Wien ist einer aktuellen Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zufolge die EU-Hauptstadt mit den meisten Nachtzugverbindungen: 15 Enddestinationen sind von hier aus sinnvoll erreichbar, 13 davon täglich – darunter Amsterdam, Berlin, Bukarest, Hamburg, Warschau und Zürich. Auch Rom ist bis 20. August täglich erreichbar, bevor die Verbindung wegen Bauarbeiten bis 20. September nur bis Bologna geführt wird.
Hinter Wien folgen Bukarest und Budapest mit je zwölf Zielen, dahinter Paris und Prag mit je zehn. Insgesamt sind laut VCÖ nur 17 der 27 EU-Hauptstädte überhaupt per Nachtzug erreichbar, zehn haben gar keine Anbindung. Der VCÖ verweist zusätzlich auf Statistik-Austria-Zahlen, wonach 2025 mit 4,11 Millionen Bahn-Urlaubsreisen ein neuer Höchstwert erreicht wurde, und kritisiert, die EU habe den Ausbau internationaler Bahnverbindungen jahrzehntelang verabsäumt.
Diese Einschätzung stammt bislang ausschließlich vom VCÖ selbst; eine Stellungnahme von EU-Institutionen oder Bahnbetreibern liegt nicht vor. Auch die vollständige Analyse und die genaue Statistik-Austria-Erhebung wurden nicht im Original eingesehen.
Was passiert ist
Wien ist einer aktuellen Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) zufolge die EU-Hauptstadt mit den meisten Nachtzugverbindungen. Von Wien aus sind 15 Enddestinationen sinnvoll mit dem Nachtzug erreichbar – mehr als von jeder anderen Hauptstadt der Europäischen Union. Das berichteten sowohl ORF.at als auch Der Standard übereinstimmend unter Berufung auf eine VCÖ-Aussendung.
Was die Zahlen zeigen
Von den 15 Zielen ab Wien werden 13 täglich angefahren, wie VCÖ-Sprecher Michael Schwendinger laut ORF.at ausführte. Dazu zählen unter anderem Amsterdam, Berlin, Bukarest, Hamburg, Warschau und Zürich. Auch Rom ist bis 20. August täglich erreichbar, bevor die Verbindung baustellenbedingt bis 20. September nur bis Bologna geführt wird und danach wieder durchgehend nach Rom fährt. Hinter Wien folgen Bukarest und Budapest mit je zwölf Zielen auf Platz zwei, dahinter Paris und Prag mit je zehn. Insgesamt sind laut VCÖ-Erhebung nur 17 der 27 EU-Hauptstädte überhaupt per Nachtzug erreichbar – zehn Hauptstädte haben keinerlei Anbindung an das Nachtzugnetz.
Kontext: Bahnreisen in Österreich
Der VCÖ verweist in seiner Aussendung zusätzlich auf Zahlen von Statistik Austria, wonach im Vorjahr mit 4,11 Millionen Bahn-Urlaubsreisen ein neuer Höchstwert erreicht worden sei. Daraus leitet der Verkehrsclub ab, dass die Nachfrage nach Bahnreisen in Österreich so hoch sei wie nie zuvor – und damit auch der Bedarf an einem dichteren internationalen Nachtzugnetz steige.
Einordnung
Der VCÖ nutzt die Zahlen, um ein grundsätzliches Versäumnis auf EU-Ebene zu benennen: „Die EU hat es in den vergangenen Jahrzehnten verabsäumt, die internationalen Bahnverbindungen zu forcieren“, wird Schwendinger laut ORF.at zitiert. Diese Einschätzung stammt von einer Interessenvertretung für nachhaltige Mobilität, die sich naturgemäß für den Ausbau des Bahnverkehrs einsetzt. Eine Stellungnahme der EU-Kommission, anderer Mitgliedstaaten oder von Bahnbetreibern zu dieser Kritik liegt in den vorliegenden Berichten nicht vor, weshalb die Einordnung bislang auf einer einzigen Perspektive beruht.
Was unklar bleibt
Die vollständige VCÖ-Analyse mit ihrer genauen Zählmethodik wurde nicht im Original eingesehen, ebenso wenig die zugrunde liegende Statistik-Austria-Erhebung zu den 4,11 Millionen Bahn-Urlaubsreisen. Offen ist zudem, welcher Betreiber die Ausweichroute über Bologna während der Bauarbeiten auf der Rom-Strecke organisiert und wie lange diese genau dauert.