Im südsudanesischen Bundesstaat Jonglei sind am Montag zwei äthiopische Blauhelmsoldaten der UN-Mission UNMISS bei einem Hinterhalt getötet worden. Die Patrouille war in Richtung der Stadt Pajut unterwegs, als sie laut UNMISS von bewaffneten Unbekannten angegriffen wurde. Sieben weitere Menschen wurden verletzt: drei Blauhelmsoldaten, zwei südsudanesische Polizisten und zwei zivile UN-Mitarbeiter.
UNMISS verurteilte den Angriff scharf und erklärte, Angriffe auf Blauhelmsoldaten könnten Kriegsverbrechen darstellen. Missionschefin Anita Kiki Gbeho forderte eine rasche Untersuchung durch die südsudanesischen Behörden. Laut ORF und DER STANDARD verurteilte auch UN-Generalsekretär António Guterres den Angriff und sprach Äthiopien sein Mitgefühl aus.
Jonglei ist seit längerem Schauplatz von Konflikten zwischen Regierungs- und Oppositionstruppen. Wer hinter dem aktuellen Hinterhalt steckt, ist bislang nicht bekannt; auch eine Reaktion der äthiopischen Regierung sowie Ergebnisse einer Untersuchung stehen noch aus.
Was passiert ist
Am Montag, den 24. August 2026, wurde eine Patrouille der UN-Mission im Südsudan (UNMISS) im Bundesstaat Jonglei aus dem Hinterhalt angegriffen, als sie in Richtung der Stadt Pajut unterwegs war. Laut UNMISS und übereinstimmenden Medienberichten wurden dabei zwei äthiopische Blauhelmsoldaten getötet. Sieben weitere Menschen wurden verletzt: drei Blauhelmsoldaten, zwei Angehörige der südsudanesischen Polizei und zwei zivile UN-Mitarbeiter. Die Angreifer werden von UNMISS als „bewaffnete Unbekannte“ beschrieben, ihre Identität ist bislang nicht geklärt.
Reaktionen der Vereinten Nationen
UNMISS verurteilte den Angriff scharf und wies darauf hin, dass Angriffe auf Blauhelmsoldaten nach internationalem Recht Kriegsverbrechen darstellen könnten. Missionschefin Anita Kiki Gbeho forderte die südsudanesischen Behörden auf, den Vorfall rasch und umfassend zu untersuchen, und sprach den Angehörigen der Getöteten ihr Beileid aus. Laut ORF und DER STANDARD verurteilte auch UN-Generalsekretär António Guterres den Angriff aufs Schärfste und drückte der äthiopischen Regierung sowie der Bevölkerung sein Mitgefühl aus.
Hintergrund: Konflikt in Jonglei
Der Bundesstaat Jonglei war zuletzt wiederholt Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen zwischen Regierungs- und Oppositionstruppen im Südsudan. UNMISS ist seit Jahren mit tausenden Blauhelmsoldatinnen und -soldaten im Land stationiert, um die Umsetzung des Friedensabkommens zu unterstützen und die Zivilbevölkerung zu schützen. Angriffe auf UN-Personal sind in dem von wiederkehrenden bewaffneten Konflikten geprägten Land kein Einzelfall.
Was unklar bleibt
Wer für den Hinterhalt verantwortlich ist, ist öffentlich nicht bekannt. Ob es sich um Angehörige einer bewaffneten Oppositionsgruppe, lokale Milizen oder andere Akteure handelt, lässt sich den vorliegenden Quellen nicht entnehmen. Auch eine Stellungnahme der äthiopischen Regierung zum Tod ihrer Soldaten liegt bislang nicht vor. Ob und mit welchem Ergebnis südsudanesische Behörden die von UNMISS geforderte Untersuchung einleiten, ist offen.