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Bei den Salzburger Festspielen hatte am 15. August 2026 im Landestheater die Neuinszenierung von Molières „Der Menschenfeind“ Premiere – eine Koproduktion mit dem Thalia Theater Hamburg unter der Regie von Jette Steckel. Die Titelrolle des Alceste spielt André Szymanski. Statt mit den klassischen Alexandriner-Versen beginnt der Abend mit einem Hip-Hop-Konzert, dessen Text von UWE, Mitglied der Band Deichkind, stammt; erst danach setzt die eigentliche Handlung ein.

Kritiken von Der Standard und Kurier bewerten den Abend überwiegend positiv und heben die radikale, gegenwartsbezogene Übersetzung sowie eine stark visuelle Mittelpassage mit Lichtshow und E-Geige hervor. ORF berichtet nüchterner von „vielen Bravos und wenigen Buhs“ und merkt an, dass die Publikumsbeteiligung beim Rap-Teil eher verhalten ausfiel.

Offen bleibt, wie sich Kritik und Publikum über die weiteren sieben Vorstellungen bis 28. August sowie beim Hamburger Gastspiel ab 18. September entwickeln. Eine offizielle Einordnung der Festspielleitung zum Konzept liegt bislang nicht vor.

Was passiert ist

Bei den Salzburger Festspielen hatte am Samstag, dem 15. August 2026, im Landestheater die Neuinszenierung von Molières Komödie „Der Menschenfeind“ Premiere. Es handelt sich um eine Koproduktion mit dem Thalia Theater Hamburg unter der Regie von Jette Steckel. Die Titelrolle des unversöhnlichen Alceste übernimmt André Szymanski, an seiner Seite unter anderem Maja Schöne als Célimène. Anstelle der klassischen Alexandriner-Verse der eigens von Frank-Patrick Steckel angefertigten Übersetzung beginnt der Abend mit einem Hip-Hop-Konzert beziehungsweise Poetry-Slam vor dem eigentlichen Vorstellungsbeginn. Die dazugehörigen Texte stammen von UWE, Mitglied der Hamburger Band Deichkind. Erst danach setzt die eigentliche Handlung um Alcestes kompromisslose Prinzipientreue ein. Die Produktion wird in Salzburg bis 28. August insgesamt sieben Mal gezeigt, ehe sie ab 18. September am Thalia Theater Hamburg zu sehen sein soll.

Was die Kritiken zeigen

Der Standard beschreibt einen Abend, an dem das Ensemble das teils auf, teils vor der Bühne platzierte Publikum mitreißt – trotz eines ungewöhnlichen Einstiegs über Rap statt über die gewohnten Verse. Der Kurier spricht von einer radikalen, farbenfrohen und feministischen Übertragung des rund 360 Jahre alten Stoffs in die Gegenwart und beschreibt die Struktur als eine Art Dreiteiler: auf den Hip-Hop-Auftakt folgt ein kurzer, stark visueller Mittelteil mit Lichtshow und E-Geige, gespielt von Matthias Jakisic, ehe die eigentliche Molière-Handlung beginnt. Beide Kritiken werten die Inszenierung insgesamt als gelungen. ORF berichtet zurückhaltender von „vielen Bravos und wenigen Buhs“ bei der Premiere und merkt an, dass die Aufforderung ans Publikum, sich beim Hip-Hop-Teil zu beteiligen, eher verhalten aufgenommen wurde – ein Hinweis darauf, dass nicht alle Zuschauerinnen und Zuschauer mit dieser musikalischen Sprache vertraut sind.

Was unklar bleibt

Eine genaue Aufführungsdauer von rund zwei Stunden und 15 Minuten nennt bislang nur eine der gesichteten Quellen; sie gilt daher als unbestätigtes Detail. Eine offizielle Stellungnahme der künstlerischen Leitung der Salzburger Festspiele zur Aufnahme des Konzepts liegt bislang nicht vor. Offen ist zudem, wie sich Kritik und Publikumsreaktion über die restlichen sechs Vorstellungen bis 28. August entwickeln und wie das Hamburger Premierenpublikum reagieren wird, wenn die Produktion ab 18. September am koproduzierenden Thalia Theater gezeigt wird.

Einordnung

Der Festspielsommer 2026 zeigt bislang ein uneinheitliches Bild bei den Publikumsreaktionen auf Neuinszenierungen: Während die Oper „Ariadne auf Naxos“ in einer Mars-Inszenierung von Ersan Mondtag laut vorliegenden Berichten unter Buhrufen endete, fällt die Kritik zu Steckels „Menschenfeind“ überwiegend wohlwollend aus. Beide Produktionen setzen auf einen dezidiert zeitgenössischen Zugriff auf klassische Stoffe – mit unterschiedlichem Ausgang beim Publikum. Eine Bewertung, ob sich der Rap-Ansatz auch über die gesamte Spielzeit und beim Hamburger Gastspiel als tragfähig erweist, ist auf Basis der bisherigen Premierenkritiken noch nicht möglich.