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Bei einem russischen Luftangriff auf ein Munitionsdepot im Dorf Myla bei Kiew wurden in der Nacht auf 29. August 2026 nach aktuellem Stand mindestens 38 Menschen getötet, vier weitere werden noch vermisst – die zunächst gemeldeten 27, dann 37 Toten wurden damit weiter nach oben korrigiert. Nach übereinstimmenden Berichten waren die meisten Opfer Bewohner eines Alten- und Pflegeheims, das durch die Explosionen beschädigt wurde; rund 380 bis 400 Menschen wurden evakuiert. Das Depot lag entgegen den ukrainischen Vorschriften in einem Wohngebiet, weshalb die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren eingeleitet hat. Premier Korezkyj verwies auf einen ähnlichen Vorfall Anfang Juli 2026 in Wyschnewe mit mindestens neun Toten und sprach von „krimineller Fahrlässigkeit“. Unabhängig davon wurde Kiew am Wochenende von weiteren Drohnen getroffen: Laut Bürgermeister Klitschko starb ein zweijähriges Mädchen, laut Kurier zusätzlich ein 14-jähriges Mädchen – beide Angaben sind bislang nur einfach belegt.

Das russische Verteidigungsministerium kündigte an, massive Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur vorzubereiten – als Reaktion auf ukrainische Angriffe auf russische zivile Infrastruktur und Energieanlagen dargestellt; diese Ankündigung wird inzwischen von mehreren unabhängigen Medien (ZDFheute, Euronews, Kurier, DER STANDARD) übereinstimmend berichtet und gilt damit als belegt, offen bleibt aber, wann und in welchem Umfang Russland tatsächlich zuschlägt. Parallel meldete der russische Gouverneur Michail Jewrajew, eine Ölraffinerie in Jaroslawl sei von Trümmerteilen einer ukrainischen Drohne getroffen worden, ein Mensch sei getötet und 27 weitere verletzt worden; zudem wurde ein weiterer russischer Angriff im Landkreis Butscha bei Kiew mit mindestens einem Toten gemeldet. Beide Angaben stammen aus einer einzelnen russischen bzw. medial vermittelten Quelle und sind unabhängig nicht bestätigt; beim Butscha-Fall ist zudem unklar, ob er sich vom bereits dokumentierten Myla-Angriff überhaupt unterscheidet. Weiterhin nur einfach belegt bleiben Berichte über Forderungen aus Moskau nach dem Einsatz taktischer Atomwaffen.

Neu hinzugekommen ist ein weiterer, separater russischer Luftangriff auf die Region Kiew in der Nacht auf 1. September 2026, dem ersten Schultag des neuen Schuljahres: Laut Kiewer Militärverwaltung wurden dabei mindestens vier Menschen getötet – drei in der Hauptstadt, ein weiterer bei einem Angriff auf ein Geschäft in Boryspil. Regionalchef Tkatschenko sprach von einem „massiven“ Angriff mit Raketen und Kampfdrohnen; in Boryspil wurde zudem ein Wohnhaus getroffen, acht Menschen wurden dort verletzt, fünf weitere in der Hauptstadt. Diese Angaben werden von mehreren unabhängigen Medien übereinstimmend berichtet, gehen aber auf dieselbe ukrainische Quelle zurück; eine russische Stellungnahme fehlt, und es bleibt offen, ob es sich um ein von Myla unabhängiges Ereignis handelt. Präsident Selenskyj bezifferte die russischen Angriffe der Vorwoche insgesamt auf fast 2.000 Drohnen, über 1.600 Bomben und 31 Raketen; russische bzw. von Russland eingesetzte Behörden meldeten ihrerseits vier Tote durch ukrainische Angriffe auf Belgorod und Sewastopol. Offen bleiben das endgültige Ausmaß der Opferzahlen in Myla angesichts der vier Vermissten, der Ausgang des Strafverfahrens, die tatsächliche Umsetzung der angekündigten russischen Energieangriffe sowie die endgültige Bilanz und Einordnung des neuen Angriffs vom 1. September.

Was passiert ist

Bei einem russischen Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadtregion Kiew wurden in der Nacht auf Samstag, den 29. August 2026, zunächst mindestens 37 Menschen getötet – nach aktuellem Stand liegt die Zahl bei mindestens 38 Toten, dazu kommen vier Vermisste. Die ursprünglich gemeldete Zahl von 27 Toten war damit über mehrere Zwischenschritte deutlich nach oben korrigiert worden. Getroffen wurde ein Munitionsdepot im Dorf Myla im Bezirk Butscha, rund fünf Kilometer westlich von Kiew, wo laut Staatsanwaltschaft am Freitagabend kurz nach 20.00 Uhr Ortszeit ein Unternehmensgelände beschossen wurde und in der Folge ein Feuer mit mehreren Explosionen ausbrach. Aus dem betroffenen Gebiet wurden rund 380 bis 400 Menschen mit Unterstützung von mehr als 300 Rettungskräften in Sicherheit gebracht. Nach übereinstimmenden Berichten handelte es sich bei den meisten Todesopfern um Bewohner eines Alten- und Pflegeheims, das durch die Explosionen beschädigt wurde; auch Wohnhäuser wurden in Mitleidenschaft gezogen. Zu den 20 bis 42 gemeldeten Verletzten liegen unterschiedliche Angaben vor. Sprengstoffexperten suchten laut Selenskyj weiter nach durch die Explosionen verstreuter Munition auf dem großflächig kontaminierten Gelände.

Strafverfahren wegen Lagerung in Wohngebiet

Bereits am Samstag war bekannt geworden, dass das Munitionsdepot – entgegen den ukrainischen Vorschriften – in einem Wohngebiet lag. Die Staatsanwaltschaft hat deswegen ein Strafverfahren eingeleitet; erste Berichte ordnen dem Verfahren den Vorwurf dienstlicher Fahrlässigkeit zu. Ein offizieller, zusammenfassender Wortlaut zum genauen Ermittlungsgegenstand und zu möglichen Beschuldigten liegt weiterhin nicht vor. Premier Serhij Korezkyj verwies auf einen vergleichbaren Vorfall Anfang Juli 2026 in der Stadt Wyschnewe am südwestlichen Stadtrand von Kiew, bei dem nach Behördenangaben mindestens neun Menschen getötet wurden. „Im fünften Kriegsjahr werden ein und dieselben Fehler begangen – das ist kriminelle Fahrlässigkeit“, schrieb Korezkyj dazu auf Telegram.

Separater Angriff auf Kiew am Wochenende (29./30. August)

Unabhängig vom Angriff auf Myla wurde die Stadt Kiew im Tagesverlauf des Samstags von weiteren russischen Drohnen getroffen. Dabei sei laut Bürgermeister Vitali Klitschko ein zweijähriges Mädchen getötet und acht weitere Personen verletzt worden. Laut Kurier wurde übers Wochenende zusätzlich ein 14 Jahre altes Mädchen getötet – Näheres zu den Umständen dieses Falls liegt bislang nur aus dieser einen Quelle vor. Beide Angaben zu getöteten Minderjährigen sind einfach belegt und unabhängig noch nicht bestätigt.

Russland kündigt massive Angriffe auf Energieanlagen an

Neu hinzugekommen ist eine Ankündigung des russischen Verteidigungsministeriums, massive Angriffe auf die Energiesektor-Einrichtungen der Ukraine vorzubereiten. Moskau begründete dies als Reaktion auf ukrainische Angriffe auf russische zivile Infrastruktur sowie Öl- und Energieanlagen. Anders als die zuvor nur einfach belegte Kurier-Meldung zu diesem Thema wird die Ankündigung inzwischen von mehreren voneinander unabhängigen Medien – ZDFheute, Euronews sowie Kurier und DER STANDARD – übereinstimmend berichtet; sie gilt damit als hinreichend belegt. Offen bleibt jedoch, in welchem Umfang und Zeitrahmen Russland die angekündigten Angriffe tatsächlich umsetzt und welche konkreten Anlagen betroffen sein sollen. Der DER-STANDARD-Livebericht selbst war wegen einer Cookie-Consent-Sperre nicht im Volltext einsehbar und wurde nur über Titel und Kurzfassung ausgewertet. Unverändert nur einfach belegt und daher bewusst zurückhaltend wiedergegeben bleibt ein separater Kurier-Hinweis, wonach aus Moskau zugleich Forderungen nach noch härteren Schlägen bis hin zum Einsatz taktischer Atomwaffen laut geworden seien; dafür fehlt weiterhin jede zweite Bestätigung.

Weitere gemeldete Vorfälle: Jaroslawl und Landkreis Butscha

Parallel meldete der russische Gouverneur Michail Jewrajew über Telegram, dass eine Ölraffinerie in der russischen Stadt Jaroslawl von Trümmerteilen einer ukrainischen Drohne getroffen worden sei; dabei sei ein Mensch getötet und 27 weitere seien verletzt worden. Diese Angabe stammt bislang ausschließlich von russischer Seite und wurde durch ein einzelnes Medienportal (Kleine Zeitung) wiedergegeben; eine unabhängige Bestätigung fehlt, ebenso ist unklar, ob sie sich auf denselben Vorfall bezieht wie ein zuvor an derselben Raffinerie gemeldeter Brand. Dieselbe Quelle berichtete zudem von einem russischen Angriff im Landkreis Butscha bei Kiew mit mindestens einem Todesopfer, ohne nähere Angaben zu Ort, Zeitpunkt oder Ziel zu nennen. Da der Bezirk Butscha auch das Dorf Myla umfasst, bleibt unklar, ob es sich um ein eigenständiges, kleineres Ereignis oder um eine ungenaue Bezugnahme auf den bereits ausführlich dokumentierten Myla-Angriff handelt.

Russische Bestätigung und Zielangaben zu Myla

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Drohnenangriffe rund um Kiew und erklärte laut der Staatsagentur TASS, in Kiew einen Montagebetrieb der Schiffbauindustrie sowie den Hafen von Mykolajiw getroffen zu haben. Unklar bleibt, ob sich diese Zielangabe auf den nächtlichen Angriff bei Myla oder auf die separaten Drohnenangriffe vom Samstag bezieht. Russlands Armee erklärte zudem, in Myla ein Munitionsdepot der ukrainischen Truppen beschossen zu haben; auch internationale Medien beschreiben den Vorfall als Explosion mit einer Kettenreaktion von Munitionsdetonationen, ohne dass eine unabhängige technische Bestätigung vorliegt.

Selenskyjs Wochenbilanz und weitere Angriffe

Präsident Selenskyj bezifferte die russischen Angriffe dieser Woche auf fast 2.000 Drohnen, mehr als 1.600 Bomben und 31 Raketen – eine unabhängige Überprüfung dieser Gesamtzahlen liegt nicht vor. Parallel meldeten russische bzw. von Russland eingesetzte Behörden vier Tote durch ukrainische Angriffe auf die Region Belgorod und die Stadt Sewastopol auf der Krim. Sämtliche Angaben zu Angriffen auf russischem bzw. russisch kontrolliertem Gebiet stammen von einer Konfliktpartei und sind unabhängig nicht überprüft.

Neuer Angriff zu Schulbeginn: mindestens vier weitere Tote am 1. September

Zu Beginn des neuen Schuljahres in der Ukraine kam es in der Nacht auf 1. September 2026 zu einem weiteren, von den bereits dokumentierten Vorfällen um Myla getrennten Angriff auf die Region Kiew. Laut Kiewer Militärverwaltung wurden dabei mindestens vier Menschen getötet: drei bei dem Angriff auf die Hauptstadt selbst, ein weiterer in der östlich gelegenen Stadt Boryspil, wo laut Behörden ein Geschäft getroffen wurde. Der Chef der Militärverwaltung der Region Kiew, Timur Tkatschenko, sprach von einem „massiven“ nächtlichen Angriff „mit russischen Raketen und Kampfdrohnen“. Ihm zufolge wurde in Boryspil zudem ein Wohnhaus getroffen, acht Menschen wurden dabei verletzt; in der Hauptstadt selbst gab es Berichte über fünf Verletzte. Die Angaben werden von mehreren voneinander unabhängigen Medien (ORF, SN.at, t-online) übereinstimmend wiedergegeben, gehen aber sämtlich auf dieselbe ukrainische Quelle zurück; eine russische Stellungnahme oder eine von ukrainischen Stellen unabhängige Bestätigung liegt bislang nicht vor. Ob dieser Angriff in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem knapp drei Tage zuvor erfolgten Angriff auf Myla steht oder ein eigenständiges, separates Ereignis darstellt, ist aus den vorliegenden Berichten nicht zu klären.

Was unklar bleibt

Offen ist, ob die Opferzahl über die aktuell gemeldeten 38 Toten in Myla hinaus weiter steigt, solange der Verbleib der vier Vermissten nicht geklärt ist. Auch das genaue Schadensausmaß am Alten- und Pflegeheim sowie an den betroffenen Wohnhäusern ist nicht abschließend beschrieben. Unklar bleibt zudem, ob sich Russlands Angabe zu Schiffbaubetrieb und Hafen Mykolajiw auf denselben Angriff bezieht wie jener auf Myla, ob es sich bei der getroffenen Anlage tatsächlich um ein Munitionsdepot der ukrainischen Armee handelte, und zu welchem Ergebnis das eingeleitete Strafverfahren kommt. Offen bleibt außerdem, wann und in welchem Umfang Russland die angekündigten Angriffe auf Energieanlagen tatsächlich umsetzt, ob sich die von Gouverneur Jewrajew gemeldete Opferzahl aus Jaroslawl unabhängig bestätigen lässt, und ob der gemeldete Angriff im Landkreis Butscha ein eigenständiges Ereignis war. Der Bericht über Forderungen nach dem Einsatz taktischer Atomwaffen ist bislang nur einfach belegt und bedarf weiterer Bestätigung. Neu hinzugekommen ist die offene Frage, ob der Angriff auf die Region Kiew vom 1. September 2026 ein von Myla unabhängiges Ereignis war, ob die gemeldete Opferzahl von vier Toten noch steigt und ob Russland dazu Stellung nimmt. Eine wirklich unabhängige, nicht an ukrainische oder russische Amtsträger gebundene Bestätigung der jeweiligen Opferzahlen liegt weiterhin nicht vor.

Einordnung

Der Vorfall reiht sich in eine seit Wochen anhaltende Serie schwerer russischer und ukrainischer Angriffe ein, über die „Neue Nachrichten“ bereits mehrfach berichtet hat – etwa zu wiederholten wechselseitigen Angriffen auf Öl- und Energieinfrastruktur auf beiden Seiten sowie zu Drohnenangriffen auf zivile Ziele wie Einkaufszentren, Züge und Wohngebiete. Wiederkehrendes Muster ist, dass vorläufige, von Regionalbehörden über Telegram verbreitete Opferzahlen im weiteren Verlauf mehrfach nach oben korrigiert und erst später von internationalen Medien unabhängig übernommen werden – wie schon in Myla selbst zu beobachten war. Die nun angekündigten massiven russischen Angriffe auf ukrainische Energieanlagen reihen sich zudem in eine bereits länger laufende wechselseitige Eskalation gegen Öl- und Energieinfrastruktur ein, die auch in früherer Berichterstattung dokumentiert wurde. Die laufende Debatte über behördliche Fahrlässigkeit bei der Munitionslagerung ist ebenfalls kein Einzelfall: Der von Premier Korezkyj benannte Vorfall in Wyschnewe vom Juli 2026 zeigt, dass die ukrainische Führung das Problem bereits zuvor öffentlich benannt hatte, ohne dass es – nach Darstellung Korezkyjs – zu wirksamen Konsequenzen gekommen wäre. Der neue Angriff auf die Region Kiew zum Schulbeginn am 1. September 2026 zeigt, dass die Angriffsserie auf die Hauptstadtregion trotz der schweren Vorwoche unvermindert anhält.