Nach mehr als einer Woche wiederholt verlängerter Sperren hat der Flughafen Catania-Fontanarossa am 15. August 2026 den Flugbetrieb wieder aufgenommen. Laut italienischen Medien erfolgte die Öffnung zunächst teilweise ab 14.00 Uhr, nachdem die Vulkanwarnstufe von Rot auf Orange herabgestuft und Luftraumsektoren wieder freigegeben wurden. Tausende Urlauberinnen und Urlauber waren seit dem 8. August auf Sizilien festgesessen. Zusätzlich erschütterte am selben Tag ein Erdbeben der Stärke 3,9 den Nordosthang des Ätna; das Epizentrum lag laut INGV rund sieben Kilometer von Linguaglossa entfernt, Verletzte gab es nach Angaben der Rettungskräfte keine. Italienische Lokalmedien berichten unter Berufung auf den Zivilschutz von einer damit verbundenen Verwerfungsbewegung und einem beschädigten Straßenabschnitt – bislang nur einzelquellenbasiert.
Vor der Wiedereröffnung hatte die Sperre laut Reuters allein zwischen 6. und 12. August rund 630 umgeleitete und über ein Drittel von 1.974 geplanten Flügen ausfallen lassen; Flughafenbetreiber SAC sprach von der schwersten Störung des sizilianischen Flugsystems seit rund zwanzig Jahren, der Handelsverband Assoesercenti schätzt die Schäden auf 12 bis 24 Millionen Euro. Italiens Zivilschutzminister Nello Musumeci hatte zuvor mit der Aussage, nicht der Vulkan liege am falschen Ort, sondern der Flughafen, eine Standortdebatte losgetreten.
Offen bleibt, ob der Flughafen nach der zunächst nur teilweisen Wiederöffnung dauerhaft im Normalbetrieb bleibt oder es bei erneuter Aktivitätszunahme zu einer weiteren Sperre kommt. Auch die kumulierte Gesamtbilanz an annullierten Flügen und betroffenen Reisenden, die genaue Erdbebenursache samt Sachschäden sowie mögliche Folgen der politischen Standortdebatte sind bislang nicht abschließend geklärt.
Was passiert ist
Nach mehr als einer Woche wiederholt verlängerter Sperren hat der Flughafen Catania-Fontanarossa am 15. August 2026 den Flugbetrieb wieder aufgenommen. Laut italienischen Medien erfolgte die Öffnung zunächst nur teilweise, ab 14.00 Uhr, nachdem die zuständigen Stellen die Vulkanwarnstufe von Rot auf Orange herabgestuft und dadurch betroffene Luftraumsektoren wieder freigegeben hatten. Tausende Urlauberinnen und Urlauber waren seit dem 8. August auf Sizilien festgesessen, nachdem sämtliche Flüge von und nach Catania eingestellt worden waren; die Schließung war seither von Tag zu Tag verlängert worden, zuletzt bis Samstagfrüh. Sizilien zählt zu den beliebtesten Reisezielen Italiens – 2024 verzeichnete der Flughafen Catania rund zwölf Millionen Passagiere.
Zusätzlich erschütterte am selben Tag ein Erdbeben der Stärke 3,9 den Nordosthang des Ätna. Das Epizentrum lag nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) rund sieben Kilometer von der Gemeinde Linguaglossa entfernt; die Erschütterung war für die Bevölkerung der Nordhang-Gemeinden deutlich spürbar. Nach Angaben der Rettungskräfte gab es keine Verletzten. Italienische Lokalmedien berichten unter Berufung auf den sizilianischen Zivilschutz, das Beben hänge mit der Öffnung einer vulkanisch bedingten Verwerfung zusammen und habe einen Straßenabschnitt beschädigt – dies ist bislang nicht durch eine zweite unabhängige Quelle bestätigt.
Was die Quellen zeigen
Vor der Wiedereröffnung hatte INGV-Vulkanologe Stefano Branca die Ätna-Aktivität als „leicht rückläufig“ beschrieben, ohne ein Ende der Eruption vorherzusagen. Flughafenbetreiber SAC bezeichnete die vorangegangene Störung laut italienischen Medien und einer Reuters-Meldung als die schwerste des sizilianischen Flugsystems seit rund zwanzig Jahren. Laut einer Reuters-Meldung wurden allein zwischen 6. und 12. August rund 630 Flüge nach anderen Flughäfen umgeleitet, mehr als ein Drittel der für diesen Zeitraum geplanten 1.974 Flüge in Catania fiel aus; frühere Medienschätzungen sprachen von insgesamt mehr als 700 annullierten oder umgeleiteten Flügen und rund 100.000 betroffenen Reisenden. Der Handelsverband Assoesercenti schätzt die wirtschaftlichen Schäden weiterhin auf 12 bis 24 Millionen Euro – eine bislang nicht unabhängig geprüfte Einzelschätzung. Italiens Zivilschutzminister Nello Musumeci hatte zuvor die Debatte über den Standort des Flughafens mit der Aussage befeuert, nicht der Vulkan liege am falschen Ort, sondern der Flughafen; eine Reaktion darauf ist der Redaktion nicht bekannt. Der Standard berichtete zudem von zwei weiteren Lavaströmen, mit einer nicht ganz eindeutigen Zeitangabe.
Zur Wiedereröffnung selbst berichten ORF sowie mehrere italienische Medien (CataniaToday, ADNKronos) übereinstimmend, dass der Flugbetrieb ab dem Nachmittag des 15. August graduell wieder aufgenommen wurde, zunächst mit einem freigegebenen Luftraumsektor. Reisende wurden weiterhin aufgefordert, den Status ihres Fluges vorab bei der Airline zu prüfen, da die Lage laut Betreiber weiterhin von der weiteren vulkanischen und meteorologischen Entwicklung abhängt.
Was unklar bleibt
Ob der Flughafen nun dauerhaft im Normalbetrieb bleibt, ist nach den bereits mehrfach verlängerten und wieder aufgehobenen Sperren der vergangenen Woche nicht sicher – die Wiederöffnung am 15. August erfolgte zunächst nur teilweise. Die genaue Gesamtzahl annullierter und umgeleiteter Flüge sowie betroffener Reisender über den kompletten Zeitraum seit dem 8. August beruht weiterhin auf Medien- und Agenturschätzungen für Teilzeiträume, nicht auf einer offiziellen Gesamtbilanz. Auch die Schadenssumme von Assoesercenti bleibt eine ungeprüfte Einzelquellen-Schätzung. Die von italienischen Medien berichtete Ursache des Erdbebens (Öffnung einer vulkanisch bedingten Verwerfung) sowie der gemeldete Sachschaden an einer Straße sind bislang nicht durch eine amtliche Originalmitteilung oder eine zweite unabhängige Quelle bestätigt. Unklar bleibt zudem, ob die von Minister Musumeci angestoßene politische Debatte über den Flughafenstandort konkrete Folgen nach sich zieht.
Einordnung
Der Ätna gilt als Europas aktivster Vulkan und sorgt regelmäßig für Aschewolken über Ostsizilien. Dass eine Eruptionsphase den Flugverkehr über mehrere Tage beeinträchtigt, ist damit kein neues Phänomen – wohl aber das Ausmaß und die Dauer der nun beendeten Sperren mitten in der touristischen Hochsaison im August. Die Herabstufung der Vulkanwarnstufe und die Wiederaufnahme des Flugbetriebs markieren einen vorläufigen Endpunkt der akuten Krise, entkräften aber nicht die politische Debatte, die Zivilschutzminister Musumeci über die Lage des Flughafens angestoßen hatte. Das zusätzliche Erdbeben am Nordosthang erinnert daran, dass die vulkanische und seismische Aktivität in der Region weiterhin anhält; wie belastbar die aktuelle Entwarnung ist, dürfte sich erst in den kommenden Tagen zeigen.

