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SpaceX und Tesla haben den Standort für ihre gemeinsame Chipfabrik „Terafab“ festgelegt: Sie soll in Grimes County im Südosten von Texas, nahe Houston, entstehen. Für die erste Bauphase investieren die beiden von Elon Musk geführten Unternehmen 16,8 Milliarden US-Dollar, wie SpaceX mitteilte. Über mehrere Ausbauphasen könnte das Gesamtvolumen laut früheren Unterlagen auf bis zu 119 Milliarden US-Dollar steigen.

Auf einer Fläche von über neun Millionen Quadratmetern sollen vor allem Chips für Teslas Optimus-Roboter und Cybercabs sowie für SpaceX’ geplante weltraumgestützte Rechenzentren entstehen, dazu Solarzellen und Speicherbausteine. Mindestens 3.000 Arbeitsplätze sind vorgesehen. Vorausgegangen war eine kontroverse lokale Debatte um Steuererleichterungen und Transparenz, bei der Anwohner in Grimes County Bedenken äußerten.

Offen bleibt, welchen Beitrag der als Partner genannte Chipkonzern Intel konkret leistet, wie die Finanzierung im Detail aussieht und wann die Fabrik den Betrieb aufnehmen soll. Offizielle Genehmigungs- und Umweltunterlagen liegen bislang nicht vor.

Was passiert ist

SpaceX und Tesla haben den Standort für ihre gemeinsam geplante Chipfabrik „Terafab“ bestätigt: Sie soll im Landkreis Grimes County im Südosten von Texas entstehen, vor den Toren der Millionenmetropole Houston. Für die erste Bauphase wollen die beiden von Elon Musk geführten Unternehmen 16,8 Milliarden US-Dollar investieren. Das teilte SpaceX auf seiner Webseite mit, Musk selbst kommentierte die Ankündigung auf der Plattform X.

Terafab soll nach Darstellung der Unternehmen „das mit Abstand größte und wertvollste Gebäude der Welt“ werden. Die Pläne für die Fabrik hatte Musk bereits im März öffentlich gemacht; nun liegen erstmals ein konkreter Standort und eine bezifferte Erstinvestition vor. In einem im Mai eingereichten Antrag war laut Berichten noch von einer Anfangsinvestition von 55 Milliarden US-Dollar die Rede gewesen – die nun kommunizierten 16,8 Milliarden US-Dollar markieren offenbar erst den Auftakt eines größeren, mehrphasigen Vorhabens.

Was die Fabrik produzieren soll

Auf einer Fläche von mehr als neun Millionen Quadratmetern soll Terafab vor allem Chips für Edge-Computing und Inferenz fertigen – etwa für Teslas humanoide Optimus-Roboter und die selbstfahrenden Cybercabs – sowie leistungsstarke Chips für die geplanten weltraumgestützten Rechenzentren von SpaceX. Daneben sollen in der vertikal integrierten Anlage auch Solarzellen und Speicherbausteine entstehen. Hintergrund ist der nach Unternehmensangaben rasant wachsende Rechenleistungsbedarf von SpaceX und Tesla, der in den kommenden Jahren die Marke von einem Terawatt überschreiten könnte – deutlich mehr, als das weltweite Chip-Angebot derzeit hergibt.

Mindestens 3.000 Arbeitsplätze sollen an dem Standort entstehen, vorwiegend besetzt mit Beschäftigten aus der Region. Für die industriellen Prozesse soll Wasser aus dem nahegelegenen Gibbons-Creek-Stausee genutzt werden und nicht das lokale Grundwasser.

Reaktionen vor Ort und Steuerfragen

Der Standortentscheidung ging eine kontroverse Debatte in Grimes County voraus. Bei einer stark besuchten County-Sitzung äußerten zahlreiche Anwohner Bedenken wegen millionenschwerer Steuererleichterungen für das Projekt und wegen mangelnder Transparenz im Verfahren. Der Schulbezirk Anderson-Shiro Consolidated Independent School District erklärte in einer über das texanische Gouverneursbüro verbreiteten Stellungnahme, man wolle die durch die Vereinbarung entstehenden Chancen „umsichtig und transparent“ nutzen. Berichten zufolge zahlt SpaceX der Kommune anstelle von Grundsteuer über einen mehrjährigen Zeitraum vereinbarte Ausgleichssummen – die genaue Ausgestaltung dieser Steuervereinbarung wird nur vereinzelt beziffert und lässt sich hier nicht abschließend klären.

Am Tag der Ankündigung trafen SpaceX-Vertreter erneut persönlich mit Anwohnern zusammen, um über das nun fixierte Vorhaben zu informieren.

Was unklar bleibt

Offen ist, welchen konkreten Beitrag Intel zu Terafab leistet: Der Chipkonzern hat angekündigt, sich zu beteiligen, blieb aber bislang vage zu Umfang und Form dieser Beteiligung. Auch die genaue Finanzierungsstruktur – etwa der Anteil öffentlicher Förderungen und Steuervergünstigungen am Gesamtvolumen – lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend rekonstruieren. Ebenso wenig ist ein konkreter Bauzeitplan oder ein Termin für den Produktionsstart bekannt. Offizielle Genehmigungsunterlagen oder Umweltverträglichkeitsprüfungen zur geplanten Wassernutzung liegen bislang nicht vor.

Einordnung

Terafab reiht sich in Musks Strategie ein, die KI-, Raumfahrt- und Fahrzeugsparten seiner Unternehmen enger zu verzahnen: Anfang des Jahres hatte SpaceX das KI-Start-up xAI übernommen. Wie berichtet, hatte SpaceX-Chef Musk zuletzt bei der ersten Analysten-Telefonkonferenz nach dem Börsengang des Unternehmens für 2030 einen Jahresumsatz von einer Billion Dollar in Aussicht gestellt – ein Versprechen, auf das die Börse trotz starker Quartalszahlen mit Kursverlusten reagierte. Terafab lässt sich in diesem Kontext auch als Antwort auf den enormen Rechenleistungsbedarf lesen, den Musk für seine KI- und Robotik-Ambitionen für notwendig hält. Wie tragfähig die milliardenschweren Investitionspläne finanziell sind und wie sich das Projekt zu Fragen staatlicher Förderung und globaler Chip-Lieferketten verhält, lässt sich anhand der aktuellen Quellenlage nicht abschließend beurteilen.