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Österreichs Wirtschaftsministerium hat in einer eigenen Aussendung vom 20. August 2026 bestätigt, dass die Photovoltaik-Förderung ab 2027 neu ausgerichtet wird: Statt kleiner PV-Anlagen soll künftig vor allem der Ausbau von Energiespeichern und Energiemanagementsystemen gefördert werden. Minister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) begründete den Schritt mit dem heurigen Hitzesommer, der den Bedarf an mehr Speicherkapazität gezeigt habe: Tagsüber entstehe durch PV-Spitzen ein Stromüberschuss zu niedrigen Preisen, abends stiegen Verbrauch und Preise wieder deutlich an. Die Reform ist Teil einer breiter angelegten „Speicheroffensive“, zu der laut Ministerium auch eine Berücksichtigung von Speichern im neuen Netzinfrastrukturplan, schnellere Genehmigungsverfahren für Batteriespeicher und ein eigenes Förderprogramm für Energiemanagementsysteme zählen.

Künftig soll es zudem Anreize für die Nachrüstung von Speichern bei bestehenden Anlagen sowie einen Bonus für europäische Komponenten geben. Einige PV-Sonderformen wie gebäudeintegrierte Anlagen, Agri-PV, Parkplatzüberdachungen oder schwimmende Anlagen bleiben förderfähig. Auch das Vergabesystem ändert sich: Das bisherige „First come first serve“-Prinzip fällt, Anträge sollen künftig erst nach Installation und Rechnungslegung möglich sein. Der letzte Fördercall nach altem System findet am 8. Oktober 2026 statt.

Staatssekretärin Elisabeth Zehetner verweist – nun auch in einer eigenen Aussendung – auf einen rund 90-prozentigen Preisrückgang bei PV-Anlagen als Grund für das Auslaufen der bisherigen Förderung. Die FPÖ kritisierte die Pläne in einer eigenen Aussendung als „alten Wein in neuen Schläuchen“, der bereits im EAG-Evaluierungsbericht stehe; der Branchenverband PV&B Austria begrüßte die Ankündigung laut einem Medienbericht grundsätzlich, mahnte aber konkrete Umsetzung statt weiterer Ankündigungen ein. Wie die konkrete gesetzliche Ausgestaltung aussieht und wie die Koalitionspartner SPÖ und NEOS dazu stehen, ist weiterhin offen.

Was angekündigt wurde

Die Förderung von Photovoltaikanlagen in Österreich wird ab 2027 neu ausgerichtet. Das bestätigte das Wirtschaftsministerium am 20. August 2026 in einer eigenen Aussendung, über die am selben Tag mehrere große österreichische Medien berichteten. Statt der bisherigen breiten Subvention kleiner PV-Anlagen soll der Förderfokus künftig auf Energiespeicher gelegt werden. Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) begründete den Schritt mit dem heurigen Hitzesommer, der den Bedarf an mehr Speicherkapazität verdeutlicht habe: Durch PV-Spitzen in der Mittagszeit entstehe ein Überschuss an günstigem Strom, während abends bei sinkender Sonnenstromerzeugung Verbrauch und Preise stiegen. Als Beispiel nannte das Ministerium einen Samstag im Sommer, an dem der durchschnittliche Großhandelspreis zwischen 10 und 16 Uhr bei rund 14 Euro pro Megawattstunde gelegen sei, abends hingegen bei rund 180 Euro.

Details der Neuregelung

Im Zentrum der im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz geregelten Investitionsförderung soll künftig die Unterstützung von Energiemanagementsystemen und „intelligenten“ Speichern stehen, die den Eigenverbrauch erhöhen und die Netze entlasten. Auch für die Nachrüstung von Speichern bei bereits bestehenden PV-Anlagen sind finanzielle Anreize vorgesehen. Wer bei zentralen Komponenten auf europäische Produktion setzt, soll zusätzlich einen Bonus erhalten. Für kleine PV-Anlagen selbst soll es hingegen keine Förderung mehr geben. Ausgenommen sind mehrere Sonderformen: Gebäudeintegrierte Photovoltaik, Anlagen auf landwirtschaftlicher Fläche, Parkplatzüberdachungen, schwimmende Photovoltaikanlagen sowie Anlagen an Lärmschutzwänden sollen weiterhin finanziell unterstützt werden. Ein weiterer Systemwechsel betrifft die Vergabe: Das bisherige „First come first serve“-Prinzip, bei dem verfügbare Fördermittel in vergangenen Calls binnen Sekunden oder Minuten vergriffen waren, soll fallen. Förderanträge sollen künftig erst nach Installation und Rechnungslegung gestellt werden können – nach dem Prinzip des Handwerkerbonus. Der dritte und letzte Fördercall des laufenden Jahres am 8. Oktober 2026 soll aber noch nach dem bisherigen System ablaufen.

Die „Speicheroffensive“ im Detail

Laut der Aussendung des Ministeriums ist die PV-Förderreform Teil eines breiteren Maßnahmenpakets, das als „Speicheroffensive“ bezeichnet wird. Dazu zählen neben der neu ausgerichteten PV-Förderung eine stärkere Berücksichtigung von Speicherinfrastruktur im neuen Netzinfrastrukturplan, eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren für Batteriespeicher sowie ein eigenes Förderprogramm für intelligente Energiemanagementsysteme in Haushalten und Betrieben. Hattmannsdorfer forderte zudem von der E-Control Nachschärfungen bei den geplanten Kriterien für „systemdienliche“ Speicher, damit der Speicherausbau nicht an zu engen Vorgaben scheitere.

Reaktionen und Vorgeschichte

Die zuständige Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) hatte die Neuregelung bereits mehrfach angekündigt, zuletzt in einer eigenen Aussendung am 10. Juli 2026 sowie in der ZIB2 vom 13. August. Sie begründet das Auslaufen der PV-Förderung mit einem rund 90-prozentigen Preisrückgang bei Photovoltaikanlagen in den vergangenen Jahren; das zugrunde liegende Gesetz stamme aus dem Jahr 2021, als unter anderen Voraussetzungen vor allem der Ausbau der Photovoltaik angekurbelt werden sollte. Wie berichtet war ein früherer Fördercall im Sommer 2026 binnen kürzester Zeit ausgeschöpft; laut Zehetners Juli-Aussendung konnten von rund 28.000 Anträgen nur rund 3.000 berücksichtigt werden. Die FPÖ kritisierte die nun bestätigte Neuregelung in einer eigenen Aussendung von Energiesprecher Axel Kassegger und Paul Hammerl als „alten Wein in neuen Schläuchen“: Die Maßnahmen seien bereits seit rund anderthalb Jahren im EAG-Evaluierungsbericht der Österreichischen Energieagentur dokumentiert, ein entsprechender Entschließungsantrag der FPÖ liege seit April 2025 vor. Der Branchenverband PV&B Austria wiederum begrüßte die Ankündigung laut einem Medienbericht grundsätzlich, forderte aber konkrete Umsetzung statt weiterer Ankündigungen sowie zusätzliche steuerliche Entlastungen und praxistaugliche Vorgaben der E-Control für Stromspeicher. Wie sich die Koalitionspartner SPÖ und NEOS zur Reform positionieren, ist aus den vorliegenden Quellen weiterhin nicht ersichtlich.

Was unklar bleibt

Offen ist, wie die neuen Förderkriterien für Speicher konkret in der EAG-Novelle bzw. in nachgeordneten Verordnungen ausformuliert werden und ob die von Hattmannsdorfer geforderten Nachschärfungen der E-Control tatsächlich umgesetzt werden. Ebenfalls unklar ist, welches Fördervolumen künftig für Speicher im Vergleich zur bisherigen PV-Förderung vorgesehen ist, wie hoch der „Made in Europe“-Bonus konkret ausfällt und wie unabhängige Energieexpertinnen und -experten den tatsächlichen Speicherbedarf und die Wirtschaftlichkeit der neuen Förderlogik einschätzen. Eine offizielle Positionierung der Koalitionspartner SPÖ und NEOS liegt weiterhin nicht vor, und die Stellungnahme von PV&B Austria wurde bislang nur über eine Medien-Republikation, nicht über den Verband selbst, bekannt.

Einordnung

Die Neuausrichtung markiert einen Kurswechsel gegenüber dem 2021 beschlossenen Fördersystem, das vor allem den raschen Ausbau der Photovoltaik in Österreich vorantreiben sollte. Nach mehreren Fördercalls, deren Mittel laut Ministerium binnen Sekunden oder Minuten vergriffen waren, und nach einem laut Zehetner deutlichen Preisrückgang bei PV-Anlagen verschiebt sich der politische Schwerpunkt von der reinen Erzeugungsförderung zur Steuerung von Angebot und Nachfrage über den Tagesverlauf. Dass die Ankündigung nun sowohl von der Opposition (FPÖ) als auch von der Branche (PV&B Austria) kommentiert wurde, zeigt zwei unterschiedliche Kritiklinien: Die FPÖ bezweifelt die Neuheit der Maßnahmen, der Verband bezweifelt die tatsächliche Umsetzung. Ob der Schwerpunktwechsel den erwarteten Effekt auf Netzentlastung und Strompreise hat, lässt sich anhand der bisherigen Ankündigungen weiterhin nicht beurteilen – dafür fehlen sowohl die endgültige rechtliche Ausgestaltung als auch unabhängige Einschätzungen.