US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag ein Memorandum unterzeichnet, das die Zahl der US-Raketenstarts drastisch erhöhen soll. Ziel ist es, bis 2030 jährlich mehr als 1.000 Starts und Rückflüge von US-Boden aus zu ermöglichen. Mit Rückflügen ist die Wiederverwendbarkeit von Raketen gemeint, die als Voraussetzung für eine so hohe Frequenz gilt. Bundesbehörden sollen Staatsland auf neue Start- und Landeplätze prüfen und Genehmigungs- sowie Umweltverfahren beschleunigen.
Österreichische Medien wie Der Standard, Kleine Zeitung und Die Presse berichteten übereinstimmend über die Anordnung, deren Kerninhalt sich auch in der offiziellen Darstellung des Weißen Hauses wiederfindet. Das Memorandum ersetzt laut internationalen Berichten eine ältere nationale Raumtransportpolitik und knüpft an eine bereits im Dezember 2025 unterzeichnete Anordnung mit ähnlichen Zielen an, die zusätzlich eine bemannte Mondlandung bis 2028 vorsieht.
Offen bleibt, welche konkreten Standorte ausgewählt werden, wie private Anbieter wie SpaceX reagieren und wie realistisch die angestrebte Steigerung der Startrate ist. Auch Reaktionen von Umweltorganisationen oder anderen Staaten sind bislang kaum dokumentiert.
Was passiert ist
US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag ein sogenanntes National Security Presidential Memorandum unterzeichnet, das die Zahl der Raketenstarts in den USA drastisch erhöhen soll. Ziel der als „National Space Transportation Policy“ bezeichneten Anordnung ist es, bis 2030 mehr als 1.000 Starts und Rückflüge pro Jahr von US-Boden aus zu ermöglichen. Mit Rückflügen ist die Wiederverwendbarkeit von Raketen gemeint, die nach Einschätzung der ausgewerteten Berichte als Voraussetzung für eine derart hohe Startfrequenz gilt.
Das Weiße Haus wies Bundesbehörden an, Ländereien in Staatsbesitz auf ihre Eignung für neue Start- und Landeplätze zu prüfen. Zudem sollen Genehmigungsverfahren und Umweltprüfungen für Startinfrastruktur beschleunigt und die private Raumfahrtindustrie stärker in den Ausbau der Infrastruktur eingebunden werden.
Was die Quellen zeigen
Der Standard, die Kleine Zeitung und Die Presse berichteten nahezu wortgleich über die Anordnung, was auf eine gemeinsame zugrunde liegende Agenturmeldung hindeutet. Die offizielle Fact-Sheet-Seite des Weißen Hauses sowie die Memorandum-Seite selbst bestätigen den Kern: die Zielmarke von über 1.000 Starts und Rückflügen jährlich bis 2030, die Anweisung an Behörden zur Prüfung von Staatsland sowie die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren.
Laut der Washington Post und weiteren internationalen Medien ersetzt das Memorandum eine ältere, aus der Obama-Ära stammende nationale Raumtransportpolitik und schließt an eine bereits im Dezember 2025 unterzeichnete Anordnung mit ähnlicher Zielsetzung an. Diese frühere Anordnung soll laut Berichten zusätzlich eine bemannte Mondlandung bis 2028 sowie erste Elemente einer Mondbasis bis 2030 vorsehen; die NASA werde zudem aufgefordert, kommerzielle Wege für bemannte Mars-Missionen zu prüfen. Ein direkter Volltextvergleich der beiden Dokumente wurde im Rahmen dieser Recherche nicht vorgenommen.
Was unklar bleibt
Offen ist, welche konkreten Standorte auf Staatsland tatsächlich als neue Start- oder Landeplätze ausgewählt werden. Ebenso fehlt bislang eine dokumentierte Reaktion der großen privaten US-Raumfahrtunternehmen wie SpaceX, Blue Origin oder Rocket Lab, die von der Vorgabe unmittelbar betroffen wären. Zur Frage, wie realistisch eine derartige Steigerung der Startrate innerhalb weniger Jahre technisch und logistisch ist, liegt keine unabhängige Prüfung vor.
Ebenfalls unklar bleibt, wie Umweltorganisationen, andere Staaten oder europäische Raumfahrtakteure wie die ESA auf die beschleunigten Genehmigungs- und Umweltprüfverfahren reagieren. Parallel dazu hatte die US-Luftfahrtbehörde FAA im Juli 2026 laut Berichten eine Lockerung von Umweltauflagen für Startinfrastruktur vorgeschlagen; ob und wie beide Vorhaben zusammenhängen, ist aus den vorliegenden Quellen nicht abschließend zu klären.
Einordnung
Die Anordnung reiht sich in eine Serie raumfahrtpolitischer Vorstöße der Trump-Regierung ein, die einen „commercial-first“-Ansatz verfolgt und dabei explizit von einer älteren, stärker staatlich geprägten Raumtransportpolitik abrückt. Berichten zufolge lag die Zahl der US-Starts zuletzt bei rund 178 im Jahr 2025 – die angepeilte Marke von über 1.000 würde diese Zahl um ein Vielfaches übertreffen. Ob und in welchem Tempo sich dieses Ziel umsetzen lässt, hängt maßgeblich von Infrastrukturausbau, privater Investitionsbereitschaft und dem Ausgang der angekündigten Genehmigungserleichterungen ab und lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen.