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Die chinesische Marktaufsicht lässt Tesla rund 2,98 Millionen Fahrzeuge zurückrufen – vor allem Model 3 und Model Y sowie rund 46.000 Importfahrzeuge. Grund sind die elektrisch betriebenen, versenkten Türgriffe: Fällt nach einem schweren Unfall die Stromversorgung aus, lassen sich die Türen nur noch über mechanische Notgriffe öffnen, die laut Behörde schwer zu erkennen und zu bedienen sind. Berichten zufolge, die sich auf Bloomberg und eine Behördenmitteilung stützen, soll es dadurch bereits zu Unfällen mit schweren Verbrennungen und Todesfällen gekommen sein – Details dazu fehlen bislang.

Acht weitere chinesische Hersteller, darunter BAIC, Chery, Geely, Leapmotor, Xiaomi und XPeng, rufen aus demselben Grund zusammen rund 1,3 Millionen weitere Fahrzeuge zurück. Tesla bringt kostenlos Warnhinweise an und spielt ein Software-Update auf, das die Fenster nach einem Unfall automatisch absenken soll. Zudem verschärft China die Vorgaben grundsätzlich: Ab 2027 müssen neu zugelassene Autos von innen und außen mechanisch zu öffnen sein, ältere, bereits genehmigte Modelle müssen bis 2029 nachgerüstet werden.

Unklar bleiben die genaue Zahl und die Umstände der berichteten Unfälle sowie ähnlich gelagerte Fälle in Deutschland, die nur beiläufig erwähnt werden. Eine eigene Stellungnahme Teslas zu den Sicherheitsbedenken liegt bislang nicht vor.

Was passiert ist

Die chinesische Marktaufsicht lässt Tesla in China rund 2,98 Millionen Fahrzeuge zurückrufen. Betroffen sind knapp eine Million Model 3 und knapp zwei Millionen Model Y, die Tesla in China fertigt, sowie rund 46.000 importierte Fahrzeuge. Grund ist ein Sicherheitsproblem bei den elektrisch betriebenen, in die Karosserie versenkten Türgriffen, wie sie für Tesla-Modelle charakteristisch sind und von zahlreichen chinesischen Herstellern übernommen wurden.

Der Grund: Türgriffe ohne verlässliche Rückfallebene

Die Türen der betroffenen Fahrzeuge werden elektrisch per Hebel oder Knopf geöffnet. Fällt die Stromversorgung aus – etwa infolge eines schweren Unfalls, bei dem das Niederspannungssystem beschädigt wird –, funktioniert diese Öffnung nicht mehr. Zwar sind im Innenraum mechanische Notgriffe verbaut, die chinesische Marktaufsicht bemängelt jedoch, dass diese je nach Modell hinter Türverkleidungen oder unter Sitzen versteckt und damit schwer zu erkennen und zu bedienen seien. In Extremsituationen könne das Insassen daran hindern, sich selbst zu befreien, und auch Rettungskräfte von außen behindern. heise berichtet unter Berufung auf Bloomberg und eine Mitteilung der zuständigen Behörde zusätzlich von mehreren Unfällen, bei denen Insassen nach dem Versagen der Türgriffe schwere Verbrennungen erlitten hätten oder in den Flammen ihres Fahrzeugwracks gestorben seien. Konkrete Angaben zu Zahl, Ort und Zeitpunkt dieser Fälle liegen bislang nicht vor, ebenso wenig Details zu den von heise erwähnten ähnlichen Fällen in Deutschland.

Weitere Hersteller betroffen

Der Rückruf beschränkt sich nicht auf Tesla. Acht weitere chinesische Autohersteller – BAIC, FAW, Dongfeng, Chery, Geely, Leapmotor, Xiaomi und XPeng – haben aus demselben Grund eigene Rückrufaktionen gestartet, die zusammen rund 1,3 Millionen Fahrzeuge betreffen. Diese Marken hatten das von Tesla geprägte Design versenkter, elektrischer Türgriffe in den vergangenen Jahren übernommen. Insgesamt sind damit laut übereinstimmenden Berichten rund 4,3 Millionen Fahrzeuge von neun Herstellern von der Rückrufwelle erfasst.

Maßnahmen und neue Regeln

Tesla bringt an den betroffenen Fahrzeugen kostenlos Warnhinweise an, sofern diese nicht bereits vorhanden sind, und spielt ein Over-the-Air-Update auf. Dieses soll nach einem Unfall automatisch die Fenster absenken, um Insassen das Verlassen des Fahrzeugs zu erleichtern. Auch die übrigen betroffenen Hersteller bringen laut Berichten Warnhinweise an, die meisten führen ebenfalls Software-Updates durch. Über den akuten Rückruf hinaus reagiert China grundsätzlicher: Für neu typgenehmigte Fahrzeuge gilt ab 2027 die Vorgabe, dass Türen sowohl von innen als auch von außen mechanisch geöffnet werden können müssen; für bereits genehmigte, aber noch nicht ausgelieferte Modelle läuft eine Umrüstfrist bis 2029. Tesla ist in China zudem von einem separaten, hier nicht mitgezählten Rückruf über rund 2,7 Millionen Fahrzeuge betroffen, der eine Überwachungsfunktion der Lenkassistenz betrifft.

Was unklar bleibt

Offen bleibt, wie viele Unfälle mit blockierten Türgriffen es tatsächlich gab, wie viele Menschen dabei verletzt oder getötet wurden und wann und wo sich diese Fälle ereigneten – die vorliegenden Angaben stammen ausschließlich aus einer Berichtskette über Bloomberg und eine Behördenmitteilung. Ebenso wenig lässt sich bislang einordnen, worauf sich die von heise erwähnten ähnlichen Fälle in Deutschland konkret beziehen. Eine eigene, direkt zitierte Stellungnahme von Tesla zu den Sicherheitsbedenken liegt nicht vor; bekannt sind nur die angekündigten technischen Gegenmaßnahmen.