. An den genauen Wortlaut könne er sich nicht mehr erinnern, ließ er über die Agentur mitteilen. Politische Konsequenzen kündigte umgehend die FPÖ an: Sie will eine Sondersitzung der Donaustädter Bezirksvertretung beantragen, um Nevrivy zur Rechtfertigung zu bewegen. Eine öffentliche Reaktion Babler selbst zu der ihm zugeschriebenen Kritik lag bislang laut vorliegenden Quellen nicht vor.

Vorgeschichte

Die neuen Zitate stammen aus demselben Protokoll-Komplex, der bereits im Juli 2026 zum Parteiausschluss von Walter Ruck aus der ÖVP geführt hatte – wie im bisherigen Bericht dieser Seite zur Causa Ruck dargestellt. Wer die Aufzeichnung angefertigt und an Medien weitergegeben hat, ist weiterhin nicht bekannt.