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Tirols SPÖ-Chef Philip Wohlgemuth hat im APA-Gespräch Peter Kaiser, Doris Bures und Hans Niessl als „zweifelsfrei geeignete“ mögliche SPÖ-Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl 2028 genannt. Auf eine Präferenz wollte er sich nicht festlegen, sprach sich aber klar für eine eigenständige rote Kandidatur aus. Besonders lobend äußerte er sich über Kaiser, den er wegen seiner „ruhigen und sozialen Art“ als Vorbild bezeichnete. Die endgültige Entscheidung liege bei den Parteigremien.

Hans Niessl selbst hatte bereits im Februar 2026 eine mögliche Kandidatur ins Spiel gebracht und dabei auch einen überparteilichen Antritt nicht ausgeschlossen, sollte ihn die SPÖ nicht nominieren. Bislang hat ihm öffentlich nur sein Nachfolger als Burgenlands Landeshauptmann, Hans Peter Doskozil, klar Unterstützung zugesagt.

Reaktionen der genannten Personen selbst sowie anderer Parteien liegen bislang nicht vor, ebenso ist offen, nach welchem Zeitplan die SPÖ über ihre Nominierung entscheidet. Amtsinhaber Alexander Van der Bellen kann 2028 laut den vorliegenden Berichten nicht mehr antreten.

Was passiert ist

Tirols SPÖ-Chef und Landeshauptmannstellvertreter Philip Wohlgemuth hat im Gespräch mit der APA konkrete Namen für eine mögliche sozialdemokratische Kandidatur bei der Bundespräsidentenwahl 2028 genannt. Er könne sich vorstellen, dass Kärntens Ex-Landeshauptmann Peter Kaiser, die Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures oder Burgenlands Altlandeshauptmann Hans Niessl für die SPÖ antreten. Alle drei seien „zweifelsfrei geeignet“, sagte Wohlgemuth. Eine Präferenz für einen der drei wollte er auf Nachfrage nicht nennen: „Ich lege mich auf niemanden fest.“

Was die Quellen zeigen

Wohlgemuth sprach sich klar dafür aus, dass die SPÖ mit einer eigenen Kandidatin oder einem eigenen Kandidaten in die Wahl zieht: „Ich wünsche mir, dass diese stolze, 130 Jahre alte Bewegung mit einer oder einem Kandidaten zur Bundespräsidentenwahl antritt.“ Besonders lobend äußerte er sich über Kaiser, den er als Vorbild „mit seiner ruhigen und sozialen Art“ bezeichnete. Die endgültige Entscheidung überließ er den Parteigremien: „Die Gremien werden die richtigen Entscheidungen zu gegebener Zeit treffen.“ Kurier, Kleine Zeitung, Die Presse, Tiroler Tageszeitung und VOL.AT berichteten inhaltlich übereinstimmend über die Aussagen, was für eine verlässliche Wiedergabe des APA-Gesprächs spricht.

Vorgeschichte: Niessls eigener Vorstoß

Niessl selbst hatte bereits im Februar 2026 überraschend erklärt, eine Kandidatur konkret zu erwägen. Für den Fall, dass ihn die SPÖ nicht nominiert, brachte er einen Antritt „gegebenenfalls auch ohne die links-linke Babler-SPÖ als überparteilicher Kandidat“ ins Spiel und verband dies mit Kritik an der Parteiführung, wie burgenland.ORF.at berichtete. Im Mai bekräftigte er im APA-Interview, Vorbereitungen für eine etwaige Kandidatur zu treffen, und sprach davon, dass es „stark in Richtung überparteiliche Plattform“ gehe. Bislang hat ihm öffentlich nur sein Nachfolger im Burgenland, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, dezidiert Unterstützung zugesagt.

Was unklar bleibt

Weder Kaiser, Bures noch Niessl haben sich den vorliegenden Quellen zufolge bisher zu Wohlgemuths aktueller Nennung geäußert. Auch fehlen Reaktionen anderer Parteien wie ÖVP, FPÖ oder Grüne zu den SPÖ-internen Überlegungen. Offen ist zudem, nach welchem Zeitplan und Verfahren die SPÖ-Gremien über eine Nominierung entscheiden wollen. Amtsinhaber Alexander Van der Bellen kann laut den gesichteten Berichten 2028 nicht mehr antreten, eine offizielle Bestätigung dieser Regelung wurde aber nicht eingesehen.

Einordnung

Die Bundespräsidentenwahl 2028 wirft damit früh ihre Schatten voraus: Mit Wohlgemuths Vorstoß und Niessls bereits seit Februar laufenden Überlegungen zeichnen sich innerhalb der SPÖ zumindest zwei unterschiedliche Stränge ab — eine klassische Parteikandidatur oder eine überparteiliche Plattform um Niessl. Wie sich die Partei positioniert und wer von anderen politischen Lagern ins Rennen geschickt wird, ist zu diesem frühen Zeitpunkt noch offen.