Der Arzneimittel-Großhändler Phago meldet die Ankunft von rund 20.000 Adrenalin-Autoinjektoren in Österreich. Die Verteilung an Apotheken läuft bereits, wie das Unternehmen mitteilte. Damit soll sich eine zuletzt angespannte Versorgungslage entspannen: Wegen der heuer besonders starken Wespensaison waren bestimmte Adrenalin-Pens, auch Epi-Pens genannt, teils schwer erhältlich.
In Österreich gelten schätzungsweise 300.000 Menschen als schwer allergisch gegen Bienen- oder Wespengift, für sie kann ein Stich lebensbedrohlich sein. Laut Phago stieg die Nachfrage nach den Notfallspritzen von Mai bis Juli 2026 um über 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr – eine unabhängige Bestätigung dieser Zahl gibt es nicht. Dass die Versorgung angespannt war, bestätigt aber unabhängig auch die Apothekerkammer: Kundinnen und Kunden kamen wiederholt mit Rezepten, die mangels Ware nicht beliefert werden konnten.
Offen bleibt, ob weitere Lieferungen geplant sind und wie lange die Entspannung anhält. Eine aktuelle Reaktion der Apothekerkammer auf die neue Lieferung liegt bisher nicht vor.
Was passiert ist
Der Arzneimittel-Vollgroßhändler Phago hat die Ankunft von rund 20.000 Adrenalin-Autoinjektoren in Österreich bekanntgegeben. Die Verteilung der Notfallmedikamente an die Apotheken läuft nach Angaben des Unternehmens bereits. Damit soll sich eine zuletzt angespannte Versorgungslage entspannen: Wegen der heuer besonders starken Wespensaison waren bestimmte Adrenalin-Pens, auch als Epi-Pens bekannt, phasenweise nur schwer erhältlich.
Was die Quellen zeigen
Sowohl ORF als auch Die Presse berichten inhaltlich übereinstimmend über die Lieferung, gestützt auf die Presseaussendung von Phago sowie – im Fall der Presse – zusätzlich auf eine APA-Meldung. In Österreich gelten schätzungsweise 300.000 Menschen als schwer allergisch gegen das Gift von Bienen oder Wespen; für sie kann ein Stich potenziell lebensbedrohlich sein. Laut Phago-Angaben wurden im Zeitraum von Mai bis Juli 2026 über 40 Prozent mehr Notfallspritzen ausgeliefert als im Vorjahreszeitraum, was den gestiegenen Bedarf illustriert. Eine unabhängige Bestätigung dieser konkreten Prozentzahl liegt jedoch nicht vor, sie stammt allein vom Großhändler selbst. Dass die Versorgungslage tatsächlich angespannt war, bestätigt unabhängig davon auch die Apothekerkammer: Deren Vizepräsident Gerhard Kobinger hatte im Zusammenhang mit der Wespensaison berichtet, dass Kundinnen und Kunden wiederholt mit Rezepten in Apotheken kamen, die mangels Ware nicht beliefert werden konnten. Als – ebenfalls nur eingeschränkt verfügbare – Alternative wurde dabei der Adrenalin-Pen Jext des dänischen Herstellers ALK-Abelló genannt.
Was unklar bleibt
Offen ist, ob und in welchem zeitlichen Abstand weitere Nachlieferungen geplant sind und wie lange die jetzige Entspannung anhalten wird. Auch eine genaue Zahl, wie viele Rezepte während des Engpasses tatsächlich nicht beliefert werden konnten, liegt nicht vor. Eine aktuelle Stellungnahme der Apothekerkammer oder von Allergie-Fachgesellschaften zur nun eingetroffenen Lieferung selbst wurde in den vorliegenden Quellen nicht gefunden.
Einordnung
Die Meldung stützt sich im Kern auf die Selbstauskunft des Großhändlers Phago, der als unmittelbar handelnde Institution die Lieferung und den Verteilungsstart selbst verkündet – dieser Kernpunkt gilt damit als gesichert. Für die begleitenden Zahlen zur Nachfrageentwicklung gibt es hingegen keine von Phago unabhängige Quelle. Die generelle Aussage, dass die Versorgung zuvor angespannt war, deckt sich mit einer unabhängigen Einschätzung der Apothekerkammer aus der Berichterstattung über die Wespensaison.

