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US-Präsident Donald Trump hat per Dekret neue Handelsbeschränkungen für Polysilizium und dessen Folgeprodukte erlassen. Vorgesehen sind ein pauschaler Zoll von 15 Prozent sowie Mindestimportpreise, die ab 4. Dezember 2026 gelten sollen: 21 Dollar pro Kilogramm für Polysilizium, 100 Dollar pro Kilogramm für Blöcke und Wafer, 0,22 Dollar pro Watt für Solarzellen und 0,38 Dollar pro Watt für Solarmodule. Begründet wird der Schritt mit dem Schutz der heimischen Industrie vor Dumpingpreisen aus China; rechtliche Grundlage ist eine Section-232-Untersuchung nach einem US-Handelsgesetz aus dem Jahr 1962.

Die Maßnahme reiht sich in eine Serie handelspolitischer Schritte der US-Regierung ein, darunter die Ende Juli 2026 verhängten Zölle gegen 60 Handelspartner sowie Zolldrohungen im Google-Streit mit der EU. Offen bleiben eine konkrete offizielle chinesische Reaktion sowie die Auswirkungen auf europäische und österreichische Importeure und Hersteller in der Solar- und Halbleiterbranche.

Was passiert ist

US-Präsident Donald Trump hat per Dekret neue Handelsbeschränkungen für Polysilizium und daraus gefertigte Folgeprodukte erlassen. Die Anordnung sieht einen pauschalen Zoll von 15 Prozent sowie Mindestimportpreise vor. Begründet wird der Schritt mit dem Schutz der heimischen Industrie vor Dumpingpreisen aus dem Ausland, insbesondere aus China. Polysilizium ist eine hochreine Siliziumform und steht am Anfang der Lieferketten für Solarzellen wie auch für Halbleiter – Anwendungen, die sowohl für die Energiewende als auch für die Chipindustrie zentral sind.

Was die Quellen zeigen

Übereinstimmend berichten Der Standard und Die Presse, dass zusätzlich zum 15-Prozent-Zoll ab 4. Dezember 2026 Mindestimportpreise gelten: 21 Dollar pro Kilogramm für Polysilizium, 100 Dollar pro Kilogramm für Blöcke und Wafer, 0,22 Dollar pro Watt für Solarzellen sowie 0,38 Dollar pro Watt für Solarmodule. Der Standard nennt eine Frist von 120 Tagen nach Unterzeichnung bis zum Inkrafttreten, was sich mit dem genannten Dezember-Termin deckt. Als rechtliche Grundlage wird ein US-Handelsgesetz aus dem Jahr 1962 angegeben, auf dessen Basis eine sogenannte Section-232-Untersuchung durchgeführt wurde. Laut Die Presse ermächtigt das Dekret das US-Handelsministerium zudem, ein Förderprogramm für Unternehmen aufzulegen, die in Fabriken zur Polysilizium- oder Folgeprodukt-Herstellung in den USA investieren. Eine über die Suche gefundene Ankündigung des Weißen Hauses bestätigt die genannten Zollsätze, Preisschwellen und das Inkrafttretensdatum, wurde jedoch nicht im Volltext selbst gelesen.

Einordnung

Die Maßnahme reiht sich in eine Serie handelspolitischer Schritte der US-Regierung gegenüber China und weiteren Handelspartnern ein. Wie „Neue Nachrichten“ bereits berichtet hat, verhängten die USA erst Ende Juli 2026 neue Zölle gegen 60 Handelspartner, darunter die EU, mit Zwangsarbeits-Vorwürfen als Begründung. Auch im Streit um eine EU-Kartellstrafe gegen Google drohte Washington zuletzt mit Zöllen gegen die EU. Die Polysilizium-Maßnahme fügt sich damit in ein Muster wiederholter, sektorspezifischer US-Handelsbeschränkungen, die zunehmend auch Grundstoffe für Zukunftstechnologien wie Solarenergie und Halbleiter betreffen.

Was unklar bleibt

Offen ist, wie die chinesische Regierung konkret und offiziell reagiert – die vorliegenden Quellen erwähnen eine Warnung vor Protektionismus nur andeutungsweise, ohne Zitate oder Details. Ebenso unklar sind die konkreten Auswirkungen auf europäische und österreichische Importeure von Polysilizium, Wafern oder Solarmodulen sowie auf heimische Hersteller in der Solar- und Halbleiterbranche. Wie das angekündigte Förderprogramm für US-Investitionen konkret ausgestaltet wird und ob die EU-Kommission offiziell Stellung nimmt, ist zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls nicht bekannt.