Der UN-Sicherheitsrat hat Ende Juli 2026 mit der Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin für UN-Generalsekretär António Guterres begonnen, der Ende des Jahres nach zehn Jahren im Amt ausscheidet. Bei einer ersten geheimen Probeabstimmung am 30. Juli lag die Costa-Ricanerin Rebeca Grynspan, derzeit Chefin der UN-Handelsorganisation UNCTAD, voran – vor der Guyanerin Carolyn Rodrigues-Birkett und dem Argentinier Rafael Grossi, Chef der in Wien ansässigen Atomenergiebehörde IAEA.
Insgesamt bewerben sich sieben Personen, vier Frauen und drei Männer, darunter auch María Fernanda Espinosa, Michelle Bachelet und Macky Sall. Laut UN-Verfahren braucht es im 15-köpfigen Sicherheitsrat mindestens neun Stimmen, wobei die fünf Vetomächte USA, Großbritannien, Frankreich, China und Russland Bewerber blockieren können; erst danach ernennt die Vollversammlung formell.
Österreich, ab 2027 selbst im Sicherheitsrat vertreten, darf beim laufenden Verfahren noch nicht mitstimmen. Wie sich die erste Probeabstimmung in weiteren Runden entwickelt und wann ein Konsenskandidat feststeht, ist aus der vorliegenden Quellenlage noch offen.
Was passiert ist
Der UN-Sicherheitsrat hat Ende Juli 2026 die erste Runde des mehrstufigen Auswahlprozesses für die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres eingeleitet. Bei einer ersten informellen und geheimen Probeabstimmung am 30. Juli lag die Costa-Ricanerin Rebeca Grynspan voran. Sie leitet derzeit die UN-Handels- und Entwicklungskonferenz UNCTAD mit Sitz in Genf. Auf Platz zwei folgte die frühere guyanische Außenministerin Carolyn Rodrigues-Birkett, auf Platz drei der Argentinier Rafael Grossi, Generaldirektor der in Wien ansässigen Internationalen Atomenergiebehörde IAEA. Guterres, der Portugiese, beendet nach zehn Jahren Ende 2026 seine zweite und letzte Amtszeit; ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin soll bereits im September gewählt werden.
Wer im Rennen ist
Insgesamt bewerben sich sieben Personen, vier Frauen und drei Männer, um das höchste Amt der Vereinten Nationen. Neben Grynspan, Rodrigues-Birkett und Grossi zählen dazu die frühere Präsidentin der UN-Vollversammlung, María Fernanda Espinosa aus Ecuador, Chiles frühere Präsidentin Michelle Bachelet sowie der frühere Präsident Senegals, Macky Sall. Grossi gilt zwar als besonders prominenter Bewerber, lag bei der ersten Probeabstimmung aber überraschend nur auf dem dritten Platz.
Wie der Auswahlprozess funktioniert
Laut der offiziellen Verfahrensbeschreibung der Vereinten Nationen stimmen die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats in mehreren, teils geheimen Runden ab, bis eine Kandidatin oder ein Kandidat die erforderlichen mindestens neun Stimmen erreicht. Dabei können die fünf ständigen Mitglieder mit Vetorecht – USA, Großbritannien, Frankreich, China und Russland – einzelne Bewerberinnen und Bewerber blockieren. Erst danach wird der so gefundene Konsenskandidat formell von der 193 Mitgliedstaaten umfassenden UN-Vollversammlung ernannt. Für die kommende, fünfjährige Amtszeit erhebt laut einem Medienbericht auch Lateinamerika Anspruch auf den Posten – gestützt auf ein informelles geografisches Rotationsprinzip zwischen den Weltregionen, das in der Vergangenheit allerdings nicht durchgehend eingehalten wurde.
Österreich-Bezug
Für Österreich hat die Personalie doppelte Relevanz: Zum einen ist mit Rafael Grossi der Chef einer in Wien angesiedelten UN-Organisation im Rennen. Zum anderen wurde Österreich, wie berichtet, im Juni 2026 für die Jahre 2027 und 2028 als nichtständiges Mitglied in den Sicherheitsrat gewählt. Beim laufenden Auswahlprozess für die Guterres-Nachfolge sitzt Österreich damit noch nicht mit am Tisch und darf heuer nicht mitstimmen – die neue Mitgliedschaft beginnt erst mit dem kommenden Jahr.
Was unklar bleibt
Offen ist, wie es nach dieser ersten Probeabstimmung weitergeht: Der Sicherheitsrat stimmt in der Regel mehrfach ab, bis sich ein mehrheitsfähiger und vetofester Konsenskandidat herauskristallisiert – ein Zeitplan für weitere Runden liegt aus den vorliegenden Quellen nicht vor. Auch eigene Stellungnahmen der Kandidatinnen und Kandidaten zum ersten Ergebnis sind bislang nicht bekannt. Weil die Abstimmungen im Sicherheitsrat traditionell hinter verschlossenen Türen stattfinden, stützen sich alle Angaben zum Kräfteverhältnis auf Berichte, die auf Diplomatenkreise zurückgehen.
