Die US-Datenanalysefirma Palantir hat im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von knapp 1,94 Milliarden Dollar erzielt, ein Plus von 93 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich über den Erwartungen der Analysten. Das Unternehmen, dessen Software unter anderem vom US-Heimatschutzministerium und vom Pentagon zur Auswertung von Geheimdienst- und Militärdaten genutzt wird, hob im Zuge der Zahlen seine Jahresprognose an.
Das Wachstum kam vor allem aus den USA: Das Geschäft mit Regierungsbehörden legte um 90 Prozent auf 809 Millionen Dollar zu, jenes mit Unternehmenskunden um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar. Firmenchef Alex Karp nutzte die Zahlen laut einem Medienbericht, um Palantir als Gegenmodell zu den KI-Anbietern OpenAI und Anthropic zu positionieren – Unternehmen könnten über Palantir die Kontrolle über ihre eigenen Daten behalten.
Offen bleibt, wie belastbar Zusatzangaben wie der berichtete Kursanstieg der Aktie oder der Software-Einsatz im Iran-Krieg über die jeweilige Erstquelle hinaus sind, und wie Wettbewerber und Analysten auf Karps Positionierung reagieren.
Was passiert ist
Die auf die Auswertung großer Datenmengen spezialisierte US-Firma Palantir hat für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von knapp 1,94 Milliarden Dollar gemeldet. Das entspricht einem Plus von 93 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und liegt deutlich über den von Analysten im Schnitt erwarteten 1,8 Milliarden Dollar. Palantir ist vor allem für seine Software bekannt, mit der Geheimdienst- und Militärdaten ausgewertet werden, unter anderem für das US-Heimatschutzministerium und das Pentagon.
Das Unternehmen hob im Zuge der Zahlen seine Umsatzprognose für das gesamte Jahr 2026 an und übertraf auch mit dem Ausblick für das laufende Quartal die Markterwartungen.
Was die Quellen zeigen
Das Wachstum kommt laut den vorliegenden Berichten vor allem aus dem US-Geschäft. Die Erlöse im Heimatmarkt lagen im vergangenen Vierteljahr bei 1,57 Milliarden Dollar und damit mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. Innerhalb dieses Segments wuchs das Geschäft mit US-Regierungsbehörden um 90 Prozent auf 809 Millionen Dollar, während die Erlöse mit US-Unternehmenskunden um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar zulegten.
Kleine Zeitung, Die Presse und Der Standard berichten übereinstimmend über diese Kernzahlen. Die Presse liefert dazu ausführlichere Hintergründe, etwa Zitate von Firmenchef Alex Karp aus einer Analysten-Videokonferenz.
Einordnung
Karp nutzt den geschäftlichen Rückenwind laut Die Presse, um Palantir als Gegenmodell zu den führenden KI-Entwicklern OpenAI und Anthropic zu positionieren. Sein Argument: Unternehmen könnten über Palantir die Kontrolle über ihre eigenen Daten behalten und bei Bedarf zwischen verschiedenen KI-Anbietern wechseln, statt sich an ein einzelnes KI-Labor zu binden. Die großen KI-Labore selbst bestreiten, Kundendaten zum Training ihrer Modelle zu nutzen.
Diese Positionierung ist bislang nur durch die Wiedergabe eines einzelnen Mediums belegt und stammt erkennbar aus Karps eigener Darstellung im Rahmen der Quartalsmitteilung – eine unabhängige Einschätzung von Konkurrenten oder Branchenbeobachtern liegt in den vorliegenden Quellen nicht vor.
Was unklar bleibt
Laut Die Presse soll Palantir-Software unter Berufung auf Medienberichte auch im Iran-Krieg eingesetzt worden sein. Diese Angabe stammt aus zweiter Hand und ist in den vorliegenden Quellen nicht weiter belegt. Ebenso einzelquellenbelegt ist der berichtete Anstieg der Palantir-Aktie um rund 14 Prozent im nachbörslichen Handel. Wie Analysten, Wettbewerber und mögliche Kunden in Europa auf die Zahlen und auf Karps Positionierung reagieren, ist aus den vorliegenden Quellen ebenfalls nicht ersichtlich.
