Österreich hat die trockensten zwölf Monate seit Beginn der Wettermessungen im Jahr 1850 erlebt, wie der Wetter- und Klimadienst Geosphere Austria mitteilte. Klimaforscher Klaus Haslinger bilanzierte, der Zeitraum werde als niederschlagsärmster der 176-jährigen Messgeschichte in Erinnerung bleiben. Zwischen 1. Jänner und 12. August 2026 gab es auf 72 Prozent der Landesfläche mehr trockene Tage als in jedem der vergangenen 65 Jahre.
Besonders betroffen ist der Osten: In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland herrscht seit 23. Februar ein nahezu durchgehendes Niederschlagsdefizit, mit deutlich weniger Regen als in den bisherigen Rekordjahren 2003 und 2015. Zwischen den Bundesländern reicht das Defizit von minus 21 Prozent in Kärnten bis minus 43 Prozent in Niederösterreich. Parallel dazu gab es zwei Hitzewellen mit Temperaturen bis 41,2 Grad.
Eine rasche Entspannung ist laut Geosphere Austria nicht absehbar; frühestens ab Oktober könnten die Prognosen etwas feuchtere Witterung bringen, diese gelten im Alpenraum aber als unsicher. Offen bleiben konkrete Reaktionen aus Landwirtschaft, Wasser- und Energiewirtschaft sowie eine unabhängige Einordnung außerhalb von Geosphere Austria.
Was passiert ist
Österreich hat nach Angaben des Wetter- und Klimadienstes Geosphere Austria die trockensten zwölf Monate seit Beginn regelmäßiger Wettermessungen im Jahr 1850 hinter sich. Der Klimaforscher Klaus Haslinger bilanzierte laut einer Aussendung der Institution, der zurückliegende Zwölfmonatszeitraum werde als niederschlagsärmster der 176-jährigen Messgeschichte in die Annalen eingehen. Landesweit sind die Folgen sichtbar: verdorrte Wiesen und Bäume, die durch den Wassermangel bereits herbstlich anmuten, obwohl der Sommer noch nicht vorbei ist. Über die Meldung berichteten am 17. August 2026 übereinstimmend ORF, DER STANDARD, Die Presse, Kurier und Kleine Zeitung.
Was die Quellen zeigen
Die von Geosphere Austria vorgelegten Zahlen sind detailliert. Zwischen 1. Jänner und 12. August 2026 gab es auf 72 Prozent der österreichischen Landesfläche mehr trockene Tage als in jedem der vergangenen 65 Jahre. Besonders betroffen ist der Osten des Landes: In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland herrscht seit 23. Februar 2026 ein nahezu durchgehendes Niederschlagsdefizit, wie Klimatologe Peter Müller erläuterte. Im Zeitraum vom 23. Februar bis 9. August fielen dort nur 210,9 statt der üblichen rund 405 Millimeter Niederschlag – ein tieferer Wert als in den bisherigen Rekordjahren 2003 und 2015. Auch zwischen den Bundesländern gibt es laut Geosphere Austria erhebliche Unterschiede: Das Niederschlagsdefizit reicht von minus 21 Prozent in Kärnten über minus 29 Prozent in der Steiermark bis zu minus 43 Prozent in Niederösterreich, dem am stärksten betroffenen Bundesland, gefolgt von Oberösterreich und Wien. An einzelnen Messstationen wie in Poysdorf im Weinviertel hatte es laut den Berichten seit Anfang Juli wochenlang nicht mehr geregnet. Parallel zur Trockenheit war es laut Geosphere Austria auch außergewöhnlich heiß: Zwei Hitzewellen brachten neue Extremtemperaturen von bis zu 41,2 Grad.
Einordnung
Geosphere Austria sieht keine rasche Entspannung der Lage. Selbst durchschnittliche Niederschlagsmengen könnten das bestehende Defizit nicht kurzfristig ausgleichen, wurde Haslinger zitiert. Erst ab Oktober deuteten Langfristprognosen auf etwas feuchtere Witterung hin, diese seien im Alpenraum über einen Vorhersagehorizont von mehr als einem Monat hinaus aber grundsätzlich sehr unsicher. Die Institution stehe zur aktuellen Situation und möglichen Auswirkungen im laufenden Austausch mit Entscheidungsträgern in Österreich, hieß es. Die Meldung reiht sich in eine Serie von Wasserhaushaltsberichten des laufenden Jahres 2026 ein, die bereits zuvor wiederholt auf ungewöhnliche Trockenheit hingewiesen hatten.
Was unklar bleibt
Offen bleibt in den vorliegenden Quellen, welche konkreten Schritte Landwirtschaft, Wasserversorger und Energiewirtschaft angesichts der anhaltenden Trockenheit setzen und ob es bereits politische Reaktionen oder Hilfsmaßnahmen für besonders betroffene Regionen gibt. Ebenso fehlt in der aktuellen Berichterstattung eine Einordnung durch Klimaforschung außerhalb von Geosphere Austria sowie ein Vergleich mit der Situation in Nachbarländern und der übrigen Alpenregion. Auch das genaue Ausmaß der wirtschaftlichen Folgen ist bislang nicht beziffert.
