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Der chinesische Billigmodehändler Shein ist am 1. September 2026 an der Hongkonger Börse an den Handel gegangen. Die Aktien wurden zum endgültigen Ausgabepreis von 48,56 Hongkong-Dollar platziert, was einer Bewertung von rund 26,5 Milliarden US-Dollar entsprach. Im Handelsverlauf fiel der Kurs jedoch um bis zu rund acht Prozent, wodurch die Marktbewertung auf etwa 24 Milliarden US-Dollar sank. Mit dem Börsengang nahm Shein rund 1,74 Milliarden US-Dollar ein – die Bewertung liegt damit weit unter dem Höchststand von knapp 100 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2022.

Die schwache Kursentwicklung fällt in eine Phase, in der neue Zoll- und Abgabenregeln in den USA und Europa – darunter der Wegfall von Zollfreigrenzen für Kleinsendungen – Sheins Direktversand-Geschäftsmodell spürbar belasten. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete der Konzern laut Berichten einen Nettoverlust von rund 99 Millionen US-Dollar, nach einem Gewinn im Vorjahresquartal. Hinzu kommt anhaltende Kritik an Produktqualität, Kontrollen und Wettbewerbsbedingungen, an der bereits frühere Börsenpläne in New York und London gescheitert waren.

Shein versucht laut einem Bericht gegenzusteuern, etwa durch Öffnung seiner Plattform als Marktplatz für andere Anbieter und die Übernahme der US-Marke Everlane – diese Angabe stammt bislang aber nur aus einer Quelle. Ebenso unbestätigt bleibt die pauschale Einschätzung nicht namentlich genannter Analysten, die Aktie gelte trotz des Bewertungsabschlags weiterhin als teuer im Vergleich zu Temu. Offen ist, wie sich der Kurs mittelfristig entwickelt und ob die neue Strategie das geschwächte Kerngeschäft stabilisieren kann.

Was passiert ist

Der chinesische Billigmodehändler Shein ist am 1. September 2026 an der Hongkonger Börse an den Handel gegangen – nach einer Zeichnungsfrist, die am 24. August 2026 begonnen hatte. Angeboten wurden rund 280 Millionen Aktien in einer Preisspanne zwischen 47,60 und 49,50 Hongkong-Dollar; der endgültige Ausgabepreis wurde bei 48,56 Hongkong-Dollar je Aktie festgesetzt. Shein hatte in der Vergangenheit auch Notierungen in London und New York erwogen, diese Pläne aber nicht umgesetzt und sich schließlich für Hongkong entschieden; das Unternehmen wurde ursprünglich in China gegründet, hat seinen Hauptsitz mittlerweile aber nach Singapur verlegt.

Schwacher Handelsstart: Kurs fällt um bis zu acht Prozent

Zum Ausgabepreis wurde Shein mit rund 26,5 Milliarden US-Dollar bewertet. Im Verlauf des ersten Handelstages fiel die Aktie jedoch um bis zu rund acht Prozent, wodurch die Marktbewertung auf etwa 24 Milliarden US-Dollar sank. Anlegerinnen und Anleger zeigten sich laut Berichten besorgt über jene Probleme, die den Börsengang jahrelang verzögert und Sheins Wettbewerbsvorteile geschwächt haben. Mit dem Verkauf der Aktien nahm Shein insgesamt rund 1,74 Milliarden US-Dollar (rund 13,6 Milliarden Hongkong-Dollar) ein. Die Bewertung liegt damit weit unter dem Höchststand von knapp 100 Milliarden US-Dollar, der sich aus privaten Finanzierungsrunden im Jahr 2022 ergeben hatte, und auch unter späteren Einschätzungen von rund 64 Milliarden US-Dollar aus den Jahren 2023 und 2024. Ankerinvestoren wie Boyu Capital, Tiger Global und General Atlantic hatten laut Prospektangaben bereits vor dem Debüt Aktien im Gesamtwert von rund 383 Millionen US-Dollar gezeichnet.

Gegenwind: Zölle, Verluste und Kritik am Geschäftsmodell

Die schwache Kursentwicklung fällt in eine Phase, in der neue Zoll- und Abgabenregeln in den USA und Europa das Geschäftsmodell von Shein – der Direktversand von Billigware per Flugzeug direkt von Herstellern in China an Kundinnen und Kunden weltweit – spürbar untergraben. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete der Konzern laut Berichten einen Nettoverlust von rund 99 Millionen US-Dollar, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Gewinn von rund 395 Millionen US-Dollar angefallen war. Der Wegfall von Zollfreigrenzen für Kleinsendungen in den USA belastete dabei besonders das US-Geschäft. Hinzu kommt anhaltende Kritik von Politik, Handelsvertretern und Verbraucherschützern an Produktqualität, mangelnden Kontrollen und aus ihrer Sicht unfairen Wettbewerbsbedingungen gegenüber etablierten Händlern – Kritik, an der frühere Börsengangspläne in New York und London bereits gescheitert waren.

Strategische Reaktion: Marktplatz und Zukäufe

Shein versucht laut einem Bericht, sein Geschäft breiter aufzustellen: Der Konzern öffnet seine Plattform als Marktplatz für andere Anbieter und hat zuletzt die US-Modemarke Everlane übernommen. Ob dieser Kurs das schwächelnde Kerngeschäft stabilisieren kann, ist aus den vorliegenden Quellen nicht ersichtlich. Ebenfalls nur pauschal wiedergegeben ist die Einschätzung nicht namentlich genannter Analysten, wonach die Aktie trotz des deutlichen Bewertungsabschlags gegenüber 2022 im Vergleich zu Konkurrenten wie Temu weiterhin als teuer gilt.

Was unklar bleibt

Offen ist, wie sich der Kurs von Shein in den kommenden Wochen und Monaten nach dem schwachen Debüt weiterentwickelt und ob die angekündigte Marktplatz-Öffnung samt Übernahme von Everlane das durch Zollregeln geschwächte Direktversand-Geschäft tatsächlich stabilisieren kann. Unabhängige, namentlich genannte Analysteneinschätzungen zur Bewertung liegen ebenso wenig vor wie Stellungnahmen von EU- oder österreichischen Behörden zu Zoll- oder Verbraucherschutzfragen rund um Shein. Auch wie sich das Unternehmen selbst zur deutlich gesunkenen Bewertung gegenüber 2022 äußert, geht aus den bisherigen Berichten nicht hervor.