SpaceX hat bei der ersten Analysten-Telefonkonferenz nach seinem Börsengang für 2030 einen Jahresumsatz von einer Billion Dollar in Aussicht gestellt – ein Jahr früher als zuvor geplant. Der Quartalsumsatz stieg um 92 Prozent auf rund 7,8 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich. Trotzdem fiel die SpaceX-Aktie im nachbörslichen US-Handel um mehr als sieben Prozent.
Laut Berichten von Der Standard und futurezone beruht ein wesentlicher Teil des Wachstums auf kurzfristigen KI-Verträgen mit Google und Anthropic; unabhängig bestätigen lässt sich diese Einordnung derzeit nicht. Zudem bekräftigte SpaceX-Chef Elon Musk Pläne, Rechenzentren direkt in die Erdumlaufbahn zu bringen.
Offen bleibt, wie belastbar die kurzfristigen KI-Deals sind, wie realistisch die Orbit-Rechenzentren sind und was die Anleger konkret an Musks Prognose zweifeln lässt. Zuletzt hatte auch Alphabets milliardenschwere SpaceX-Beteiligung gezeigt, wie eng Tech-Konzerne inzwischen mit SpaceX verbunden sind.
Was passiert ist
SpaceX hat erstmals seit seinem Börsengang Quartalszahlen vor Analysten präsentiert – und Firmenchef Elon Musk nutzte die Telefonkonferenz für eine weitreichende Ansage: Das Raumfahrt- und KI-Unternehmen soll bereits 2030 einen Jahresumsatz von einer Billion Dollar erreichen, ein Jahr früher als bisher intern geplant. Musk brachte laut Berichten sogar 2029 als mögliches Szenario ins Spiel. Die Reaktion der Börse fiel deutlich anders aus als von Musk erhofft: Die SpaceX-Aktie brach im nachbörslichen US-Handel um mehr als sieben Prozent ein.
Die Zahlen im Detail
Der Umsatz im vergangenen Quartal lag bei rund 7,8 Milliarden Dollar und damit 92 Prozent über dem Vorjahreswert – deutlich mehr, als Analysten im Schnitt erwartet hatten. Das Wachstum wird von mehreren Berichten mit der zunehmenden Bedeutung des KI-Geschäfts von SpaceX in Verbindung gebracht. Zugleich bekräftigte Musk Pläne, künftig Rechenzentren direkt in die Erdumlaufbahn zu bringen – ein Vorhaben, das über das klassische Raumfahrt- und Satellitengeschäft von SpaceX (etwa Starlink und Starship) hinausgeht.
Warum die Anleger skeptisch blieben
Trotz der auf den ersten Blick starken Zahlen kauften die Investoren Musk die große Zukunftsvision offenbar nicht ab. Laut den vorliegenden Berichten von Der Standard und futurezone stützt sich ein wesentlicher Teil des jüngsten Umsatzwachstums auf kurzfristige KI-Verträge mit Google und Anthropic – ein Faktor, der die Nachhaltigkeit des Wachstums infrage stellen könnte. Dieser Punkt ist bislang nur in den Kurzzusammenfassungen der beiden Medien erwähnt und lässt sich anhand der eingesehenen Quellen nicht unabhängig bestätigen. Als möglicher zusätzlicher Belastungsfaktor gilt zudem der hohe Investitionsbedarf des Unternehmens, etwa für den Ausbau von Rechenzentren.
Was unklar bleibt
Offen bleibt, welche konkreten Bedingungen und Laufzeiten die genannten KI-Verträge mit Google und Anthropic haben und wie stark sie das Umsatzbild tatsächlich prägen. Ebenso unklar ist, wie realistisch und in welchem Zeitrahmen die angekündigten Rechenzentren im Orbit tatsächlich umsetzbar wären. Auch die genauen Beweggründe der Anleger für ihre Skepsis sind aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend nachvollziehbar.
Einordnung
Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der SpaceX verstärkt als KI- und Infrastrukturunternehmen auftritt und nicht mehr nur als Raumfahrtkonzern. Der Internetkonzern Alphabet hatte, wie berichtet, erst kürzlich eine milliardenschwere Beteiligung an SpaceX in Höhe von rund 94,1 Milliarden Dollar offengelegt – ein Hinweis darauf, wie eng die großen Tech-Konzerne inzwischen mit Musks Unternehmen verflochten sind. Die aktuelle Kursreaktion zeigt, dass Anleger trotz beeindruckender Wachstumsraten zunehmend kritisch hinterfragen, wie tragfähig die milliardenschweren KI-Wetten von SpaceX tatsächlich sind.
