Bei den Salzburger Festspielen hat eine neue Produktion von Richard Strauss’ „Ariadne auf Naxos“ Premiere gefeiert. Regisseur Ersan Mondtag verlegt die Handlung auf eine Mars-Raumstation im Stil eines Tech-Milliardärs und lässt die von Theseus verlassene Ariadne dort auf ihre Erlösung warten. Übereinstimmend berichten Die Presse, Kurier und Kleine Zeitung, dass die Aufführung mit lautstarken Buhrufen aus Teilen des Publikums endete.
Laut Kurier dirigierte Manfred Honeck die Wiener Philharmoniker; diese Angabe stammt bislang nur aus einer der gesichteten Kritiken. Beschrieben werden unter anderem überlebensgroße Tierkadaver auf der Bühne, ein Bacchus im Raumanzug und ein explodierendes Fluchtraumschiff im Finale – auch diese Details sind bislang nur einzelquellig belegt. Die Presse hebt vor allem das Vorspiel mit Ziyi Dai als Zerbinetta und Kate Lindsey als Komponist positiv hervor.
Offen ist, wie Festspielleitung, Regisseur oder Dirigent die Publikumsreaktion kommentieren und ob sich Kritik oder Besetzung bei den weiteren Terminen im August ändern.
Was passiert ist
Bei den Salzburger Festspielen ist eine neue Produktion von Richard Strauss’ Oper „Ariadne auf Naxos“ auf die Bühne gekommen. Regie und Ausstattung stammen von Ersan Mondtag, der die Handlung radikal verlegt: Statt im Privattheater eines reichen Wieners spielt die Geschichte um die von Theseus verlassene Ariadne nun in der Raumstation des „reichsten Mannes der Welt“ – ein Mars-Setting mit klarer Anspielung auf real existierende Tech-Milliardäre. Die Presse, Kurier und Kleine Zeitung berichten übereinstimmend von der Premiere und einem turbulenten Schlussapplaus mit lautstarken Buhrufen.
Die Bildsprache auf dem Mars
Laut Kurier zeigt die Inszenierung nach der Pause einen deutlichen Bruch: überlebensgroße Kadaver ausgehungerter Tiere auf der Bühne, eine schwebende Nixenfigur, ein Bacchus im gefiederten Raumanzughelm, der wie eine Han-Solo-Figur aus dem All herabkommt, und ein Finale, in dem das Fluchtraumschiff der Liebenden explodiert. Diese Detailbeschreibungen stammen bislang aus nur einer der gesichteten Kritiken und sind nicht anderweitig bestätigt. Die Presse hebt dagegen vor allem das Vorspiel als „detailverliebt“ inszeniert hervor, mit Ziyi Dai als Zerbinetta und Kate Lindsey als Komponist in den Hauptrollen der komödiantischen Nebenhandlung.
Publikumsreaktion und Kritikerstimmen
Kleine Zeitung spricht von einem „Buhsturm“, Kurier von „brutalen Buhs“ am Ende der Vorstellung. Laut Kurier zieht Regisseur Mondtag damit eine Parallele zu den Bayreuther Festspielen, wo nach demselben Bericht KI-gestützte Regie zum Einsatz komme – die Inszenierung wird in dieser Lesart als Kommentar zur Verdrängung menschlicher Kunst durch Technologie und Tech-Eliten gedeutet. Die Presse fällt insgesamt zurückhaltender aus und bemängelt vor allem, dass die im Vorspiel angelegte psychologische Feinzeichnung der Figuren im eigentlichen Opern-Teil verloren gehe.
Was unklar bleibt
Offen ist, ob und wie Festspielleitung, Regisseur Mondtag oder Dirigent Honeck auf die Publikumsreaktion reagieren. Eine offizielle Einordnung der Inszenierung durch die Salzburger Festspiele selbst liegt in den vorliegenden Quellen nicht vor, ebenso wenig Angaben der beteiligten Künstlerinnen und Künstler selbst. Auch ob sich Kritik oder Besetzung über die weiteren angesetzten Termine im August hinweg verändern, ist unklar.
Einordnung
Die Salzburger Festspiele stehen 2026 ohnehin im Blickpunkt: Wie berichtet, hat das Land Salzburg seinen Beitrag zum Umbau der Festspielhäuser auf 400 Millionen Euro gedeckelt, und ein Gericht verpflichtete den Festspielfonds jüngst zur Offenlegung der Trennungskosten von Ex-Intendant Markus Hinterhäuser. Die neue „Ariadne“-Produktion ist davon unabhängig eine rein künstlerische Angelegenheit, zeigt aber, dass das Festival auch programmatisch weiterhin auf Provokation und aktuelle Gesellschaftsbezüge setzt.
