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Das US-Verteidigungsministerium hat der Führung der Militärzeitung „Stars and Stripes“ gekündigt: Betroffen sind Chefredakteur Erik Slavin, Nahost-Korrespondentin Lara Korte und Herausgeber Max D. Lederer Jr. Als offiziellen Grund nannte das Pentagon Ungehorsam. Slavin und Korte hatten zuvor in einem CBS-Interview betont, die Zeitung müsse redaktionell unabhängig bleiben und dürfe keine PR für das Ministerium machen; Korte schrieb auf X, sie arbeite für „Stars and Stripes“ und nicht für das Pentagon oder eine Regierung.

Ein Pentagon-Sprecher erklärte laut US-Medien, das Ministerium wolle die Zeitung „ins 21. Jahrhundert“ bringen und von „woken Ablenkungen“ befreien. Eine direkte Presseanfrage der Deutschen Presse-Agentur blieb zunächst unbeantwortet. Herausgeber Lederer hatte sein reguläres Ausscheiden zum 30. September bereits zuvor angekündigt und dabei auf grundlegende Differenzen mit den Pentagon-Plänen für die Zeitung verwiesen.

Der Fall reiht sich in eine breitere Debatte um Pressefreiheit unter der Trump-Administration ein, die zuvor bereits mit verschärften Pentagon-Akkreditierungsregeln für Journalistinnen und Journalisten aufgefallen war. Offen bleibt, wie das Pentagon ausführlicher reagiert und ob die Betroffenen arbeitsrechtlich gegen die Kündigungen vorgehen.

Was passiert ist

Das US-Verteidigungsministerium hat der Führung der auf Militärthemen spezialisierten und teils staatlich mitfinanzierten Zeitung „Stars and Stripes“ gekündigt. Betroffen sind Chefredakteur Erik Slavin, die aus Deutschland berichtende Nahost-Korrespondentin Lara Korte und der langjährige Herausgeber Max D. Lederer Jr. Als offiziellen Kündigungsgrund nannte das Pentagon Ungehorsam. „Stars and Stripes“ selbst sowie mehrere US-Medien berichten übereinstimmend, dass entsprechende Kündigungsschreiben verschickt wurden. Die Zeitung richtet sich vor allem an Militärangehörige, wird über den Haushalt des Verteidigungsministeriums mitfinanziert und erreicht nach eigenen Angaben mit ihren digitalen Kanälen zusammengenommen bis zu 1,4 Millionen Menschen. Ihre europäische Redaktionszentrale hat das Blatt im deutschen Kaiserslautern, nahe dem Luftwaffenstützpunkt Ramstein.

Reaktionen der Betroffenen

Slavin erklärte in einer Stellungnahme, „Stars and Stripes“ müsse redaktionell unabhängig bleiben und dürfe keine PR für das Verteidigungsministerium betreiben; nachrichtliche Zensur sei für ihn eine rote Linie. Korte schrieb auf der Plattform X, das Verteidigungsministerium feuere sie wegen Ungehorsams, nachdem sie einem CBS-Reporter gesagt habe, sie arbeite für „Stars and Stripes“ – nicht für das Pentagon, nicht für eine Regierung und nicht für Politiker. Beide hatten zuvor der Sendung „CBS Sunday Morning“ Interviews gegeben, in denen es um die Bemühungen des Pentagons ging, redaktionell stärker auf die Zeitung einzuwirken. Lederer, der sein Ausscheiden aus Altersgründen zum 30. September ohnehin bereits angekündigt hatte, reagierte laut Berichten zunächst nicht auf Anfragen; zuvor hatte er erklärt, seine Führungsphilosophie unterscheide sich grundlegend von den Plänen, die das Pentagon für das Blatt habe.

Die Pentagon-Seite

Eine direkte Anfrage der Deutschen Presse-Agentur beim Pentagon blieb zunächst unbeantwortet. US-Medien zufolge äußerte sich ein Pentagon-Sprecher jedoch, das Ministerium wolle „Stars and Stripes“ „ins 21. Jahrhundert“ bringen und die Inhalte von „woken Ablenkungen“ befreien, die die Moral der Truppe untergraben würden. Diese Position stammt aus einem von mehreren Medien zitierten Sprecher-Statement, nicht aus einer selbst eingesehenen offiziellen Pentagon-Mitteilung.

Einordnung

Der Fall befeuert die Debatte darüber, wie die Regierung von Präsident Donald Trump mit Pressefreiheit umgeht und kritische Berichterstattung einzudämmen versucht. Das Pentagon hatte im Vorjahr laut Berichten neue Richtlinien für akkreditierte Journalistinnen und Journalisten eingeführt, wonach diese ohne Genehmigung der Regierung keine Informationen über das Verteidigungsministerium mehr veröffentlichen durften – bei Weigerung drohte der Entzug der Akkreditierung. Nahezu alle großen US-Medienhäuser sollen sich geweigert haben, den mehrseitigen Regelkatalog zu unterzeichnen. Dieser Kontext stützt die Einordnung der aktuellen Kündigungen als Teil einer umfassenderen Auseinandersetzung um redaktionelle Kontrolle über die Militärzeitung.

Was unklar bleibt

Offen ist, ob das Pentagon über das zitierte Sprecher-Statement hinaus eine ausführlichere offizielle Begründung liefert und wie es auf die Kritik von Journalismus-Organisationen reagiert. Unklar ist auch, ob Slavin, Korte oder Lederer arbeitsrechtlich gegen ihre Entlassung vorgehen, und welche konkreten inhaltlichen Änderungen das Pentagon für „Stars and Stripes“ plant. Die genauen Details der 2025 eingeführten Akkreditierungsregeln sowie das Ausmaß der Weigerung großer Medienhäuser, diese zu unterzeichnen, sind aus der vorliegenden Quellenlage nicht abschließend zu verifizieren.