Japan und die USA sind gemeinsam am Devisenmarkt eingeschritten, um den stark gefallenen Yen zu stützen – die erste gemeinsame Intervention beider Länder seit 2011. Finanzministerin Satsuki Katayama bestätigte den Schritt offiziell und begründete ihn mit „übermäßiger Volatilität und ungeordneten Bewegungen“ der Währung. Auch US-Finanzminister Scott Bessent bestätigte die koordinierte Aktion.
Der Yen war zuvor auf den schwächsten Stand seit rund 40 Jahren gefallen und erholte sich nach der Intervention spürbar. Zur genauen Höhe der eingesetzten Mittel gibt es bislang nur eine unbestätigte Schätzung im Bereich von umgerechnet rund 50 Milliarden Dollar; eine amtliche Bezifferung fehlt. Berichten zufolge soll US-Finanzminister Bessent zuvor intern bereits einen Kaufumfang von 5 bis 10 Milliarden Dollar notiert haben, wobei diese Angabe nicht offiziell bestätigt ist.
US-Präsident Donald Trump wertete den Schritt als Zeichen guter Beziehungen zwischen Washington und Tokio. Beide Finanzministerien erklärten, im Bedarfsfall weitere koordinierte Schritte zu setzen. Offen bleibt, wie nachhaltig die Stabilisierung ist und ob es zu weiteren Interventionen kommt.
Was passiert ist
Japan und die USA sind am vergangenen Freitag gemeinsam am Devisenmarkt eingeschritten, um den stark unter Druck geratenen Yen zu stützen. Finanzministerin Satsuki Katayama bestätigte den Schritt am Montag offiziell und erklärte, man habe in Abstimmung mit den USA Yen gekauft, um „übermäßige Volatilität und ungeordnete Bewegungen“ der Währung einzudämmen. Es ist die erste gemeinsame Devisenmarktintervention beider Länder seit 2011. Auch US-Finanzminister Scott Bessent bestätigte die koordinierte Aktion und erklärte, sie habe ungeordnete Kursbewegungen des Yen eingedämmt.
Was die Quellen zeigen
Der Yen war zuvor gegenüber dem Dollar auf den schwächsten Stand seit rund 40 Jahren gefallen. Berichten zufolge, die sich auf Marktbeobachtungen und Notenbank-Daten stützen, lag der Kurs vor der Intervention bei rund 163,7 Yen je Dollar und erholte sich danach auf rund 157,6 Yen je Dollar. Zur Größenordnung der eingesetzten Mittel gibt es bislang keine amtliche Angabe; eine Schätzung beziffert den Umfang auf umgerechnet rund 52 bis 53 Milliarden Dollar, ermittelt aus einem Abgleich von Notenbank-Konten mit Markterwartungen – eine offizielle Bestätigung dieser Zahl steht aus. Reuters berichtete zudem unter Berufung auf Insider, dass US-Finanzminister Bessent bereits zuvor intern einen Vermerk zum Ankauf von Yen im Umfang von 5 bis 10 Milliarden Dollar notiert habe, nachdem er die Währung öffentlich als „sehr unterbewertet“ bezeichnet hatte. Diese Angabe stammt aus nicht namentlich genannten Quellen und ist nicht offiziell bestätigt.
Reaktionen
US-Präsident Donald Trump wertete die gemeinsame Intervention an Bord der Präsidentenmaschine als Ausdruck der guten Beziehungen zwischen Washington und Tokio: Japan habe „ein bisschen Unterstützung“ gewollt, die USA seien „immer da, um Japan zu helfen“. Der Eingriff komme aus seiner Sicht auch der Weltwirtschaft zugute. Sowohl das japanische Finanzministerium als auch das US-Finanzministerium erklärten, weiterhin eng in Kontakt zu stehen und im Bedarfsfall nicht vor weiteren koordinierten Schritten zurückzuschrecken.
Was unklar bleibt
Offen bleibt, wie hoch die eingesetzten Mittel tatsächlich waren, da bislang keine amtliche Bezifferung vorliegt. Ebenso unklar ist, ob und in welchem Umfang weitere gemeinsame Interventionen folgen und wie nachhaltig die Stabilisierung des Yen ist. Auch zur Reaktion anderer Zentralbanken oder betroffener Handelspartner liegen bislang keine Angaben vor.
Einordnung
Eine schwache Landeswährung verbilligt zwar Exporte, worauf Japans Wirtschaft zuletzt aufgebaut hat, verteuert aber zugleich Importe und schmälert die Kaufkraft im Inland – ein Zielkonflikt, der die Dringlichkeit des Eingriffs erklärt. Die Intervention fällt zudem in eine Phase angespannter globaler Handelsbeziehungen: Wie „Neue Nachrichten“ berichtete, hatten die USA erst wenige Tage zuvor neue Zölle gegen 60 Handelspartner verhängt, darunter auch Japan. Ob und wie diese beiden wirtschaftspolitischen Entwicklungen zusammenhängen, lässt sich aus der vorliegenden Quellenlage nicht beurteilen.