SpaceX baut an der Golfküste von Louisiana einen zweiten großen Standort für seine Starship-Rakete. Bei einer gemeinsamen Ankündigung von SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell und Louisianas Gouverneur wurde das Projekt vorgestellt, für das SpaceX mindestens 100 Milliarden Dollar investieren will. Der Standort in Vermilion Parish, rund 185 Kilometer westlich von New Orleans, soll fünf Startkomplexe mit je zwei Startrampen sowie eine eigene Treibstoffproduktion, Stromerzeugung und einen Tiefwasserhafen erhalten.
Baubeginn ist für 2027 geplant, erste Starts von Louisiana aus sollen 2029 folgen. SpaceX zufolge sollen mehr als 3.000 Arbeitsplätze entstehen, ein Teil der Bauarbeiten soll zudem der Küstenerosion entgegenwirken. Musk kündigte auf X sogar mehr als 30 Starts täglich an – die Anlage solle zum größten Startplatz der Erde werden.
Das Projekt folgt kurz auf SpaceX’ Börsendebüt im Juni und deutlich gestiegene Quartalsumsätze, während Analysten laut Medienberichten bereits Zweifel an der Einhaltung der ambitionierten Zeitpläne geäußert hatten. Details zu Umweltprüfungen, Finanzierung und der tatsächlichen Zahl der Arbeitsplätze sind aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend ersichtlich.
Was passiert ist
Der Raumfahrtkonzern SpaceX von Elon Musk baut einen zweiten großen Standort für seine Starship-Rakete – diesmal an der Golfküste des US-Bundesstaats Louisiana. Bei einer gemeinsamen Ankündigung von SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell und Louisianas Gouverneur wurde das Projekt am Dienstag offiziell vorgestellt. SpaceX will dafür mindestens 100 Milliarden Dollar investieren. Der neue Standort soll „Starbase Louisiana“ heißen und den bisherigen zentralen Starship-Standort in Texas ergänzen, an dem das Unternehmen seit Jahren Testflüge durchführt.
Die Eckdaten des Projekts
Die Anlage entsteht im Verwaltungsbezirk Vermilion Parish, rund 185 Kilometer westlich von New Orleans, auf einem deutlich größeren Areal als die bisherige Starbase in Texas. Geplant sind fünf Startkomplexe mit jeweils zwei Startrampen sowie langfristig mehr als ein Dutzend Starttürme. Shotwell beschrieb den Standort als selbsttragenden Weltraumbahnhof mit eigener Treibstoffproduktion, Stromerzeugung, Tiefwasserhafen-Anbindung und einem eigenen Flughafen. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Jahr beginnen, die ersten Starship-Starts von Louisiana aus sind für 2029 angekündigt. SpaceX zufolge sollen dort mehr als 3.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Ein Teil der Baumaßnahmen soll zudem der Eindämmung der Küstenerosion in der Region dienen, die den Angaben zufolge jährlich ein bis drei Meter Land verliert.
Einordnung
Die Ankündigung reiht sich in eine Serie von Großinvestitionen, die SpaceX und andere Tech-Konzerne zuletzt in Louisiana angekündigt haben – etwa Metas Rechenzentrum „Hyperion“ und Rechenzentren von Amazon. Für SpaceX kommt das Projekt kurz nach einem viel beachteten Börsendebüt im Juni und einem für das zweite Quartal gemeldeten Umsatzanstieg um 92 Prozent auf 7,8 Milliarden Dollar bei gleichzeitig mehr als 18 Milliarden Dollar Investitionsausgaben. Analysten hatten laut Medienberichten bereits damals Zweifel geäußert, ob SpaceX seine ambitionierten Zeitpläne einhalten kann. Musk selbst kündigte auf seinem Onlinedienst X mehr als 30 Starts täglich an der neuen Anlage an – eine Größenordnung, die weit über den bisherigen Erfahrungswerten liegt. Starship befindet sich zudem weiterhin in der Testphase, und frühere Zeitpläne des Unternehmens haben sich wiederholt verzögert.
Was unklar bleibt
Offen ist, wie das Genehmigungs- und Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren für das großflächige Küstengebiet im Detail ausfällt und ob und wie sich lokale Umweltverbände oder Anwohnervertreter dazu äußern. Auch zur genauen Finanzierungsstruktur der 100 Milliarden Dollar und zum Anteil staatlicher Förderungen aus Louisiana liegen bislang keine belastbaren Angaben vor. Wie realistisch der angepeilte Zeitplan mit Baubeginn 2027 und ersten Starts bereits 2029 ist, lässt sich angesichts der bisherigen Verzögerungen bei SpaceX-Projekten aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend beurteilen.
