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Wladimir Putin hat beim Parteitag der Kremlpartei „Geeintes Russland“ in Moskau zur Fortsetzung des Angriffskriegs gegen die Ukraine aufgerufen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie den Einsatz der russischen Streitkräfte beschworen. Parteichef Dmitri Medwedew zeigte sich zuversichtlich, dass Russland den seit viereinhalb Jahren laufenden Krieg gewinnen werde, und behauptete, das Land werde sich „immer mehr Gebiete zurückholen“. Er bezifferte die ukrainischen Verluste auf 20 Prozent des Staatsgebiets und die Hälfte der Bevölkerung – eine Zahl, die ausschließlich von russischer Seite stammt und nicht unabhängig bestätigt ist.

Die Auftritte fielen rund einen Monat vor der Duma-Wahl vom 18. bis 20. September 2026, zu der erstmals auch Menschen in den annektierten, von Russland besetzten Teilen der ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja aufgerufen sind. Die kremlkritische Partei Jabloko wurde nach einem Popularitätsschub von der Wahl ausgeschlossen; auf dem Stimmzettel stehen nur noch zehn kriegsbefürwortende Parteien.

Eine Reaktion der Ukraine, eine Stellungnahme Jablokos oder eine unabhängige Einschätzung der von Medwedew behaupteten Gebietsgewinne liegen bislang nicht vor.

Was passiert ist

Wladimir Putin hat beim Parteitag der Kremlpartei „Geeintes Russland“ in der Moskauer Arena Megasport zur Fortsetzung des Angriffskriegs gegen die Ukraine aufgerufen. Vor tausenden Delegierten sagte er, es hänge derzeit sehr viel vom gesellschaftlichen Zusammenhalt, vom Mut der Soldaten und Offiziere und von der gewissenhaften Arbeit jedes Einzelnen ab, um zum „Sieg“ beizutragen. Putin bekräftigte zugleich seine Unterstützung für die Kremlpartei, die er als die im Land erfahrenste politische Kraft bezeichnete – einen Monat vor der Duma-Wahl.

Wortmeldungen von Putin und Medwedew

Auch Parteichef Dmitri Medwedew, zugleich Vizechef des russischen Sicherheitsrates, trat bei dem Parteitag auf und zeigte sich zuversichtlich, dass Russland den seit viereinhalb Jahren andauernden Krieg gewinnen werde. Er behauptete, Russland werde sich „immer mehr Gebiete zurückholen“, und bezeichnete die Ukraine als ein bereits „verschwindendes Phantom-Land“. Laut Medwedew habe das Land 20 Prozent seines Territoriums und die Hälfte seiner Bevölkerung verloren – eine Zahl, die ausschließlich von russischer Seite stammt und durch keine der vorliegenden Quellen unabhängig bestätigt wird. Ausgereiste Kriegsgegner bezeichnete Medwedew als „Verräter“, denen eine Rückkehr nach Russland dauerhaft verweigert werden solle.

Duma-Wahl und annektierte Gebiete

Die Aussagen fielen rund einen Monat vor der russischen Parlamentswahl, die vom 18. bis 20. September 2026 stattfindet. Erstmals sind dabei auch Menschen in den von Russland besetzten Teilen der annektierten ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja zur Stimmabgabe aufgerufen – ein Schritt, mit dem Moskau die international nicht anerkannte Annexion weiter zu festigen versucht. Auf dem Stimmzettel stehen laut den vorliegenden Berichten zehn Parteien, die allesamt den Kurs der Kriegsfortsetzung unterstützen. Die kremlkritische Partei Jabloko war zunächst zur Wahl zugelassen, wurde jedoch nach einem deutlichen Popularitätsschub von der Abstimmung ausgeschlossen.

Was unklar bleibt

Eine offizielle Reaktion der Ukraine auf die Auftritte von Putin und Medwedew liegt bislang nicht vor. Auch eine Stellungnahme von Jabloko zu ihrem Ausschluss von der Wahl sowie eine unabhängige Einschätzung der aktuellen Frontlage – etwa zu Medwedews Behauptung über russische Gebietsgewinne und ukrainische Verluste – fehlen in den vorliegenden Quellen. Ebenso offen ist, wie internationale Beobachter die erstmalige Einbeziehung der annektierten Gebiete in die Duma-Wahl bewerten.

Einordnung

Der Auftritt reiht sich in eine Serie öffentlicher Erfolgsbeteuerungen der russischen Führung ein, während der Krieg gegen die Ukraine bereits im fünften Jahr andauert. Für Putin hat die Duma-Wahl auch den Charakter einer Art Volksabstimmung über seinen Kurs; er setzt dabei erklärtermaßen auf eine hohe Wahlbeteiligung. Dass mit Jabloko die einzige nennenswerte kriegskritische Kraft von der Abstimmung ausgeschlossen wurde, unterstreicht zugleich, wie eng der politische Spielraum für abweichende Positionen in Russland derzeit bemessen ist.