Die Vereinigten Arabischen Emirate haben laut eigenen Angaben sämtliche Handelsbeziehungen und Finanztransaktionen mit dem Iran bis auf Weiteres ausgesetzt. Anlass war eine Meldung des emiratischen Verteidigungsministeriums, wonach die Luftabwehr zwei aus dem Iran abgefeuerte ballistische Raketen geortet habe – eine außerhalb, eine innerhalb der Hoheitsgewässer. Zuvor war eine Warnung an Mobiltelefone in den Emiraten verschickt worden.
Der Iran weist den Vorwurf über Außenamtssprecher Ismail Baghaei als „völlig unbegründet“ zurück. Eine unabhängige Bestätigung des Vorfalls liegt nicht vor, die beiden offiziellen Versionen stehen einander widersprüchlich gegenüber. Parallel kursieren in zwei österreichischen Medien unbelegte Berichte, wonach die Emirate dem Iran heimlich rund zwei Tonnen Gold geliefert haben sollen, um sich vor Angriffen freizukaufen – Details oder Belege dazu sind nicht einsehbar, die Angabe bleibt ein ungeprüftes Gerücht.
Wie im bisherigen Bericht zur Eskalation rund um die Straße von Hormus dargestellt, hatten die Emirate den Iran bereits zuvor für Tanker-Angriffe verantwortlich gemacht; die damals offene Frage nach der konkreten Reaktion Abu Dhabis ist mit dem jetzigen Handelsstopp beantwortet. Offen bleibt, wie lange die Maßnahme anhält und ob internationale Akteure offiziell reagieren.
Emirate ziehen wirtschaftliche Konsequenzen
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben nach eigenen Angaben sämtliche Handelsbeziehungen und Finanztransaktionen mit dem Iran bis auf Weiteres ausgesetzt. Das emiratische Außenministerium begründete den Schritt mit der „regionalen Eskalation“, die den Frieden und die Sicherheit in der Region gefährde. Damit reagiert Abu Dhabi mit der bislang schärfsten wirtschaftlichen Maßnahme gegen Teheran seit Beginn der jüngsten Spannungen – eine vollständige Aussetzung sämtlicher Handels- und Finanzbeziehungen zwischen den beiden Golfstaaten.
Auslöser war laut emiratischem Verteidigungsministerium ein Vorfall am Vorabend: Die Luftabwehr habe zwei aus dem Iran abgefeuerte ballistische Raketen geortet, von denen die erste außerhalb der Hoheitsgewässer, die zweite innerhalb niedergegangen sei. Zuvor hatten die Behörden eine Warnung an Mobiltelefone verschickt und die Bevölkerung aufgefordert, umgehend Schutz zu suchen – die erste derartige Warnung seit einem Fehlalarm im Juni.
Teheran spricht von unbegründeten Vorwürfen
Der Iran weist die Darstellung zurück. Außenamtssprecher Ismail Baghaei bezeichnete die Angaben laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA als „völlig unbegründet“. Eine neutrale, von beiden Konfliktparteien unabhängige Bestätigung des Vorfalls liegt nicht vor – weder für den behaupteten Raketenbeschuss noch für ein Dementi, das über die reine Zurückweisung hinausgeht. Damit stehen sich zwei einander widersprechende offizielle Versionen gegenüber, ohne dass sich aus den vorliegenden Quellen ableiten lässt, welche zutrifft.
Unbelegte Berichte über Goldlieferungen
Parallel dazu stellen zwei österreichische Medien in ihren Schlagzeilen die Frage, ob die Emirate dem Iran heimlich rund zwei Tonnen Gold geliefert hätten, um sich auf diesem Weg vor iranischen Angriffen freizukaufen. Zu den Hintergründen dieser Behauptung liegen aus den zugänglichen Inhalten – teils kostenpflichtig, teils nur als Überschrift verfügbar – keine überprüfbaren Details, Zahlen oder Belege vor. Die Angabe bleibt damit ein unbestätigtes Gerücht, das an dieser Stelle ausdrücklich als solches gekennzeichnet wird und nicht als eigenständig recherchierter Fakt gelten kann.
Vorgeschichte
Wie im bisherigen Bericht zur Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran dargestellt, hatte Abu Dhabi den Iran zuvor bereits für Raketenangriffe auf Tanker eines emiratischen Staatskonzerns in der Straße von Hormus verantwortlich gemacht – die dort offene Frage, welche konkrete Reaktion sich die Emirate vorbehalten, ist mit dem jetzigen vollständigen Handelsstopp erstmals konkret beantwortet. Der Iran hatte die Emirate seit Kriegsbeginn mit den USA und Israel bereits mehrfach angegriffen, im Mai brach zudem nach einem Drohnenangriff ein Feuer in einem emiratischen Atomkraftwerk aus. Die Emirate sind mit den USA verbündet und hatten 2020 im Rahmen des Abraham-Abkommens ihre Beziehungen zu Israel normalisiert.